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Blumenwiese statt Glyphosat. Der Bauhof benutzt das Pestizid nicht.

Bund Naturschutz fordert politisches Zeichen: Penzberg ohne Glyphosat

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Der Bund Naturschutz fordert die Stadt Penzberg auf, sich zur „glyphosatfreien Kommune“ zu erklären. Womit man dort offene Türen einrennt.

Penzberg - Der Penzberger Bund Naturschutz hat die Stadt Penzberg in einer Erklärung aufgefordert, sich zur „glyphosatfreien Kommune“ zu erklären und auf ihren Flächen ausdrücklich sowohl auf Glyphosat als auch auf andere Pflanzen- und Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten. Im Rathaus läuft er damit offene Türen ein. Wie der Leiter des städtischen Bauhofs, Christian Eberl, auf Nachfrage sagte, werde auf den eigenen Flächen kein Glyphosat verwendet.

Der örtliche Bund Naturschutz hat einen Antrag mit mehreren Punkten an das Rathaus geschickt. So soll der Stadtrat beschließen, auf allen kommunalen Flächen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat einzusetzen. Gelten soll das auch für Firmen mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung. Ebenso fordern die Naturschützer, dass die Stadt den Pestizideinsatz auch privaten Dienstleistern untersagt, die im städtischen Auftrag öffentliche Flächen pflegen. Auch Pachtverträge für kommunale Flächen, so eine weitere Forderung, sollen einen entsprechenden Passus erhalten. Der letzte Wunsch: Die Stadt soll an alle Grundstückeigentümer in Penzberg appellieren, ebenfalls auf Pestizide zu verzichten.

Laut Bauhofleiter Christian Eberl ist der Einsatz von Glyphosat auf eigenen Flächen bereits strikt ausgeschlossen. Das gilt ihm zufolge für Grün- und Sportanlagen wie für Spielplätze und Straßenränder. Unkraut, so Eberl, werde mit verschiedenen Methoden beseitigt, zum Beispiel mit dem Unkrautbesen, dem Freischneider oder Heißwasser. Bürgermeisterin Elke Zehetner äußerte sich positiv zum Vorstoß des Bund Naturschutz, sich zur „glyphosatfreien Kommune“ zu erklären. Sie sagte, den Antrag in der Februar-Sitzung dem Stadtrat vorlegen zu wollen. Zehetner vermutet, dass in alten Pachtverträgen noch kein entsprechender Passus eingefügt ist. Bestätigt sich dies, könnte man ein Verbot aufnehmen.

Einen solchen Beschluss haben im Landkreis schon Peißenberg und Wessobrunn gefällt. Laut Bund Naturschutz sollte auch Penzberg ein „politisches Zeichen für ein baldiges Ende des Einsatzes von Pestiziden, die die menschliche Gesundheit und die Artenvielfalt gefährden“, setzen. „Als Alternative zur Chemiekeule“, erklärte er, würden „vielfältige mechanische und thermische Verfahren“ zur Verfügung stehen.

In dem Antrag lobt der Bund Naturschutz auch, dass sich die Stadt Penzberg auf einem guten Weg befinde. Als Beispiel nennt er, dass sie seit mehreren Jahren Blühflächen am Straßenrand und auf Verkehrsinseln anlegt, in der neuen Gartenordnung Pestizide verbietet und auf Gut Hub schrittweise auf extensive Landwirtschaft umstellt, dort weitere Obstbäume und mit dem Bund Naturschutz Wildrosen gepflanzt hat sowie eine Mehlschwalbenkolonie fördert. Die Ortsgruppe verweist auch auf den gemeinsamen Ratgeber „Lust auf Natur in Penzbergs Gärten“. Nun fehle nur noch die logische Konsequenz, sich zur „glyphosatfreien Kommune“ zu erklären, ähnlich wie viele Kommunen und Landkreise, die sich vor einigen Jahren zu „gentechnikfreien Zonen“ bekannt haben, wirbt der Bund Naturschutz.

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