Luftaufnahme eines Gewerbegebiets
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Wird das Penzberger Großprojekt umgeplant? Bisher war angedacht, in der Layritzhalle (li.) die Feuerwehr unterzubringen. Im Anschluss an den städtischen Bauhof (re.) sollte das Biomasseheizkraftwerk entstehen.

Millionenschweres Projekt

„Blaulichtzentrum“ auf dem Prüfstand

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Das Großprojekt Layritzhalle neu denken: Mit dieser Idee ging die Stadtratsfraktion von „Penzberg miteinander“ im Juli an die Öffentlichkeit. Hinter verschlossenen Türen wurde nun im Stadtrat darüber beraten.

  • Die örtlichen Rettungsorganisationen sollten an einem Standort in Penzberg vereint werden
  • Dafür war das Areal der Layritzhalle angedacht
  • Doch jetzt steht das geplante „Blaulichtzentrum“ auf dem Prüfstand

Penzberg – Es ist millionenschwer und soll ein herausragendes Projekt in Penzberg werden: Das geplante „Blaulichtzentrum“ auf dem Areal der Layritzhalle. Hier sollen die örtlichen Rettungsorganisationen an einem Standort vereint werden. Geplant sind eigene Gebäude für Polizei und BRK. Für den Bau des neuen BRK-Gebäudes westlich der Layritzhalle änderte der Stadtrat in seiner Juni-Sitzung bereits den Bebauungsplan „Gewerbegebiet auf der Grube“.

An diesen Plänen soll sich durch den Antrag von „Penzberg miteinander“ (PM) auch nichts ändern. Anderes steht nach der Behandlung des Antrags in der jüngsten Stadtratssitzung jetzt zumindest aber auf dem Prüfstand. Das teilt Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) nun auf Nachfrage mit. Da das Thema „Blaulichtzentrum“ durchaus von „öffentlicher Brisanz“ sei, könne er es rechtfertigen, zumindest einiges aus der nicht-öffentlichen Sitzung im Nachhinein öffentlich zu machen. Dass hinter verschlossenen Türen diskutiert wurde, begründet der Bürgermeister mit Grundstücksangelegenheiten. Sie darf ein Stadtrat nicht-öffentlich behandeln.

„Recht unkonventionelle Idee“: Biomassekraftwerk in Layritzhalle errichten

Wie bereits mehrfach berichtet, war ursprünglich angedacht, die Layritzhalle im Großen und Ganzen der Feuerwehr vorzubehalten. Doch ob dieses Konzept wirklich umgesetzt wird, war in der letzten Zeit fraglich geworden. Unter anderem deshalb, weil für die notwendigen Umbauarbeiten der Layritzhalle in einen Feuerwehr-Standort zuletzt Kosten in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro im Raum standen, wie PM-Stadtrat Markus Bocksberger zu Bedenken gibt.

Vor einigen Wochen ging seine Stadtratsfraktion mit einer „recht unkonventionelle Idee“ – so Bocksberger – an die Öffentlichkeit: Die Fraktion regte ein Umdenken bei den Planungen an: Nämlich dahingehend, das neue Biomassekraftwerk in der fast 20 Meter hohen und 3000 Quadratmeter großen Layritzhalle zu errichten und nicht – wie von den Stadtwerken eigentlich geplant – ganz in der Nähe im Müllerholz.

Sollte die Feuerwehr in der Halle nach der Ansiedelung der Fernwärmezentrale dann keinen Platz mehr in der Halle finden, könnte man für die Wehr auf dem benachbarten Lidl-Grundstück einen Neubau errichten, so die Idee der PM-Fraktion. Um diese zu realisieren müsste die Stadt das Lidl-Gelände freilich erwerben, betont Bocksberger. Wie berichtet, plant der Discounter 2023/24 einen Umzug auf das Edeka-Areal.

Zeit drängt, weil sonst Fördergelder verloren gehen

Wie Bocksberger nun auf Nachfrage mitteilte, habe man mit den potenziellen Nutzern des geplanten Blaulichtzentrums bereits über diese Gedankenspiele gesprochen. Erste Reaktionen seien positiv gewesen.

Allerdings stelle sich die Frage, ob es technisch und wirtschaftlich sinnvoll wäre, das Blockheizkraftwerk in der Layritzhalle unterzubringen. Die Zeit, das zu klären, drängt etwas, denn damit keine Fördergelder verfallen sei es wichtig, dass das Blockheizkraftwerk 2023 in Betrieb gehe, so Bocksberger.

Auch ein anderes Problem wäre nach Ansicht der PM-Fraktion bei den von ihnen angedachten Umplanungen gelöst: das Zufahrtsproblem, zu dem sich kürzlich die direkt benachbarte Firma Messtec kritisch geäußert hatte. Nach den aktuellen Plänen würde das Biomassekraftwerk gleich neben Messtec entstehen. Wäre das Kraftwerk in der Layritzhalle, so Bocksberger, müsste der Lastwagenverkehr nicht bei der Firma vorbeiführen.

Kauf des Lidl-Areals grundsätzlich vorstellbar

Hinter verschlossenen Türen habe der Stadtrat laut Bürgermeister Korpan nun einstimmig beschlossen, prüfen zu lassen, „ob die Layritzhalle anderweitig verwendet werden kann“. Dass die Stadt das Lidl-Areal kauft, könne er sich grundsätzlich schon vorstellen. Allerdings gäbe es dabei einige Mietverhältnisse zu berücksichtigen.

Es sei aber nicht so, „dass das Projekt Feuerwehr in der Layritzhalle gestorben wäre“, betont Korpan. Vielmehr würde nun parallel zu den fortlaufenden Planungen zum Neubau des Blockheizkraftwerks der Alternativ-Vorschlag der PM-Fraktion genauer geprüft. Bis Ende des Jahres soll eine endgültige Entscheidung darüber fallen, in welche Richtung das Projekt weiter verfolgt wird. Bürgermeister Korpan geht davon aus, dass der Penzberger Stadtrat in seiner Novembersitzung darüber beraten wird.

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