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Voll war der Saal bei der Bürgerversammlung in Penzberg.

Harte Kritik der Schrebengarten-Pächter

  • vonWolfgang Schörner
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Harte Kritik übten bei der Bürgerversammlung in Penzberg Kleingarten-Pächter aus dem Breitfilz an der Stadt. Sie warfen dem Penzberger Rathaus vor, kein Interesse an ihren Sorgen zu haben und sie vor die Gartentür setzen zu wollen.

Penzberg - Für Ärger sorgt die neue Gartenordnung der Stadt und die damit einhergehende Kündigung der alten Pachtverträge zum Jahresende. Die Rechtmäßigkeit der Kündigungsfrist wird, wie berichtet, angezweifelt. Walter Höck, Pächter im Breitfilz, sagte in der Bürgerversammlung, nach der Infoveranstaltung im Juli hätten viele Pächter das schlechte Gefühl gehabt, die Stadt habe kein Interesse an ihren Sorgen. Dann habe sich herausgestellt, dass „das Regelwerk auf über zehn Seiten bis ins kleinste Detail kein Verbot auslässt“. Es gehe nicht um eine Neuordnung und den Brandschutz, so sein Gefühl, sondern darum, die Pächter zur Aufgabe ihres Pachtvertrags zu bewegen. Walter Höck kritisierte sowohl die fehlende Möglichkeit, vorher mitzureden, als auch die Fristsetzung. Er stellte den Antrag, dass der Stadtrat die Kündigungsfrist und die Gartenordnung auf ihre Rechtmäßigkeit prüft.

Er sei geschockt gewesen, als das Schreiben der Stadt kam, sagte Martin Kanitz, ebenfalls Pächter im Breitfilz. Das war wie „Friss Vogel oder stirb“. Er fragte, wieso plötzlich sein Walnussbaum nicht mehr gestattet sei und wieso sein Aggregat, mit dem er Rasenmäher und Pumpe betreibt, nun brandgefährlich sei. „Es ist doch ein kleiner Tank von zehn Litern, den ich im Kofferraum habe und immer in den Garten mitnehme.“

Er habe das Gefühl, sagte Konrad Kürzinger, die Stadt wolle aus den Schrebergärten Geld herauspressen. Seit 2009 sei die Pacht um 900 Prozent gestiegen, so sein Vorwurf. Martin Kanitz sagte auch, im städtischen Schreiben habe es geheißen, von einem persönlichen Besuch im Rathaus solle abgesehen werden. Was die zuständige Mitarbeiterin Angelika Rihm zurückwies. Sie habe gebeten, vorher einen Termin auszumachen. „Wenn 300 Leute ohne Termin kommen, haben wir ein Problem“, sagte sie.

Bürgermeisterin Elke Zehetner verteidigte die neue Gartenordnung und die Fristsetzung. 276 von 290 Pächtern hätten sich gemeldet, die weitermachen wollen. Sie stellte zugleich das Breitfilz-Areal als keine Kleingartenanlage nach dem Bundeskleingartengesetz dar. Dafür seien gemeinsame Wege, Spielflächen und Anlagen wie ein Vereinshaus nötig. Zehetner bot den Pächtern an, sich im Rathaus die Rechtslage erklären zu lassen. „Wir wollen sie nicht verärgern, aber es gibt Regeln, die zu beachten sind“, sagte sie. Zur Kritik Kürzingers erklärte sie, die Stadt schaue bei den Parzellen nicht aufs Geld. Man verlange einen Quadratmeterpreis von 40 Cent im Jahr, so Zehetner.

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