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Bei der Straßenmusik – oder besser: Meermusik – in Frankreich: (v.l.) Thomas Kapfer-Arrington, Alexandra Link-Lichius und Peter Karnbaum, die als „Trio Nostalgie“ Chansons von Adamo über Georges Moustaki bis Zaz interpretieren.

bandprobe: „Trio Nostalgie“   

Je veux!

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Das  „Trio Nostalgie“ aus Penzberg hat sich ganz dem  - alten und neuen - französischen Chanson verschrieben. Ein Interview mit den Musikern.

Penzberg - Treffen sich eine Französischlehrerin und ein Schulleiter auf dem Lehrerparkplatz: „Voulez-vous chanter avec moi?“... So beginnt eine Romanze – aber halt, ehe hier die Fantasie mit jemandem durchgeht: Es handelt sich – wir befinden uns schließlich in der Rubrik „Bandprobe“ – um eine rein musikalische Romanze. Der Eberfinger Peter Karnbaum (68), pensionierter Chef der Volksschule Iffeldorf und passionierter Gitarrist, hatte die Frage nach dem gemeinsamen Singen im Juni 2013 der nicht minder musikbegeisterten Penzberger Lehrerin Alexandra Link-Lichius (42) gestellt. Und die antwortete mit einem Lied der französischen Sängerin Zaz: „Je veux!“ (Ich will).

Sechs Wochen später gab’s den ersten Auftritt in Penzberg, kurz nach dem zweiten wurde aus dem Duo das „Trio Nostalgie“: Thomas Kapfer-Arrington (41) hatte als Redakteur eine begeisterte Zeitungskritik über das Duo geschrieben – und beim späteren Kennenlernen stellte man fest, dass er dieses als Kontrabassist perfekt ergänzen würde. Seitdem lassen die drei keine Gelegenheit aus, zusammen zu musizieren: bei Festen, bei eigenen Konzerten, bei Filmtagen im Münchener Gasteig. Und auch Straßenmusik machen sie – nicht nur, aber besonders gern in Karnbaums zweiter Heimat Südfrankreich. Sie lieben die „witzigen Begegnungen“ bei diesen Spontan-Auftritten; etwa mit dem Polizisten, der sie im Dienst vertrieb – und nach Feierabend lange zuhörte und 20 Euro in den Hut warf.

Rund 40 Lieder haben sie mittlerweile im Repertoire, und zwar nicht nur solche, die nostalgisch werden lassen. Neben Klassikern von Gilbert Becaud oder Françoise Hardy singen sie auch Chansons der jungen Generation und Protestlieder. Und gestalteten damit nach den Anschlägen in Paris zum Beispiel einen Gottesdienst in Penzberg mit. Doch am liebsten transportieren sie pure Lebensfreude – zu erleben beim nächsten Konzert am Sonntag, 5. März, 19 Uhr, im Habacher „Trödler“. Info: www.nostalgie-chansons.com.


Wann gegründet – und warum?

Im Juni 2013 sprach der pensionierte Schulleiter Peter Karnbaum – schon immer für französische Musik begeistert – auf dem Lehrerparkplatz der Mittelschule Penzberg die Kollegin Alexandra Link-Lichius an, von der er wusste, dass sie ebenso ein Faible für Frankreich und Musik hat. Die Französischlehrerin begeisterte sich prompt für ein gemeinsames Musik-Abenteuer, das Duo übte Chansons auf der heimischen Terrasse. Der erste kleinere Auftritt war sechs Wochen später auf dem Penzberger Rathausplatz im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Langon, der erste große folgte im September 2013 beim Benefiz „Penzberg hilft“ für die Flutopferhilfe. Das Konzert wurde in der örtlichen Presse vom Journalisten Thomas Kapfer-Arrington, der selbst als Kontrabassist musikalisch vielseitig unterwegs ist, positiv besprochen. Als sich das Duo bei ihm bedankte, ergab sich die Idee, fortan zu dritt zu spielen...

Was ist die Mission von „Trio Nostalgie“?

Mission ist vielleicht arg hoch gegriffen, aber wir freuen uns, wenn mancher Zuhörer nach unseren Liedern etwas beglückter den Heimweg antritt – vielleicht mit glänzenden Augen und lächelndem Gesicht, mit Fingerschnipsen und Summen, wachgeküssten Erinnerungen und neu entfachter Sehnsucht.

Zwischen welche Bands oder Platten gehört „Trio Nostalgie“ im Plattenregal?

Vielleicht zwischen Edith Piaf/Georges Moustaki und Patricia Kaas/Zaz…

Wer hört „Trio Nostalgie“ bisher?

Freunde; Menschen an der Côte d‘Azur (Straßenmusik); Kleinkunstpublikum; Bayern, Baden-Württemberger, Saarländer und Rheinland-Pfälzer (Tournee)...

Wer sollte „Trio Nostalgie“ unbedingt mal hören?

Nostalgiker, Frankreichliebhaber, wer gerne schwelgt und summt, Freunde purer Musik.

Ein Song, mit dem man „Trio Nostalgie“ am besten kennenlernt?

„Chante“ von Michel Fugain.

Eine Textzeile, die viel über „Trio Nostalgie“ sagt?

„Nous aimons la resistance contre tout ce qu’ arrive sans chanter...“ (Wir sind gegen alles, was ohne Singen geht…).

Höhepunkt der bisherigen Karriere?

Eine Rangliste ist nicht möglich: Jeder Auftritt war und ist ein großer Erfolg, wenn er Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat, mitgewippt, -getanzt und -gesungen wurde... Doch nicht minder am Herzen liegen uns konzertante Momente, die den Chansons und Geschichten lauschen lassen. Da war der Auftritt im Münchner Gasteig zur Eröffnung der „10. Mittelmeer-Filmtage“ genauso ein Höhepunkt wie die „Fête de la Musique“ in Sulzbach zum Abschluss eines Kultursommers im Saarland. Und besonderen Zauber birgt immer wieder die Straßenmusik – egal, ob im Umland oder in französischen Gassen.

Ein Werbespruch für „Trio Nostalgie“?

Eine kleine Gruppe mit großer Musik.

Freunde?

Viele.

Feinde?

Die Frage stellt sich nicht.

Wo steht „Trio Nostalgie“ in zehn Jahren?

Gute Frage bei dem Alter vom Peter, gell...?!

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