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Das städtische Seniorenzentrum in Penzberg, betrieben vom AWO-Bezirksverband.

AWO-Seniorenzentrum: Ende der Hängepartie in Sicht

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Es ist fast in trockenen Tüchern: Der AWO-Bezirksverband wird von der Stadt Penzberg das Seniorenzentrum an der Gartenstraße kaufen und auf eigene Kosten einen Neubau errichten. Das Rathaus arbeitet an einem Notarvertrag.

Penzberg - Eine zweijährige Hängepartie um die Zukunft des städtischen Seniorenzentrums, das der AWO-Bezirksverband seit 1978 betreibt, könnte damit zu Ende gehen. Der Penzberger Stadtrat hatte der AWO zuletzt eine Frist bis Ende Juni 2017 gesetzt: Bis dahin sollte ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegen. Diesen gibt es zwar immer noch nicht. Die Gespräche scheinen aber sehr weit fortgeschritten zu sein. Mittlerweile geht es angeblich nur noch um Details. Alle anderen Bewerber um das Seniorenzentrum, darunter auch private Unternehmen, wären damit endgültig aus dem Rennen.

Bürgermeisterin Elke Zehetner teilte am Mittwoch mit, dass der Stadtrat am Dienstagabend in einer nicht öffentlichen Sitzung festgelegt habe, dass die Verhandlungen mit der AWO fortgesetzt werden und ein Notarvertrag ausgearbeitet wird. „Wir sind auf einem sehr guten Weg, es geht nur noch um Kleinigkeiten“, erklärte sie. Der Notarvertrag soll nächsten Monat unterzeichnet werden. Bereits am 11. Juli soll der Bebauungsplan für den Neubau auf den Weg gebracht werden. Keine Aussage machten Zehetner und Stadtkämmerer Hans Blank zum Preis, den der AWO-Bezirk bezahlt. Nicht verkaufen wird die Stadt das denkmalgeschützte Pfründnerheim. Es bleibt erhalten.

Der Neubau des Seniorenzentrums könnte im Jahr 2018 beginnen, sagte Stadtbaumeister Justus Klement. In einem ersten Schritt würde ein neues Haus mit 108 Pflegeplätzen (derzeit sind es rund 120 Plätze, von denen etwa 90 belegt sind) auf der Wiese gebaut. Danach entstünde ein Verbindungsbau – mit Eingang, Café und Küche – zum bestehenden Seniorenzentrum. Dieses würde danach im dritten Schritt abgerissen. An dessen Stelle ist ein Gebäude mit ambulanter Tagespflege, Tagesbetreuung, betreutem Wohnen und Mehrgenerationen-Wohnen vorgesehen. Diese Punkte sind eine Vorgabe der Stadt.

Ausgangspunkt der Überlegungen über die Zukunft des Hauses waren neue gesetzliche Vorgaben. Sie schreiben bundesweit bis 2021 für Altenheime mehr Einzelzimmer, Sanitäranlagen in allen Zimmern und ein barrierefreies Haus vor. Eine Sanierung in Penzberg erschien der Stadt zu aufwändig – deshalb soll es ein Neubau sein.

Die Stadt favorisierte dafür den AWO-Bezirk als Käufer und Investor. „Wir waren mit dessen Arbeit immer zufrieden“, so Zehetner. Der Bezirksverband ließ das Rathaus jedoch auf konkrete Vorschläge warten. So lange, dass sich im Rathaus auch andere Interessenten wie das Unternehmen „Compassio“ meldeten. Als Konsequenz kündigte der AWO-Bezirk den Betreibervertrag für Ende 2017.

Im vergangenen April verständigte sich der Stadtrat trotzdem darauf, vorerst nur mit der AWO zu verhandeln. Voraussetzung: Die AWO nimmt die Kündigung des Betreibervertrags zurück. Als Frist setzte der Stadtrat Ende 2017. Erst wenn bis dahin keine Einigung steht, sollte das Seniorenzentrum unter allen Bewerbern ausgeschrieben werden, hieß es.

So weit kommt es nun nicht. Auch wenn, wie Zehetner sagte, die AWO ihre Vertragskündigung immer noch nicht zurückgenommen habe. Dies soll nun zeitgleich mit der Unterschrift unter den Notarvertrag für den Kauf des Hauses geschehen. Im Gespräch bejahte die Rathaus-Chefin gestern auf Nachfrage, dass die AWO die Geduld des Stadtrats sehr strapaziert habe. „Wir sprechen seit März 2015 darüber; der Wunsch des Stadtrats war eine zügige Realisierung“, so Zehetner. Bis das neue Seniorenzentrum nun fertig ist – zu einem Teil bis 2021 – habe man fünf Kindergärten gebaut.

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