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Auf dem Fernsehsofa: Jubel bei Stefan Korpan (2.v.r.) und der CSU.

Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterwahl 2020 in Penzberg: Stichwahl zwischen Zehetner (SPD) und Korpan (CSU)

  • vonWolfgang Schörner
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In Penzberg kommt es zu einer Stichwahl zwischen der amtierenden Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) und Stefan Korpan (CSU). Der ebenfalls hoch gehandelte Markus Bocksberger (Penzberg miteinander) schaffte es nur auf Platz drei im Rennen um das Rathaus. Kerstin Engel (Grüne) konnte die bundesweit grüne Welle nicht in Stimmen ummünzen.

Penzberg – Ergebnisse aus den ersten Wahllokalen trafen am Sonntagabend bereits eine halbe Stunde nach 18 Uhr ein. Von vornherein zeichnete sich ein Dreier-Rennen bei der Penzberger Bürgermeisterwahl ab: Amtsinhaberin Elke Zehetner (SPD) knapp vor Stefan Korpan (CSU) und Markus Bocksberger (Penzberg miteinander). Bis die Stimmzettel in allen Wahllokalen ausgezählt waren, änderte sich bei dem Trio nur noch etwas im Ein-Prozent-Bereich. Die Reihenfolge blieb bis zum Ende.

Bürgermeisterin Zehetner: „Ich bin zufrieden“

„Ich bin zufrieden“, erklärte Bürgermeisterin Zehetner angesichts ihres Abschneidens mit 27,5 Prozent. Die anderen Parteien hätten gute Kandidaten aufgestellt und einen guten Wahlkampf gemacht, sagte sie. Sie hätte gedacht, dass die Grünen-Kandidatin ein besseres und die CSU ein weniger starkes Ergebnis schafft, so Zehetner. Letztlich sah sie sich aber in ihrer Prognose von der Merkur-Podiumsdiskussion bestätigt: Stichwahl mit Stefan Korpan. Und wie schätzt sie ihre Chancen ein? „Heute bin ich Siegerin, in zwei Wochen möchte ich wieder Bürgermeisterin werden.“

Herausforderer Stefan Korpan: „Ich bin überwältigt“

Jubel herrschte bei der CSU. „Ich bin überwältigt“, sagte Stefan Korpan in einer ersten Reaktion. Die CSU sei in Penzberg noch nie eine Stichwahl gekommen, freute sich der Bürgermeisterkandidat. Tatsächlich ist eine Stichwahl für Penzberg eine komplette Neuigkeit. Wie er seine Chancen einschätzt? „Man muss abwarten. Man merkt, dass Wechselstimmung herrscht. Alles ist möglich“, so Korpans Antwort. Mit seinen 24,3 Prozent lag er übrigens nur 1,2 Prozent unter Richard Kreuzers (CSU) Ergebnis von 2014 – und er hatte nur zwei Konkurrenten. Zehetner schaffte damals den direkten Einzug ins Rathaus.

Enttäuschung bei „Penzberg miteinander“ und Grünen

Als „enttäuschend“ wertete Markus Bocksberger seinen dritten Platz mit 22,8 Prozent. Andererseits sei es nur um wenige Stimmen Unterschied zur CSU gegangen. „Penzberg miteinander“ habe viel erreicht in einem halben Jahr, „was uns keiner zugetraut hat“, habe einen guten Wahlkampf gemacht und könne stolz darauf sein, sagte er. Nächstes Mal, orakelte Bocksberger, werde man es wieder probieren.

Bürgermeisterin Elke Zehetner verfolgt das Eintreffen der Ergebnisse aus den ersten Wahllokalen im Rathaus.

Nicht zufrieden konnte Kerstin Engel (Grüne) mit ihren 12 Prozent sein. „Ich hätte mir mehr gewünscht, aber bei sechs Kandidaten sind die Kuchenstücke nicht so groß.“ Womöglich lag es ihr zufolge auch daran, dass jene, die mit dem Führungsstil im Rathaus unzufrieden sind, „vielleicht Hemmungen hatten, wieder eine Frau zu wählen“. Zufrieden sei sie aber, so Engel, dass es zu einer Stichwahl kommt. „Ich persönlich wünsche mir in jedem Fall einen Wechsel im Rathaus.“ Positiv wertete sie auch, dass sie als grüne Bürgermeisterkandidatin bei der U-18-Wahl in Penzberg vorne lag: „Das sind die Wähler der Zukunft.“

Kandidaten von BfP und FLP zum Abschneiden

„Schade, ich hätte gern ein zweistelliges Ergebnis gehabt“, sagte BfP-Kandidat Armin Jabs über seine 9,7 Prozent. Er sei aber nahe am Ergebnis der Grünen. „Wenn man realistisch ist, war es ein guter Erfolg. Wir sind zufrieden“, sagte Jabs.

Alles andere als Zufriedenheit herrschte bei der FLP und Bürgermeisterkandidat Michael Kühberger angesichts von 3,7 Prozent. „Sehr enttäuschend“, sagte Kühberger in einer ersten Reaktion. Er habe sich mehr erwartet. Als kleine Gruppe habe man aber nicht die Möglichkeiten wie eine CSU, mit Stefan Korpan aus dem Stand 24,3 Prozent zu schaffen.

Lesen Sie auch: Penzberger Derbleckn in Corona-Zeiten: „Majestix“ und das Geisterspiel

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