„Bürger für Penzberg“ werben für Entscheidung

BfP: Ablehnung von Live-Übertragungen wäre „Armutszeugnis“

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Die „Bürger für Penzberg“ möchten, dass die Stadtratssitzungen künftig per Live-Übertragung im Internet ausgestrahlt werden. Die Hoffnung auf Erfolg ist jedoch gering.

Penzberg – Äußerst gering war am Donnerstagnachmittag das Interesse der Penzberger Lokalpolitiker an einer Fahrt nach Pfaffenhofen, um sich dort näher über die Live-Übertragung von Stadtratssitzungen zu informieren. Die Stadt Penzberg hatte die Reise auf Initiative der BfP organisiert. Es nahmen neben drei BfP-Mitgliedern nur zweiter Bürgermeister Dr. Johannes Bauer (Grüne) und Vertreter der Stadtverwaltung teil.

Höchst bedauerlich findet dies Wolfgang Sacher (BfP), da der Stadtrat voraussichtlich am 24. Oktober über eine künftige Live-Übertragung entscheiden wird. Große Hoffnung hegt er aber nicht, dass eine Mehrheit zustande kommt. Es wäre, erklärte er, „für die Penzberger Stadtpolitik ein Armutszeugnis“.

Vom Beispiel in Pfaffenhofen zeigte sich Sacher begeistert. Man sehe nur das Gremium, nicht die Gäste. Eine der drei Kameras richte sich so auf die Gesichter der Kommunalpolitiker, dass dahinter sitzende Menschen nicht zu erkennen sind, erzählte er. Die Anschaffungskosten in Pfaffenhofen – dort gibt es die Live-Übertragung seit 2012 – hätten zwar bei 40 000 Euro gelegen. „Es gibt aber günstigere Möglichkeiten“, so Sacher. Ihm zufolge könnte eine Übertragung auch testweise eingeführt werden. „Ich bin mir sicher, das hebt das Niveau der Debatte.“ Seiner Ansicht nach wäre es auch ein Zeichen für Transparenz, Bürgerfreundlichkeit und offener Kommunikation. Sacher hat nun beantragt, dass der Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker (SPD) oder ein Mitarbeiter im Penzberger Stadtrat über die Live-Übertragungen referieren darf.

Die BfP führt auch eine Umfrage ins Feld. Laut Vorsitzendem Markus Braun äußerten sich 106 Personen, „größtenteils gesammelt von unserer Webseite, BfP-Facebookseite und Verlinkungen der Presse“, also großteils „Bürger für Penzberg“-Sympathisanten, wie er erklärt. Dabei hätten sich 88,68 Prozent für Live-Übertragungen von öffentlichen Stadtratssitzungen ausgesprochen. Außerdem, so ein weiteres Ergebnis, würden 82,08 Prozent ein Mediathek-Archiv mit vergangenen Sitzungen nutzen. Ein Videoarchiv sei dringend umzusetzen, so Brauns Schlussfolgerung. Eine Mehrheit hatte laut Umfrage auch angegeben, dass Videoübertragungen sich auf ihre Entscheidung bei der nächsten Stadtratswahl auswirken könnten und dass sie durch Übertragungen motiviert würden, sich zu engagieren.


Infostand am Samstag

Die Wählervereinigung „Bürger für Penzberg“ informiert am Samstag, 21. Oktober, 10 bis 13 Uhr, die Bevölkerung an einem Stand auf dem Stadtplatz über Live-Übertragungen von Stadtratssitzungen. Sie wolle über positive Effekte aufklären und Angst vor den neuen Medien nehmen.

Rubriklistenbild: © hermsdorf-hiss

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