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Solarpark

Bund Naturschutz kritisiert Solarpark-Pläne in Penzberg

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Der Bund Naturschutz in Penzberg übt Kritik an den Plänen der Penzberger Stadtwerke, einen Solarpark beidseits der Staatsstraße nach Bichl zu errichten.

Penzberg - Nicht einverstanden ist der Bund Naturschutz mit den Solarpark-Plänen der Penzberger Stadtwerke. Derartige Solarfelder seien ein gravierender Eingriff in das Landschaftsbild; bevor freie Landschaft beansprucht werde, müssten erst alle Möglichkeiten ausgenutzt werden, Photovoltaik-Anlagen auf Dächern zu installieren, erklärte Hannelore Jaresch, Vorsitzende des Penzberger Bund Naturschutz in einer Mitteilung. Die Nutzung geeigneter Dach- und Fassadenflächen sei innerhalb Penzbergs „bei weitem noch nicht ausgeschöpft“.

Wie berichtet, planen die Stadtwerke beidseits der Straße Penzberg-Bichl zwei Photovoltaik-Felder. Die 1,5 Megawatt-Anlage soll umgerechnet rund 470 Haushalte mit Strom versorgen können. Die beiden Bebauungspläne, an denen derzeit gearbeitet wird, umfassen zusammen fast 2,4 Hektar, was zirka drei Fußballfeldern entspricht. Laut Stadtwerke soll der Solarpark Mitte 2018 ans Netz gehen.

Der Bund Naturschutz stellte in seiner Mitteilung klar, er setze sich für eine Energiewende ein, „in der eine dezentrale Stromerzeugung mit Photovoltaik-Elementen eine wichtige Rolle spielt“. Er favorisiere dabei aber Solaranlagen auf Dächern sowie Anlagen, die in Gebäude integriert sind. Die Bebauungspläne, so die Forderung, sollten für Solarnutzung entsprechend optimiert werden.

Die Naturschützer befürchten, dass Solarfelder in eine „Flächenkonkurrenz mit der Futtermittelproduktion und damit indirekt auch mit der Lebensmittelproduktion“ treten. Sie trügen zudem dazu bei, dass freie Landschaft eingezäunt werde. Jaresch fordert, auf Grünlandstandorte wegen ihrer „überragenden landschaftsökologischen Bedeutung“ grundsätzlich zu verzichten. Wenn ein Solarpark geplant wird, sollten, so die Vorsitzende, bereits versiegelte Flächen wie Industriebrachen, Lärmschutzwälle oder -wände, Mülldeponien, Autobahnböschungen sowie kleinflächige Anlagen in unmittelbaren Zusammenhang mit bestehender Bebauung Vorrang haben.

Trotz der Kritik am Penzberger Solarpark (Jaresch: „Er lässt sich wohl nicht verhindern“) reichte der Bund Naturschutz fürs Bebauungsplanverfahren auch Vorschläge ein – zum Beispiel, dass unter den aufgeständerten Solarfeldern eine extensiv bewirtschaftete Weiden- oder Wiesenfläche entsteht. Als Empfehlung nennt der Bund Naturschutz eine Schafweide.

Anders sieht es die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ (EWO). Sie hatte sich vor kurzem für derartige Solarparks ausgesprochen und dies damit begründet, dass die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern zu langsam voranschreitet.

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