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Viel befahrene Straße: An der Bichler Straße in Penzberg könnte ein Kreisverkehr in Zukunft für weniger Stau und mehr Sicherheit sorgen. Die Sichtschutzwand (hi. re.) stört hingegen viele Verkehrsteilnehmer. 

Unfallschwerpunkt auf Höhe des REWE-Marktes

Immer wieder kommt es zu Unfällen, dem sagt Penzberg jetzt den Kampf an 

Immer wieder kommt es im Kreuzungsbereich der Karlstraße mit der Bichler Straße in Penzberg zu Unfällen. Die Situation will der Stadtrat nun entschärfen.

Penzberg – Es ist keine ganz neue Idee. Aber eine, die nun neue Fahrt aufnimmt: Überlegungen für einen Kreisverkehr an der Bichler Straße auf Höhe des REWE-Marktes gab es bereits beim Bau des Supermarktes 2011. Damals scheiterte das Projekt unter anderem daran, dass dafür aus Platzgründen der Säubach hätte überbaut werden müssen.

Nachdem der Stadtrat einen Kreisverkehr an der Bichler Straße nun jedoch ganz weit oben auf seine Prioritätenliste gesetzt hat, „sind wir wieder in der Diskussion“. Darüber informierte Bürgermeisterin Elke Zehetner am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Rathaus. Die Diskussion sei auch deshalb wieder aufgeflammt, weil die vor rund einem Jahr aufgestellte Sichtschutzwand von den Bürgern nicht akzeptiert werde. „Die Penzberger wollen da eine andere Lösung“, ist sich Zehetner sicher. Sie hat auch schon eine Idee, wie das mit dem Kreisel nun doch klappen könnte: Denn da der Platz an der Bichler Straße zum Anlegen eines herkömmlichen Kreisverkehrs natürlich nach wie vor nicht ausreicht, schwebt ihr ein ganz spezieller, da kleinerer „Stadtkreisel“ vor. Der wäre dann laut Zehetner sogar ein „Pilotprojekt“ im Landkreis.

Mitarbeiter des Bauamtes in Weilheim zeigt sich offen für Kreisel in Penzberg

Eigentlich, so erläuterte Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt in Weilheim, fordere seine Behörde für einen Kreisverkehr an dieser Stelle einen Durchmesser von 40 Metern. Außerdem müssten von ihm vier Straßen abzweigen. Dass es an der Bichler Straße nur drei wären, sei aber kein Problem.

Überhaupt gab sich der Behördenmitarbeiter, der für den Landkreis Weilheim-Schongau zuständig ist, offen für die Idee eines kleinen „Stadtkreisels“.

Das ist wichtig für eine mögliche Realisierung des Projekts. Denn die Behörde ist laut Lenker Eigentümerin der Bichler Straße. Zwar müsse sich das Staatliche Bauamt nicht an den Kosten für einen Kreisverkehr beteiligen – unter anderem deshalb nicht, weil die Bichler Straße nicht als Unfallschwerpunkt eingestuft werde – aber es muss den Plänen der Stadt zustimmen.

Höhe der Kosten ist noch unklar

Wie Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann informierte, sei ein Planungsbüro bereits damit beauftragt, die Kosten für erste Vorplanungen zu ermitteln. „In den nächsten Tagen“, so Holzmann, sollen diese Zahlen vorliegen. Möglicherweise schon in ihrer nächsten Sitzung könnten die Stadträte dann darüber beraten, ob konkrete Planungen in Angriff genommen werden sollen. Für diese macht das Staatliche Bauamt einige klare Vorgaben: So müsse der Kreisel laut Lenker in jedem Fall eine nicht überfahrbare Mittelinsel bekommen. Außerdem müsste der Kreisverkehr so groß sein, dass er von allen Fahrzeugen – also etwa auch von Lastwagen und Bussen – befahren werden kann.

Wie Zehetner sagte, gäbe es in Bad Tölz einen Kreisel mit etwa 35 Metern Durchmesser. Diese Größenordnung schwebe ihr auch für Penzberg vor. Dafür bräuchte der Säubach nicht überbaut und müsste nicht auf Privatgrund zurückgegriffen werden. Nach Ansicht der Stadt würde ein Kreisverkehr die Verkehrssituation in der Bichler Straße deutlich beruhigen. Durch den steigenden Verkehr in den vergangenen Jahren komme es zu den Stoßzeiten häufig zu Staus in diesem Bereich, so Zehetner. Außerdem sei der Kreuzungsbereich der Straße zwar kein Unfallschwerpunkt, „aber die Stelle ist unfallauffällig“, räumte Martin Dondl vom Staatlichen Bauamt ein. Die Sichtschutzwand habe die Unfallhäufigkeit zwar gesenkt, so Zehetner. Allerdings empfänden viele Verkehrsteilnehmer die Wand als Sichtbehinderung, die zudem den Verkehrsfluss behindere. Laut der Unfallstatistik der Stadt ereigneten sich 2016 an der Stelle acht Unfälle mit insgesamt einem Schwer- und zwei Leichtverletzten. 2018 gab es drei Unfälle mit insgesamt zwei Leichtverletzten. Wie hoch die Kosten für Planung und Bau eines „Stadtkreisels“ wären, können die Verantwortlichen derzeit noch nicht abschätzen. Tragen müssten sie die Stadt. Die hofft laut Zehetner jedoch auf finanzielle Förderung durch den Freistaat. Holzmann verspricht: „Wir sind mit großem Nachdruck dahinter, dass es vorangeht.“  

VON FRANZISKA SELIGER 

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Prioritätenliste in Penzberg: Zwölf Bauprojekte „mit Vollgas“


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