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Wahlurne: Die Penzberger SPD wählt heuer ihren Bürgermeisterkandidaten.

Bürgermeisterkandidatur: BfP-Aufruf zum SPD-Eintritt

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Die „Bürger für Penzberg“ (BfP) haben Penzberger dazu aufgerufen, in die SPD einzutreten, um eine erneute Kandidatur von Bürgermeisterin Elke Zehetner zu verhindern und deren Herausforderer Andreas Vetter zu unterstützen. Die SPD-Spitze reagiert verärgert.

Penzberg – Die BfP hatten den Aufruf zum SPD-Eintritt auf ihre Facebook-Seite gestellt, nachdem SPD-Mitglied Andreas Vetter bekannt gegeben hatte, sich in der SPD-Nominierungsversammlung als Herausforderer von Elke Zehetner um die Bürgermeisterkandidatur zu bewerben. Im Wortlaut hieß es auf der BfP-Seite: „Sie möchten die aktuelle 1. Bürgermeisterin nicht mehr im nächsten Jahr aufgestellt haben? Das geht jetzt durch einen weiteren, zweiten Kandidaten sehr einfach, denn rein rechnerisch reichen zwischen 20 und 60 PenzbergerInnen. Dank Onlineformular Mitglied der SPD werden und bei der Bürgermeisterkandidatur gegen ihre Aufstellung stimmen.“ Danach folgte ein Link auf eine SPD-Seite, über die man Online eine Mitgliedschaft beantragen kann. In der nächsten Zeile schrieb die BfP: „Nach der Bürgermeisterkandidatenwahl der Penzberger SPD bieten wir Ihnen ein Kündigungsformular an!“ Und der Zusatz: „Das ist ein Service von Bürger für Penzberg“. Nach kurzer Zeit war der Aufruf auf der Facebook-Seite allerdings wieder gelöscht.

Wenig amüsiert über die Aktion zeigte sich SPD-Chef Bayram Yerli. Er bezeichnete die Einmischung gestern auf Nachfrage als „Dreistigkeit“ und „bodenlose Unverschämtheit“. Es habe nichts mit Wahlkampf zu tun, sagte Yerli, „wenn man mit List eine Kandidatin aushebeln will“. Im Wahlkampf sollte es um alternative Ideen und Konzepte gehen, erklärte er. Andererseits, so Yerli, zeige die Aktion, „dass sie sich vor einer Kandidatur von Elke Zehetner fürchten“. Ihm zufolge soll nun parteiintern über die Vorgehensweise bezüglich des Facebook-Eintrags diskutiert werden.

Vorsichtig drückte sich gestern Andreas Vetter aus. „Ich freue mich über jede ehrliche Unterstützung“, sagte er. Diese habe er auch schon von anderen Parteien und Wählervereinigungen, zum Beispiel von BfP-Stadtratsmitglied Wolfgang Sacher, erfahren. Ausdrücklich erwünscht sei in der SPD jeder, der die SPD-Werte teile, erklärte Vetter. „Ich bin aber kein Fan von Parteienhopping.“ Wenn jemand Mitglied werden wolle, solle er es auch bleiben. Zum Aufruf, ein- und wieder auszutreten, sagte Vetter: „Das ist nicht meine Linie.“

BfP-Vorsitzender Markus Braun gab gestern offen zu, dass die BfP Andreas Vetter als SPD-Bürgermeisterkandidaten bevorzugen würde. Von ihm erwarte man sich ein „Wahl-Duell und keinen Wahl-Kampf“, sagte er. Zu dem Facebook-Eintrag erklärte Braun, dass sich der Autor aus dem vierköpfigen BfP-Facebook-Team von der Juso-Aktion zur SPD-Mitgliederentscheidung über die Große Koalition in Berlin inspirieren ließ. Vor einem Jahr hatten Jusos dazu aufgerufen, in die SPD einzutreten, um bei der Abstimmung eine Mehrheit gegen die GroKo zu bekommen. Der BfP-Facebook-Eintrag wurde laut Braun wieder gelöscht, weil man der SPD angesichts der geringen Menge an nötigen Neumitgliedern „nicht ins Handwerk pfuschen“ wolle.

In der BfP gab es aber auch schon eine andere Idee, Einfluss auf die SPD-Nominierung zu nehmen und eine erneute Aufstellung von Bürgermeisterin Zehetner zu verhindern. Wie Wolfgang Sacher – von dem aktuellen Facebook-Post hat er eigenen Worten nach „nichts mitgekriegt“ – gestern sagte, habe man sich gefragt, ob BfP-Mitglieder in die SPD eintreten könnten. Eine Doppelmitgliedschaft, so Sacher, verbiete aber die Satzung.

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