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Penzberg kann - nicht zuletzt Dank des Roche-Werks - eine immense Wirtschaftskraft vorweisen. Nun geht es darum, wer in den kommenden Jahren die Geschicke der Stadt leitet. 

Die Kandidaten in der Übersicht

Kommunalwahl 2020: Sechs Bewerber wollen ins Bürgermeisterbüro in Penzberg einziehen

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  • Wolfgang Schörner
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Die Bürgermeisterwahl 2014 war eine klare Sache: Bereits im ersten Wahlgang machte Elke Zehetner (SPD) alles klar. Doch dieses Mal muss sie sich gleich gegen fünf Gegenkandidaten behaupten.

Penzberg - Den Wahlsonntag im März 2014 wird Elke Zehetner (SPD) in guter Erinnerung behalten. Seelisch und moralisch hatte sie sich auf eine Stichwahl vorbereitet. Doch dann gaben ihr53,78 Prozent der Wähler bereits im ersten Durchgang ihre Stimme. Auf Anhieb wurde sie Nachfolgerin von Amtsinhaber Hans Mummert, der aus Altersgründen nicht mehr angetreten war.

Nun liegt die erste Amtszeit als Penzberger Bürgermeisterin hinter ihr und sie muss sich erneut dem Wählervotum stellen. Dabei legte Zehetner einen klassischen Fehlstart hin. Auf den ersten Blick schien es noch alles wunschgemäß zu laufen.  Die nach wie vor parteilose Amtsinhaberin setzte sich Anfang Mai mit 53 von 69 Stimmen gegen Herausforderer Andreas Vetter durch.

Bürgermeisterwahl in Penzberg: SPD-interner Streit in der Vergangenheit

Doch dann begann die Demontage. Zehetners Gegner hatten festgestellt, dass in der Satzung der Penzberger SPD ein Passus fehl, der erlaubt, dass auch parteilose Bewerber aufgestellt worden seien. 2013, als Zehetner erstmals nominiert worden war, hatte das niemanden gestört, nun aber kassierte der SPD-Ortsverein das Ergebnis der Aufstellungskonferenz sicherheitshalber noch einmal ein. Das Wahlergebnis wurde für nichtig erklärt. Das nutzten wiederum ihre Gegner, um die Frage aufzuwerfen, ob Zehetner überhaupt das Amt der Bürgermeisterin ausüben dürfe, wenn ihre Nominierung 2013 offenkundig fehlerhaft war. Das Landratsamt prüfte und kam zu einem eindeutigen Ergebnis: „Auswirkungen auf die Gültigkeit der Bürgermeisterwahl 2014 in Penzberg liegen nach unserer Auffassung nicht vor.“

Zehetner trat nun nach jahrelangem Zaudern doch der SPD bei, die zweite Aufstellungsversammlung Ende Mai war dann mehr eine Formsache. In geheimer Wahl wählten die Genossen Zehetner mit 82 Prozent zu ihrer Kandidatin für die bevorstehende Bürgermeisterwahl. Dennoch beherrschte SPD-interne Streit über Wochen die Schlagzeilen und sorgte dafür, dass die Gegenkandidaten der Bürgermeisterin Morgenluft wittern.

Bürgermeisterwahl Penzberg 2020: Stefan Korpan (CSU)

Auch der CSU-Bewerber Stefan Korpan musste sich bei seiner Aufstellungsversammlung gegen einen parteiinternen Gegenkandidaten durchsetzen. Am Ende gewann er das Duellaber deutlich gegen Michael Schmatz. Korpan bekam 24 Stimmen, Schmatz nur zwei.

Wieso die Wahl auf ihn fiel, könne auch daran liegen, dass viele Mitglieder im CSU-Ortsverband einen jüngeren Kandidaten wollten und er ein gebürtiger Penzberger sei, mutmaßte Korpan direkt nach der Entscheidung. Der 35-Jährige ist verheiratet, hat zwei Töchter und wird in Kürze zum dritten Mal Vater.

Er ist ausgebildeter Zimmerer und hat ein Semester Architektur studiert, bevor er vor zwölf Jahren zur Polizei ging. Heute ist Korpan Polizeihauptmeister und arbeitet in der Penzberger Inspektion, wo er auch Jugendkontaktbeamter ist. Bekannt ist der Hobbybrauer ebenso als Fußballtrainer der ersten ESV-Mannschaft.

Bürgermeisterwahl Penzberg 2020: Markus Bocksberger (Penzberg miteinander)

Im Gegensatz zu Elke Zehetner kann Markus Bocksberger (Penzberg miteinander) darauf verweisen, dass sämtliche Anwesenden bei der Aufstellungsversammlung für seine Kandidatur gestimmt haben. Er stehe für eine „ehrliche, vorausschauende und zuverlässige Politik“, bei der die Bürger einbezogen werden, er wolle „Gräben zuschütten“ und „Brücken bauen“, sagte der gelernte Augenoptikermeister, der das Café Extra auf Gut Hub betreibt, in seiner Vorstellung bei der Aufstellungsversammlung.

Er wolle eine sozialere, umweltbewusstere und wirtschaftsfreundlichere Politik. Der Penzberger war 2014 über die SPD-Liste in den Stadtrat gewählt worden, dem er heute als Fraktionsloser angehört.

Bürgermeisterwahl Penzberg 2020: Kerstin Engel (Grüne)

Die Grünen sind bundesweit im Aufwind - keine Frage, dass sie auch eine Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl 2020 ins Rennen schicken. Kerstin Engel war bereits 2014 als Kandidatin gehandelt worden, trat aber nicht an. Nun ist sie im März 2020 Herausforderin von Amtsinhaberin Elke Zehetner (SPD). Kerstin Engel (50), die seit 20 Jahren in Penzberg lebt, ist Diplom-Biologin und arbeitet seit 2008 bei Roche. Dem Penzberger Stadtrat gehört sie seit 2008 an. Sie ist Vorsitzende der Grünen-Fraktion. In der geheimen Wahl setzte sich Engel am Ende recht knapp mit 12:10 Stimmen gegen Katharina von Platen (39) durch.

Als Ziele nannte Engel unter anderem ein Stadtentwicklungskonzept, kombiniert mit einer Sozialplanung für Kitas, Schulen, Sportstätten und Senioreneinrichtungen, bezahlbaren Wohnraum, eine Aufwertung innerstädtischen Grüns, mehr Bäume für Artenschutz und Stadtklima, weniger Versiegelung, ein Verkehrskonzept mit modernem Radwegenetz und ein vorausschauendes Kinderbetreuungskonzept.

Bürgermeisterwahl Penzberg 2020: Michael Kühberger (Freie Lokalpolitik Penzberg)

Die Freie Lokalpolitik Penzberg (FLP) schickt Michael Kühberger bei der Kommunalwahl 2020 ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters in Penzberg. „In der Stadt ist vieles im Argen“, befand Kühberger in seiner Vorstellungsrede bei der Aufstellungsversammlung. Kühberger ist Mitglied des Stadtrats. Als Bürgermeister wolle er sich sowohl für die älteren Mitbürger einsetzen, als auch Aufenthaltsräume für die Jugend schaffen. 

Er möchte auf der Berghalde ein vielfältiges Freizeitgelände errichten, „damit unsere Penzberger eine Heimat in Penzberg haben“, und mehr günstigen Wohnraum schaffen. Er betonte, wie wichtig ihm der Kauf des HAP-Geländes sei, um eine Fläche für örtliche Betriebe und Gewerbetreibende zu schaffen.

Bürgermeisterwahl Penzberg 2020: Armin Jabs (Bürger für Penzberg)

Als fünfter Herausforderer steht Armin Jabs in den Startblöcken für das Rennen um das Bürgermeisteramt. Die „Bürger für Penzberg“ (BfP)  nominierten den 53-jährigen Fraktionsvorsitzenden, der seit Anfang 2019 dem Stadtrat angehört. Das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen, sei sicherlich eine Herausforderung, sagte der Diplom-Betriebswirt bei der Aufstellungsversammlung. „Ich sehe mich aber dafür gut gerüstet.“  set/fn/wos

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