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Zum Geschichtslehrpfad gehört das 1923/1924 erbaute Bahnhofsgebäude in Penzberg.

Penzberger Bahnhof kommt nicht auf die Denkmalliste

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Das Bahnhofsgebäude in Penzberg wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Das hat das Landesamt für Denkmalpflege entschieden. Auch für die Philippstraße gibt es eine Absage. Enttäuschung herrscht bei Penzbergs Denkmalschützern. Im Rathaus versucht man zu beruhigen.

Penzberg – Lange dauerte es, bis die Entscheidung aus München eintraf. Vor zweieinhalb Jahren hatte der Penzberger Denkmalpflegeverein einen Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege zum Rundgang gebeten. Max Kapfer und Barbara Kaulbarsch warben damals mit anderen Mitstreitern dafür, das Bahnhofsgebäude zusammen mit Gebäude an der nahen Philippstraße unter Ensembleschutz zu stellen. Mit auf den Weg bekam der Behördenvertreter einen Packen Unterlagen. Danach folgte Funkstille. Nun kam die Absage: Beides kommt nicht auf die Denkmalliste.

Nach Ansicht der Penzberger Denkmalschützer hätte aber beides auf die Liste gehört. Der Bahnhof mit seinem Laubengang und den Spitzbögen sei 1923/1924 „im Stil der Neuen Sachlichkeit der Handwerklichen Moderne“ gebaut worden, erklärten sie. Er sei ein „Zeugnis der Vitalität der aufstrebenden Bergwerksstadt“. Allerdings hatte das Landesamt schon einmal einen Antrag des Vereins abgelehnt. Das war 2004. Damals hieß es, die Oberlichter im Dach des Arkadengebäudes seien verändert und ein Teil der Arkaden zur Straße geschlossen worden.

2016 dehnten Penzbergs Denkmalpfleger ihren Antrag auf die obere Philippstraße aus, wo bereits das Postgebäude und das schräg gegenüberliegende Haus unter Schutz stehen. Sie wollten auf der Postseite auch die Gebäude bis zur Hausnummer 18 auf die Denkmalliste bringen. Die 1920 bis 1925 erbauten Häuser dokumentierten „den Willen der jungen aufstrebenden Industriestadt Penzberg“, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der „auch ästhetischen Ansprüchen genügen sollte“, so die Denkmalpfleger. Sie hatten recherchiert, dass die Bebauung auf dem „Generallinienbauplan“ fußt, den einst Josef Linder entwickelt hat, jener Architekt, der in Penzberg das Rathaus, die Stadthalle und das Pfründnerheim geplant hat.

Nach dem Nein herrscht Enttäuschung. „Wir dachten, dass das ortsgeschichtliche Element im Denkmalschutz wichtiger geworden ist als früher, als rein architektonisch geurteilt wurde“, sagt Barbara Kaulbarsch. Max Kapfer hat den Eindruck, dass sich das Landesamt nicht viel Arbeit gemacht hat. „Das alte Gutachten von 2004 ist abgekupfert worden.“ Und dabei seien auch noch Fehler eingeflossen: Aus dem Architekten Josef Linder wurde „Stefan Lindner“. Ihn wundert auch, dass in Benediktbeuern womöglich eine Tankstelle aus den 1950er Jahren unter Schutz gestellt wird, Penzbergs Bahnhof aber nicht. Sorgen macht er sich aber mehr um die Philippstraße, „weil dort die Gefahr größer ist“. Kapfer sagt, man überlege, Widerspruch einzulegen. Andererseits gelte: Ein Gebäude sei ein Denkmal, wenn es die Bevölkerung als Denkmal sieht. „Für uns ist es ein Denkmal.“

Auch im Rathaus liegt das Nein aus München vor. Stadtbaumeister Justus Klement erinnerte am Dienstag im Bauausschuss daran, dass es einen Stadtratsbeschluss für den Erhalt des Bahnhofsgebäudes gebe. Dies werde vom Landesamt für Denkmalpflege begrüßt. Zur Philippstraße sagte er, dass die Stadt diese erneuern will, quasi als nächste Etappe der Innenstadtsanierung. Dabei wolle man den Gebäuden Rechnung tragen, so Klement. Diesen Willen bekunde auch das „Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK).

Vom Landesamt kam auch noch ein drittes Nein. Die Stadt selbst hatte beantragt, die Bürgermeister-Rummer-Straße unter Ensembleschutz zu stellen. In diesem Fall hieß es laut Klement, dass die Bedeutung der Siedlung dafür nicht ausreiche. Das Landesamt begrüße es aber, dass die Stadt die Absicht habe, sie per Bebauungsplan zu schützen.

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