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Chaos bei der Post: Pakete kommen nicht - oder alle auf einmal

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Von: Franziska Seliger

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Sehr unregelmäßig kam die Post zuletzt im Bereich Penzberg.
Sehr unregelmäßig kam die Post zuletzt im Bereich Penzberg. © dpa

Chaos bei der Deutschen Post in Penzberg: So mancher hat seine Briefe und Pakete in der letzten Zeit recht unregelmäßig zugestellt bekommen. Angesichts des nahenden Weihnachtsfests quält die Betroffenen darum die sorgenvolle Frage: Werden im Internet bestellte Geschenke überhaupt rechtzeitig zum Fest ausgeliefert?

Penzberg – Einer von denen, die zuletzt nur sporadisch Briefe und Päckchen von ihrem Postboten bekamen, ist Michael Haas. „Ich beobachte seit längerem, dass ich sehr unregelmäßig Post bekomme und wenn, dann in geballter Form“, kritisiert der Penzberger in einer Mail an die Heimatzeitung, in der er auf die Missstände hinweist. Gespräche mit Bekannten hätten ergeben, dass dieses Problem scheinbar einige Menschen in verschiedenen Stadtgebieten von Penzberg haben, schreibt Haas. Viele hätten zuletzt ihre Briefe und Pakete nur unregelmäßig zugestellt bekommen.

Dem Vernehmen nach sollen im Zuge der Errichtung des neuen Zustellstützpunkts der Deutschen Post in Habach Zustellbezirke vergrößert worden sein. Außerdem sollen im Habacher Stützpunkt viel zu wenig Mitarbeiter beschäftigt sein. Und unter denen herrsche derzeit zu allem Übel noch ein hoher Krankenstand, was den Berg nicht zugestellter Post weiter anwachsen lasse. Zuletzt war von einer Art DHL-Sondereinsatztruppe zu hören, die extra zum Habacher Verteilzentrum abbestellt worden sein soll, um die Berge unerledigter Post abzuarbeiten und zuzustellen.

Personal massiv verstärkt

Dieter Nawrath von der Pressestelle der Deutschen Post DHL Group in München bestätigt auf Nachfrage Probleme bei der Postzustellung. „Bedauerlicherweise kam es im Bereich Penzberg und Teilen von Murnau in den vergangenen Wochen zu Zustellverzögerungen“, so Nawrath und betont: „Wir entschuldigen uns ausdrücklich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.“ Alle Sendungen –Briefe, Päckchen und Pakete – seien mittlerweile aber bearbeitet. „Es sollte künftig auch nicht zu weiteren Verzögerungen bei der Auslieferung kommen.“

Es sei richtig, so Nawrath weiter, dass sein Unternehmen für diese Abarbeitung vergangene Woche sowie zu Beginn dieser Woche vorübergehend das Personal im Zustellstützpunkt in Habach „massiv verstärkt“ habe, um die Kunden „schnellstmöglich zu bedienen“. Das Unternehmen arbeite auch weiterhin „mit Hochdruck an allen relevanten Stellen“ – etwa bei der Einstellung von Personal, – um Verzögerungen künftig zu vermeiden. Zu einem möglichen hohen Krankenstand bei den Mitarbeitern in Habach wollte sich Nawrath nicht äußern.

Gerüchte über Computer, der sich abschaltet

Wie der Pressesprecher bereits Ende Oktober sagte, waren zu diesem Zeitpunkt 105 Mitarbeiter am Habacher Zustellstützpunkt beschäftigt. Schon damals hatte Nawrath betont, die Deutsche Post würde zusätzliches Personal für diesen Standort suchen (wir berichteten).

Dem Vernehmen nach haben die Zusteller außerdem einen Computer mitzuführen, in dem sie die abgegebenen Pakete eingeben müssen. Der Computer soll den Zustellern außerdem genau die Pausenzeiten vorgeben beziehungsweise sich automatisch nach acht Stunden ausschalten – egal ob die auszuliefernden Pakete und Briefe zugestellt wurden oder nicht.

Zustellbezirke werden immer wieder vermessen

Dass die Zusteller zur Paketauslieferung mit einem so genannten Handscanner ausgestattet sind, sei richtig, bestätigt Nawrath. Diese Geräte seien eine Hilfe für die Zusteller. Die Erfassung der zugestellten Sendungen sorge unter anderem dafür, dass die Zusteller nicht überlastet würden. Aber: „Ein automatisches Abschalten nach acht Stunden erfolgt nicht“, so Nawrath.

Was die Zustellbezirke betrifft, so würden sie alle regelmäßig überprüft. Das sei unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen notwendig. Grundsätzlich seien die Bezirke so bemessen, dass sie von den Zustellern innerhalb der tarifvertraglich geregelten Arbeitszeit bewältigt werden können, so Nawrath. Die Größe der Bezirke richte sich unter anderem nach der Anzahl der Postsendungen sowie nach strukturellen und geografischen Parametern; beispielsweise der Haushaltsdichte.

„Ergebnis einer Neubemessung kann die Neuschneidung und damit ein größerer oder auch kleinerer Zustellbezirk sein, den ein Zusteller bedienen muss.“ Für Kunden habe das unter anderem andere Zustellzeiten als bisher zur Folge. „Das heißt, der Zusteller kann nun früher als bisher gewohnt, aber auch später als gewohnt kommen.“

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