Endlich wieder ganz offiziell: Gemüseanbau im Breitfilz-Kleingarten.
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Endlich wieder ganz offiziell: Gemüseanbau im Breitfilz-Kleingarten.

Freizeitgarten-Anlage in Penzberg

Breitfilz: Vorvertrag ist unterzeichnet - was Kleingärtner zu ihren neuen Freiheiten sagen

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Viele Monate galt für die Kleingartenanlage „Breitfilz“ in Penzberg ein Nutzungsverbot. Seit kurzem dürfen sich die Altpächter wieder ganz offiziell auf ihren Parzellen aufhalten. Und es gibt weitere gute Nachrichten: „Breitfilz“-Verein und Stadt haben gerade einen Vorvertrag unterzeichnet – ein wichtiger Schritt hin zu geregelten Verhältnissen.

Penzberg – Agnes Fürst genießt es: Endlich kann sie wieder nach Herzenslust in der Erde graben. Das erste, erzählt die Penzbergerin, was sie gemacht habe, nachdem die Stadt Mitte Juni das Nutzungsverbot aufgehoben hatte, war Blumen und Gemüse in ihre Beete und Hochbeete zu pflanzen. „Das Gärtnern ist jetzt wieder schön“, sagt Fürst. Denn jetzt könne sie sich wieder täglich auf der Parzelle, die ihr Sohn gepachtet hat, aufhalten. Auch ihre Enkelin komme oft zum Spielen vorbei.

Dass wieder reges Treiben herrscht in den Kleingärten freut auch Paul Hattemer. Der Vorsitzende des „Breitfilz“-Vereins hat für alle Liebhaber der Anlage „riesige Neuigkeiten“: Gerade hätten er und Bürgermeister Stefan Korpan als Vertreter von Verein und Stadt einen Vorvertrag unterschreiben. Denn wie berichtet möchte die Stadt – anders als bisher – die Parzellen nicht mehr an einzelne Pächter vergeben. Diese Aufgabe soll künftig der Verein übernehmen. Der Vorvertrag sei wichtig, so Hattemer, weil es bis zur Unterzeichnung eines endgültigen Generalpachtvertrags wegen des laufenden Bebauungsplanverfahrens länger dauern werde als gedacht. Nachdem der Bauausschuss die bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan-Entwurf für das fast 15 Hektar große Areal abgewogen hatte, folgte der Stadtrat in der jüngsten Sitzung der Empfehlung des Bauausschusses. Er billigte den Entwurf bei einer Gegenstimme von John-Christian Eilert (Grüne). Nun wird der Entwurf erneut öffentlich ausgelegt.

Vorvertrag ermöglich es dem Verein, Einzelpachtverträge abzuschließen

Für Hattemer ist der nun geschlossene Vorvertrag, der bis zum 31. Dezember 2022 gültig sei – „außer der Generalpachtvertrag wird früher unterzeichnet“ – ein großer Schritt zu einem geregelten Betrieb der Freizeitgartenanlage. „Der wichtigste Teil darin besagt, dass der Verein jetzt Einzelpachtverträge schließen kann“, freut er sich. Außerdem könne der Verein nun endlich damit beginnen, Mitglieder zu werben. Als nächstes werde man die bereits eingegangenen Voranmeldungen für eine Vereinsmitgliedschaft abarbeiten. So genannte Altpächter, also die, die bereits vor dem Nutzungsverbot Parzellen gepachtet hatten, sollen ihre Flächen behalten können. Voraussetzung sei aber, so Hattemer, dass sie dem Verein beitreten. Die verbleibenden freien Parzellen sollen an neue Pächter – überwiegend aus Penzberg, aber auch dem angrenzenden Umland – vergeben werden. „Der Verein ist jetzt also zuständig, was in Zukunft passiert“, bringt Hattemer die Konsequenz aus dem Vorvertrag auf den Punkt.

Betrieb von Holzöfen ist vorerst noch nicht erlaubt

Einer dieser Altpächter ist Emin Yerli. Seit etwa 30 Jahren, erzählt der Penzberger, habe er eine Parzelle im „Breitfilz“ gepachtet. Dass er in den vergangenen Monaten nicht grillen durfte, sagt er, das habe ihm am meisten gefehlt. Offenes Feuer zu machen, das sei im „Breitfilz“ zwar weiterhin verboten, so Hattemer. Aber mit Gas dürfe wieder gegrillt werden. Yerli hat sich deshalb gerade extra einen Gasgrill angeschafft.

Zu schaffen mache ihm aber die Tatsache, dass er seinen Holzofen, mit dem er in seiner Gartenlaube koche und heize, aus Brandschutzgründen immer noch nicht benutzen darf – trotz eines 1000 Euro teuren Kaminrohrs, das er eigens an der Außenwand seiner Laube hatte anbringen lassen.

Doch auch hier kommt Bewegung in die Sache: Wie Hattemer mitteilt, können Pächter ihre Holzöfen bereits jetzt vom Kaminkehrer abnehmen lassen. Wenn dann die erforderlichen Rettungswege und die Löschwasserbevorratung gebaut seien – Hattemer rechnet mit beidem bis Frühjahr 2022 – könnten die Öfen sofort in Betrieb genommen werden.

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