Idylle am Stadtrand: Nachdem für die Penzberger Kleingartenanlage „Breitfilz“ seit drei Jahren ein Nutzungsverbot bestand, dürfen sich die Altpächter auf ihren Parzellen ab sofort wieder ganz offiziell aufhalten.
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Idylle am Stadtrand: Nachdem für die Penzberger Kleingartenanlage „Breitfilz“ seit drei Jahren ein Nutzungsverbot bestand, dürfen sich die Altpächter auf ihren Parzellen ab sofort wieder ganz offiziell aufhalten.

Pächter dürfen wieder offiziell auf Parzellen

„Breitfilz“: Nutzungsverbot ist aufgehoben

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Das Nutzungsverbot für die Kleingartenanlage „Breitfilz“ in Penzberg ist aufgehoben. Ab sofort dürfen sich die Pächter wieder ganz offiziell auf ihren Parzellen aufhalten. Die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Freizeitgärten kommt indes gut voran, wie in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend deutlich wurde. Der Naturschutz bleibt aber ein Knackpunkt.

Penzberg – Das neue Schild, auf dem die ab sofort geltenden Regeln für die Kleingartenanlage niedergeschrieben sind, wollte Stefan Korpan der Öffentlichkeit am Dienstagnachmittag persönlich zeigen. Bei dem Ortstermin am Eingang zur Anlage verkündete der Bürgermeister der Stadt Penzberg den Anwesenden die gute Nachricht: Das seit drei Jahren bestehende Nutzungsverbot für die Schrebergarten-Anlage ist ab sofort aufgehoben.

Nachdem der Bebauungsplan für das Gelände, mit dem die weitere Nutzung des „Breitfilz“ auf rechtlich sicheren Untergrund gestellt werden soll, „auf dem Weg“ sei, so Korpan weiter, habe die Stadt das Landratsamt davon überzeugen können, das Verbot zurückzunehmen. Und das hat die Behörde auch getan, weshalb sogleich die Hinweistafel geändert werden musste, auf der nun nichts mehr von einem Nutzungsverbot zu lesen ist. Stattdessen ist sogar das Grillen wieder gestattet – zumindest eingeschränkt. Nach Rücksprache mit Feuerwehr und Ordnungsamt sei ab sofort die Benutzung eines Gasgrills wieder erlaubt, informierte Korpan. Offenes Feuer bleibe aber verboten.

Löschwassertank soll noch heuer aufgestellt werden

Erfreut reagierte der im November vergangenen Jahres gegründete Verein „Freizeitgärten Breitfilz“ auf diese Nachrichten. Für Vorstandsmitglied Thomas Szenyei sind sie ein Zeichen dafür, „dass es jetzt bergauf geht“. Dass die rund 300 Parzellen nun endlich wieder ganz offiziell von den Altpächtern genutzt werden dürfen, „freut den Verein unheimlich“. Wie Korpan informierte, soll der für den Brandschutz dringend benötigte Löschwassertank noch heuer aufgestellt werden. Der Brandschutz ist, wie berichtet, eine Voraussetzung dafür, dass die Kleingärten in Zukunft wieder legal genutzt werden können.

Von einem Nutzungsverbot ist auf der neuen Tafel nichts mehr zu lesen. Das freut Bürgermeister Stefan Korpan und Thomas Szenyei vom „Breitfilz“-Verein.

Was die ebenfalls notwendigen Rettungswege betrifft, geht Korpan davon aus, dass sie heuer „wahrscheinlich nicht mehr“ angelegt werden. „Wenn es gut geht, im nächsten Frühjahr“, so der Bürgermeister.

Erst nach dem Wegebau werde der geplante Generalpachtvertrag zwischen dem Verein und der Stadt geschlossen. Wie berichtet, möchte die Stadt die Parzellen künftig nicht mehr an einzelne Pächter vergeben. Für den Wegebau und den Löschwassertank ist laut Korpan in der aktuellen Planung eine Summe von insgesamt rund 650 000 Euro angesetzt.

Behörde fordert strengen Schutz für Tiere im „Breitfilz“

Dass es für eine künftige unbeschwerte Nutzung der Anlage noch Abstimmungen mit dem Naturschutz bedarf, zeigte sich in der abendlichen Bauausschuss-Sitzung, in der die bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan-Entwurf abgewogen wurden. Massiven Gegenwind für den Plan gab es dabei nicht. Wie der stellvertretende Bauamtsleiter Günter Fuchs sagte, kommt die wesentlichste Stellungnahme vom Sachgebiet Naturschutz im Landratsamt. Die Behörde fordert einen strengen Schutz sowie Ausweichquartiere für bedrohte Tierarten, die im „Breitfilz“ leben.

Um Konflikte mit dem Naturschutz zu vermeiden, sei Anfang Juli ein gemeinsamer Ortstermin geplant, bei dem das weitere Vorgehen abgestimmt werden soll, so Fuchs. Dabei soll es auch um mögliche Ausgleichsflächen für den Wegebau gehen.

Im Zuge dieser Gespräche, so hatte Bürgermeister Korpan schon beim nachmittäglichen Ortstermin am „Breitfilz“ informiert, könne es sein, dass sich an Zahl und Größe der Parzellen noch etwas ändere. Habe man sich mit den Naturschützern verständigt, könne die förmliche öffentliche Auslegung des Plans zügig durchgeführt werden, vermutet Fuchs. Einstimmig sprachen sich die Bauausschussmitglieder für diese erneute Auslegung aus. Laut Fuchs könnte dann möglicherweise noch im Herbst der Satzungsbeschluss gefasst werden.

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