Für den CSU-Kandidaten Stefan Korpan werben Armin Jabs (BfP; links) und Markus Bocksberger („Penzberg miteinander) gemeinsam mit diesem Foto.

Bürgermeister-Stichwahl in Penzberg

Drei Ex-Kandidaten werben für Korpan (CSU) - doch Grünen-Ortsverband will nicht mitspielen

  • vonWolfgang Schörner
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In einer Stichwahl wird am Sonntag, 29. März, über die künftige Stadtspitze in Penzberg entschieden. Drei Ex-Kandidaten meldeten sich mit einer Wahlempfehlung.

Penzberg – Markus Bocksbergers „Penzberg miteinander“ und die BfP um Armin Jabs haben nun auch offiziell eine Wahlempfehlung für Bürgermeisterkandidat Stefan Korpan (CSU) ausgesprochen. Schon kurz nach der Wahl vergangenen Sonntag hatten die beiden unterlegenen Kandidaten Bocksberger und Jabs keinen Hehl aus ihrem Favoriten gemacht. Die Penzberger Grünen wollten dagegen ihrer Ex-Kandidatin Kerstin Engel nicht folgen: Der Grünen-Ortsverband gibt keine Wahlempfehlung ab. Auch die FLP verhält sich neutral, wie es auf Anfrage hieß.

Stichwahl zwischen Elke Zehetner (SPD) und Stefan Korpan (CSU)

In einer Woche fällt die Entscheidung über die künftige Stadtspitze in Penzberg. In der Stichwahl stehen sich Amtsinhaberin Elke Zehetner (SPD) und CSU-Herausforderer Korpan gegenüber. Zehetner hatte beim ersten Durchgang 27,5 Prozent, Korpan 24,3 Prozent erhalten.

Wahlempfehlung von „Penzberg miteinander“ und BfP

In der gemeinsamen Wahlempfehlung erklärte Markus Bocksberger, dass die Wähler „sich offenkundig für einen Politikwechsel entschieden“ hätten. „Auf Grund des Führungsstils der letzten sechs Jahre gehen wir davon aus, dass ein solcher Änderungsprozess auch im Hinblick auf die Ziele von Penzberg miteinander am besten durch einen Wechsel an der Stadtspitze realisiert werden kann“, schreibt er.

In derselben Erklärung teilt Armin Jabs mit: „Die Bürger für Penzberg wollen, dass vertrauensvollere und transparentere Politik ins Rathaus einzieht.“ Dies, heißt es weiter, werde nur durch einen Wechsel an der Rathausspitze möglich. „Daher unterstützen wir Stefan Korpan in der Stichwahl“, so Jabs.

Grünen-Ortsverband schließt sich Engel nicht an

Anders verhält es sich bei den Penzberger Grünen. Dort hatte Ex-Kandidatin Kerstin Engel immer deutlich gemacht, dass sie klar gegen Zehetner ist. Eine Empfehlung für die CSU wollte der Grünen-Ortsverband jedoch nicht mittragen – es gab Widerstand. In dem gemeinsamen Schreiben von Kerstin Engel mit Jabs und Bocksberger heißt es denn auch, dass sich der Ortsverband der Grünen neutral verhalte. Engel erklärte dazu auf Nachfrage, dass der Ortsverband beschlossen habe, neutral zu bleiben, „weil grüne Wähler zurückhaltend sind gegenüber einer Kooperation mit der CSU“.

Engel selbst stellte jedoch klar, sie „unterstütze Korpan deutlich“. In der Mitteilung schreibt sie dazu: „Wir brauchen einen Bürgermeister, der verbindet und nicht spaltet, wenn der neue Stadtrat konstruktiv zusammenarbeiten soll.“ Zudem, so Engel, „besteht die Gefahr, dass es zu einer Kündigungswelle in der Verwaltung kommt und wir weitere gute Mitarbeiter verlieren, sollte dieser Führungsstil im Rathaus so weitergeführt werden.“

FLP: „Es bleibt jedem selbst überlassen“

Stefan Kühberger, unterlegener FLP-Kandidat, erklärte auf Nachfrage, dass die FLP keine Wahlempfehlung abgebe. „Wir verhalten uns neutral“, sagte er. „Es bleibt jedem selbst überlassen, wen er wählen will.“

Wahlempfehlung: Reaktionen bei CSU und SPD

Zur gemeinsamen Wahlempfehlung von Bocksberger, Jabs und Engel sagte CSU-Kandidat Korpan: „Es freut mich natürlich, dass sie dies in dieser Form machen.“ Man habe sich schon im Wahlkampf gut verstanden. Es zeige auch, dass in Penzberg ein Wechselwille vorhanden sei. „Das hat, bis auf die SPD, jeder erkannt“, so Korpan.

Anders sieht man das bei der SPD. „Ich hoffe, dass jeder Wähler kurz innehält, welche zwei Kandidaten zur Wahl stehen“, sagte Amtsinhaberin Zehetner. Es sei „eine Persönlichkeitswahl und keine Protestwahl“. In einem Schreiben äußerte sich am Freitag zudem SPD-Chef Bayram Yerli. Er erklärte, dass man „in dieser schwierigen Zeit“, der Corona-Krise, „im höchsten Amt in unserer Stadt eine erfahrene Person“ brauche, „die mit den Abläufen vertraut ist, um schnell und angemessen reagieren zu können“. Deutlicher wurde SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber diese Woche. Er glaube nicht, sagte er, „dass Stefan Korpan in einem Krisenszenario wie jetzt schon ein Krisenmanager ist“.

Lesen Sie auch: So ging die Stadtratswahl 2020 in Penzberg aus

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