Idylle am Stadtrand. Aber für die Penzberger Kleingartenanlage „Breitfilz“ besteht derzeit ein Nutzungsverbot.
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Idylle am Stadtrand. Aber für die Penzberger Kleingartenanlage „Breitfilz“ besteht derzeit ein Nutzungsverbot.

Jetzt geht‘s um den Bebauungsplan

Breitfilz in Penzberg: „Das Jahr 2021 wird spannend“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Die weitere Nutzung der Kleingartenanlage „Breitfilz“ auf rechtlich sicheren Untergrund zu stellen: Damit ist die Stadt Penzberg seit Monaten beschäftigt. Wichtiger Schritt ist ein Bebauungsplan. Über die Grundzüge dieser Planung wird der Bauausschuss nun in seiner Sitzung am Dienstag beraten.

Penzberg – Seit über zweieinhalb Jahren besteht für die „Breitfilz“-Anlage ein Nutzungsverbot. Das heißt: Bis die Nutzung der Kleingartenanlage nicht auf einer rechtlich sicheren Basis steht, können die Parzellen offiziell nicht genutzt werden. Notwendig dafür ist zum ersten das bereits vorliegende Brandschutzkonzept sowie zum zweiten der im November vergangenen Jahres gegründete Verein „Freizeitgärten Breitfilz“. Die dritte Säule ist ein Bebauungsplan.

„Das Jahr 2021 verspricht spannend zu werden“, sagt Paul Hattemer, der Vorsitzende des Vereins. Über den Jahreswechsel hätten Planungsbüros sowie die Stadtverwaltung mit Unterstützung seines Vereins an der Endfassung des Bebauungsplanes gearbeitet. Dabei sei es wichtig gewesen, die Anforderungen an die öffentliche Sicherheit und Ordnung, an die Artenvielfalt sowie an die Landschaftspflege und das Baurecht in Einklang zu bringen. „Einvernehmlich wird das Ziel verfolgt, den Ausnahmecharakter der Freizeitgärten Breitfiliz dauerhaft zu sichern“, betont Hattemer und hofft, dass der Bauausschuss den Bebauungsplan nun für das Verfahren frei gibt. Dann könnten die so genannten Träger öffentlicher Belange – etwa Behörden und Fachverbände – ihre Stellungnahmen dazu abgeben. Die eingegangenen Anregungen sowie mögliche Kritik müssten dann vom Stadtrat abgewogen werden. „Wir hoffen, dass der Bebauungsplan gegen Ende des Jahres rechtskräftig wird“, so Hattemer.

Paul Hattemer ist der Vorsitzende des „Breitfilz“-Vereins.

Bis Mitte des Jahres könnte außerdem der Generalpachtvertrag zwischen seinem Verein und der Stadt geschlossen werden. „Das streben wir an“, sagt Hattemer. Denn anders als bisher möchte die Stadt die Parzellen nicht mehr an einzelne Pächter vergeben. Diese Aufgabe soll künftig der neue Verein übernehmen. „Der Verein kann erst mit dem Pachtvertrag aktiv werden“, sagt Hattemer und meint damit die seinerseitige Verpachtung der Parzellen sowie die Aufnahme von Vereinsmitgliedern.

Da parallel zum Bebauungsplanverfahren noch neue Rettungswege angelegt oder vorhandene verbreitert werden müssten – Hattemer hofft darauf bis Jahresende – könne er noch nicht genau sagen, wie viele Parzellen es künftig sein werden. Er rechnet aber mit 270 bis 300, wobei deren Größe künftig auf maximal 500 Quadratmeter je Parzelle begrenzt sein werde. Auch eine geeignete Löschwasserbevorratung müsse noch gefunden und installiert werden. Außerdem gelte es, die Grundstücke neu zu nummerieren, damit etwa die Feuerwehr im Brandfall auch ihren Einsatzort finden könne. Die Nummerierung, „die war früher ein reichliches Durcheinander“.

Als wichtiger Bestandteil der Brandschutzmaßnahmen verfügt die Feuerwehr Penzberg mittlerweile über ein geländegängiges Kleinlöschfahrzeug, das für Einsätze in der Freizeitgartenanlage verwendet werden kann.

Wer eine Parzelle pachten möchte, müsse in jedem Fall zwingend dem Verein beitreten, sagt Hattemer. Momentan würden zwar noch keine Mitglieder aufgenommen. Interessierte könnten sich aber melden. Es gebe ein großes Potenzial an Altpächtern sowie viele Neuinteressierte, erzählte Hattemer. Wobei ihm zufolge das Ziel ist, dass Altpächter – falls sie Interesse haben – ihre früheren Parzellen nach Möglichkeit wiederbekommen. Rund ein Drittel der ehemaligen Pächter hätten kein Interesse mehr; unter anderem aus Altersgründen. Wann die neuen Pächter ihre Parzellen in Besitz nehmen können, dazu kann Hattemer derzeit noch nichts sagen. Das hänge vor allem vom Fortschritt des Bebauungsplanverfahrens ab.

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