Das Buchheim-Museum
+
Das Buchheim-Museum in Bernried wird ab morgigem Dienstag, 9. März, öffnen. Für einen sorgenfreien Kunstgenuss soll das hauseigene Hygienekonzept sorgen. Es gelten Abstandsregeln, FFP2-Maskenpflicht, eine Einbahnregelung, eine Besucherzahlbegrenzung von 150 sowie eine Aufenthaltsdauer von maximal zwei Stunden.

Vorsichtiger Start aus dem Lockdown im Landkreis Weilheim-Schongau

Die Büchereien sind euphorisch, die Museen skeptisch, die Gastronomie wartet ab

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
    schließen
  • Jörg von Rohland
    Jörg von Rohland
    schließen

Heute sollen die Lockerungen endlich in Kraft treten. Doch nicht nur die Buchhandlungen und der Einzelhandel dürfen unter Auflagen wieder öffnen, auch die Büchereien und die Museen stehen für ihre Besucher wieder bereit. Und ganz zaghaft können sich auch die Gastronomen vorbereiten. Die Heimatzeitung hat sich umgehört.

Landkreis – Alles steht und fällt mit dem Inzidenzwert. In den vergangenen Wochen lag er stabil unter 50, seit Freitag leicht darüber. Sollte er nicht bis auf über 100 klettern, können die derzeitigen Lockerungen beibehalten werden. Sinkt er nachhaltig unter 50, fällt unter anderem die Terminvereinbarung weg. Doch wie sieht es in den einzelnen Branchen und Einrichtungen genau aus?

Die Büchereien

In der Stadtbücherei in Penzberg ist die Freude groß, dass es diese Woche endlich wieder losgeht. Zwar war der Kontakt zu den Lesern dank Abhol- und Lieferservice nie wirklich abgebrochen, „aber selber im Angebot zu stöbern, das hat eine ganz andere Qualität“, weiß Büchereileiterin Katrin Fügener. „Wir freuen uns total, den Leuten ein Teil Lebensfreude wiedergeben zu dürfen.“ Das Hygiene-Konzept für die Wiedereröffnung haben Fügener und ihr Team schon vor drei Wochen aufgestellt. Von dem des vergangenen Jahres unterscheidet es sich nur insofern, dass jetzt FFP2-Masken Pflicht sind, berichtet Fügener. Genug Platz ist in den Räumen an der Karlstraße allemal. Zehn Quadratmeter pro Kunden können locker eingehalten werden. Theoretisch könnten 50 rein, „aber so viele haben wir sowieso nicht.“ Deshalb hat die Bücherei auch kein Problem damit, wenn ab kommender Woche pro Kunden 40 Quadratmeter ausgewiesen werden müssen. „Dann können immer noch 15 gleichzeitig rein“, meint Fügener. Die Anmeldungen „können wir spontan regeln“.

Auch die Peißenberger Bücherei öffnet wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten. Leiter Armin Groß wartete am Freitag noch auf die genauen Vorgaben des Landratsamtes, ging aber davon aus, dass er die Besucher nur nach vorheriger Anmeldung hineinlassen darf. Maximal fünf Kunden dürften dann gleichzeitig in die 200 Quadratmeter großen Räume, natürlich nur mit FFP2-Maske. Jeder haben einen „Slot“ von 15 Minuten, erklärt Groß das Prozedere. Auch er freut sich mit seinen Gästen, dass sie endlich wieder vor Ort im Angebot stöbern können. Auch wenn die Bücherei noch kein Ort sein werde, „wo man sich aufhält und Zeit verbringt“. Sich einen Kaffee nehmen, im Internet zu surfen oder den Kopierer zu nutzen, sei leider noch nicht möglich, bedauert der Büchereichef.

Die Museen

Nachdem nun auch die Museen ab heute wieder öffnen dürfen, haben sich auch die ersten Häuser im Landkreis Gedanken darüber gemacht, wie sie ihren Besuchern zumindest einen eingeschränkten Kunstgenuss wieder ermöglichen können. So wird etwa das Buchheim-Museum in Bernried laut Sprecherin Sabine Bergmann bereits ab morgigem Dienstag, 9. März, öffnen. Für einen sorgenfreien Kunstgenuss soll das hauseigene Hygienekonzept sorgen. Es gelten Abstandsregeln, FFP2-Maskenpflicht, eine Einbahnregelung, eine Besucherzahlbegrenzung von 150 sowie eine Aufenthaltsdauer von maximal zwei Stunden, so Bergmann. Solang die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis zwischen 50 und 100 liegt, könne man Besucher aber nur einlassen, wenn sie ein Online-Ticket gebucht haben. Und auch wenn der Inzidenzwert unter 50 sinke, bitte man um eine Online-Buchung. „Andernfalls können wir wegen der Begrenzung der Besucherzahl nicht gewährleisten, dass wir Sie einlassen können“, so Bergmann.

Im Penzberger Campendonk-Museum möchte man dagegen noch nicht öffnen. „Wir brauchen zunächst klare Vorgaben, wie viele Personen auf wie viele Quadratmeter eingelassen werden dürfen“, sagt Museums-Leiterin Freia Oliv und verweist auf die oftmals sehr kleinen Räume im Penzberger Museum. Sie hofft, dass diese konkreten Vorgaben in Kürze gemacht werden. Dann plant sie eine Öffnung ihres Hauses ab dem 16. März. Wie dann bei einer Inzidenz über 50 die Anmeldung geregelt werde, stehe noch nicht fest, so Oliv. Vermutlich werden sich Besucher aber telefonisch anmelden können, denn, so Oliv: „Nicht alle haben einen Online-Zugang.“

Die Gastronomie

Für die Wirtsleute sind die Öffnungsperspektiven bekanntlich noch sehr vage. Dass am 22. März tatsächlich die Außengastronomie wieder loslegen kann, daran möchte Helmut Hedderich noch nicht so recht glauben. „Schönes Wetter und eine Inzidenz unter 50“ wären nach Meinung der Chefs des Peitinger Landgasthofs Lamprecht sehr wichtige Voraussetzungen. Nach beidem sehe es derzeit aber nicht aus, meint Hedderich, der Schnee zu Ostern fürchtet und dazu wieder steigende Coronazahlen. Auch wie die tagesaktuellen Schnelltests vonstatten gehen sollen, die bei einer Inzidenz von über 50 für Gaststättenbesucher vorgeschrieben werden sollen, ist dem Wirt noch schleierhaft. „Muss der Kunde den Test mitbringen oder müssen wir ihn stellen?“, fragt sich Hedderich, der jetzt erstmal die nächsten zwei bis vier Wochen abwarten möchte, was passiert. „Wir sind nach wie vor von der Politik hilflos gestellt“, klagt der Peitinger.

Ich weiß nicht, wer sich für einen Cappuccino einen Schnelltest kauft

Michael Fischer, Wirt des  Terrassen-Café-Restaurants „Bayerischer Rigi“

Auf dem Hohen Peißenberg fragt sich derweil auch Michael Fischer, wie die Gastronomie mit einer Inzidenz über 50 funktionieren soll. „Ich weiß nicht, wer sich für einen Cappuccino einen Schnelltest kauft“, gibt der Chef des Terrassen-Café-Restaurants „Bayerischer Rigi“ zu bedenken. Er bezweifelt, dass sich das viele Wirte und Gäste antun werden. Dennoch will es Fischer auch dann versuchen. „Und wenn die Inzidenz unter 50 liegt, machen wir auf alle Fälle auf“, versichert er. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Lesen Sie auch:

Ein Landkreis macht sich locker: Wer öffnet am Montag wieder? Und was ist dann erlaubt?

Mehr Aktuelles aus der Region lesen Sie hier.

Auch interessant

Kommentare