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Auch wenn es auf dem Bild nicht so aussieht: Autorin Inge Löhnig entführte das Publikum in eine Welt voll Niedertracht und Rache.

Krimilesung in Penzberg

Beim „StadtLesen“ herrschte Spannung - trotz Straßenlärms

Beim Penzberger „StadtLesen“ entführte Krimiautorin Inge Löhnig auf dem Stadtplatz in eine Welt voller Niedertracht und Rache.

Penzberg Ein Polizeihund, der fast seine Prüfung nicht geschafft hätte, weil er statt der künstlichen Spur eine echte Leiche entdeckt. Eine Tote, die niemand vermisst. Eine Grabbeigabe, die Schlimmes prophezeit. Ein Mann, dessen Gewissen ihn nicht zur Ruhe kommen lässt. Ein scheinbar honorables Ehepaar, dessen Gutherzigkeit ziemlich porös wird. Und ein Kommissar, der sich direkt nach der Hochzeitsreise mit ekligen Fettwachsleichen und der mysteriösen Affenfigur beschäftigen muss. Anfangs etwas verwirrend, aber interessant und mit feinem Humor stellt Krimiautorin Inge Löhnig an diesem lauen Herbstabend auf dem Stadtplatz die Protagonisten des achten Falls ihres erfrischend normalen Kommissars Tino Dühnfort – mit „Gourmet-Sixpack“ und Espressosucht – vor. Rund 100 Zuhörer wollten aus „Sieh nichts Böses“ hören.

Durch ihr unaufgeregtes Vorlesen und untermalt vom Soundtrack der Straße mit mehrfach ausrückenden Rettungsfahrzeugen, entsteht beim „StadtLesen“ wahres Open-Air-Gefühl. Feinziseliert entwirft Löhnig ihre Figuren und baut Spannung auf, der sich die Zuhörer trotz lauter Traktoren und Lastwagen nicht entziehen können. Zahlreich daher auch die Fragen an die sympathische Autorin, die erst spät dazu kam, „einen Traum zu leben, den ich nie gehabt habe“, wie sie sagt. Anfangs sei sie sich wie eine Hochstaplerin vorgekommen, wenn sie mit Hinweis auf einen Roman Kriminologen und andere Fachleute kontaktiert habe.

Doch schnell stellte sich, auch mit Hilfe einer Schreibwerkstatt, Konstantin Dühnfort als Hauptfigur heraus, brachte Erfolg und ist seitdem festes Familienmitglied. Schauplätze entdeckt Löhning bei Ausflügen in die Region, der rote Faden stehe immer bereits vor Beginn des „echten“ Schreibens und ihre Romanfiguren ähnelten niemals echten Freunden oder Bekannten, verriet die in Hohenbrunn lebende Autorin. Sie beobachte eben gerne und entwickle daraus ihre Charaktere. In Penzberg gab es Begeisterten Applaus und viele Signierwünsche.

Das „StadtLesen“ bietet am Samstag, 22. September, ab 10 Uhr „Penzberger lesen für Penzberger“. Als Vorlesende sind auch Bürgermeisterin Elke Zehetner (10 bis 10.15 Uhr) und Grünen-Stadtrat Klaus Adler (11 bis 11.15 Uhr) mit von der Partie. Im Zeitplan gibt es noch Möglichkeiten für Interessierte, sich anzumelden.

Am Sonntag, 23. September, ist ab 10 Uhr „Familien- und IntegrationsLesetag“. Penzberger lesen in ihrer Muttersprache aus „Harry Potter. Um 16 Uhr beginnt die Lesung mit „Urmel“-Preisträger Kai Pannen. 

Infos zum Programm gibt es auf auf www.buecherei-penzberg.de.

Katrin Fügener

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