1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Penzberg

Baustart für Radl-Parkhaus steht bevor

Erstellt:

Von: Wolfgang Schörner

Kommentare

Ein Bauzaun steht am Bahnhof
Am Penzberger Bahnhof neben dem Bahnsteig entsteht die neue doppelstöckige Radl-Garage. Der Bauzaun grenzt die künftige Baustelle ab. Dort standen vorher die – mit löchrigem Wellblech überdachten – Fahrradständer. © Wolfgang Schörner

Nach einigen Verzögerungen soll es in Kürze mit dem Bau einer doppelstöckigen Fahrrad-Garage am Penzberger Bahnhof losgehen. Dort entstehen rund 150 überdachte Radl-Stellplätze auf zwei Ebenen. Baustart ist im September. Die Fertigstellung ist für kommenden Dezember vorgesehen. Die alte Wellblech-Anlage ist jedenfalls schon weg.

Penzberg – Gleich neben dem Bahnsteig in Penzberg ist derzeit ein langer Bauzaun zu sehen. Dort befanden sich bis vor kurzem die alten Fahrradständer unter einem löchrigen Wellblechdach. Die marode Anlage – Platz für etwa 80 Fahrräder – wurde mitsamt einer kleinen Eternit-Garage des benachbarten städtischen Wohnhauses abgerissen. Um die Zeit bis zur Fertigstellung des neuen Radl-Parkhauses zu überbrücken, ist – wenige Meter entfernt an der Philippstraße – der Parkplatz der ehemaligen Post-Filiale mit Fahrradständern ausgestattet worden.

Moderner und schöner soll das neue Parkhaus für Fahrräder am Penzberger Bahnhof werden – vor allem aber auch größer als die bisherige Anlage. Sie soll – so wurde es im Stadtrat beschlossen – auf zwei Ebenen Platz für 150 Fahrräder bieten. Die Anlage wird überdacht, der Baubeginn ist für 21. September geplant. Die Fertigstellung, so Johann Eßel vom Tiefbauamt, sei für kommenden Dezember vorgesehen.

Wie so ein Fahrrad-Parkhaus aussieht, ist seit kurzem in Freising zu betrachten, allerdings in weit größerem Ausmaß. Dort weihte die Deutsche Bahn im August eine „Bike and Ride“-Anlage für 800 Fahrräder ein, auch dort doppelstöckig und großteils überdacht. Es sei die bislang größte moderne Abstellanlage im Rahmen der „Bike and Ride“-Offensive, teilte die Bahn mit. Nach Angaben des Unternehmens liegen bundesweit derzeit für mehr als 100 Bahnhöfe derartige Konzepte vor.

Bei den Kosten wurden unterschiedliche Summen genannt

In Penzberg starten die Arbeiten am 21. September mit der Gründung für das spätere Dach. Das heißt laut Eßel: Erst wird gegraben, der Torf entsorgt und die Grube mit verschiedenen Kieslagen aufgefüllt. Vorsichtig sein muss dabei der Baggerfahrer. Laut Eßel wurde bei der Baugrunduntersuchung mit einem Schallwellen-Detektor geprüft, ob Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg vorhanden sind. Tatsächlich gibt es Verdachtspunkte. Wenn gegraben wird, ist daher laut Eßel ein Experte dabei.

Gegründet beziehungsweise stabilisiert wird das Dach entweder mit einer Bodenplatte oder Streifenfundamenten. Zugleich werden Leerrohe für Leuchten, Blitzschutz und eine Fahrplan-Anzeige – sie ist bisher nur eine Option – verlegt. Auch die Entwässerung fürs Dach in den Kanal ist Teil der Arbeiten. Die Abstellanlage selbst muss laut Eßel schließlich nur noch auf das fertige Pflaster gestellt und verdübelt werden.

Die Kosten sollen sich, wie berichtet, auf immerhin 284 000 Euro belaufen. Davor waren allerdings noch ganz andere Summen genannt worden: erst 400 000 Euro und dann sogar 600 000 Euro. Allerdings hatten die Parkhaus-Pläne damals auch größere Ausmaße. Der Stadtrat – die Diskussion um die neue Anlage begann im März 2019 nach einem Antrag der Grünen – gab deshalb auch lange Zeit kein grünes Licht. Den Preisverfall erklärte Stadtbaumeister Justus Klement im Februar 2020 – damals stimmte der Stadtrat dem Bau zu – damit, dass die Anlage kleiner wird: Nur noch 150 statt 200 Stellplätze entstünden, es werde ein Standarddach verwendet sowie bei Abbruch, Bodenaustausch und Gründung gespart. Finanziell beteiligen wird sich laut Stadt die Bahn. Die Schätzung beläuft sich auf 60 bis 70 Prozent der Kosten.

Auch interessant

Kommentare