So wird es nicht sein: Der Christkindlmarkt wird laut Stadt heuer „entzerrt“; hier ein Bild vom Christkindlmarkt 2014 auf dem Stadtplatz.
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So wird es nicht sein: Der Christkindlmarkt wird laut Stadt heuer „entzerrt“; hier ein Bild vom Christkindlmarkt 2014 auf dem Stadtplatz.

Anspruchsvolles Huygienekonzept

Christkindlmarkt in der Schwebe

  • vonWolfgang Schörner
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  • Franziska Seliger
    Franziska Seliger
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Einen Christkindlmarkt in völlig neuer Form soll es heuer in Penzberg geben – an vielen Orten und über mehrere Tage hinweg. Das gab Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) jetzt bekannt. Allerdings sind noch viele Fragen offen.

Penzberg – Bürgermeister Stefan Korpan teilte diese Woche mit, dass es heuer in Penzberg einen Christkindlmarkt geben wird, auch wenn dieser wegen der Corona-Pandemie nicht in der Form der vergangenen Jahre stattfinden könne. Seiner Mitteilung vorausgegangen war eine Bürgermeister-Dienstbesprechung im Landkreis. Demnach wird es sich laut Korpan um einen „entzerrten Markt“ handeln. Soll heißen: Die Marktstände werden sich auf das Stadtgebiet verteilen und nicht an einem zentralen Ort stehen. In der Vergangenheit fand der Christkindlmarkt entweder an der Bahnhofstraße vor der Christkönigskirche oder am Stadtplatz statt. Es werde sich, so der Bürgermeister, um „professionelle Stände“ handeln. Vereine könnten ihren Bedarf anmelden.

Außerdem soll der Penzberger Christkindlmarkt heuer nicht nur einen oder zwei Tage dauern, sondern über zwei oder drei Wochen gehen – wie lange genau, werde noch geprüft, erklärte er. Zum genauen Termin äußerte sich Korpan noch nicht. Veranstalter wird ihm zufolge auch nicht die Stadt Penzberg sein. „Jeder Stand ist sein eigener Veranstalter“, sagte der Bürgermeister. Diese müssten ihm zufolge in Eigenverantwortung für die Umsetzung der Infektionsschutz-Vorgaben sorgen.

Allerdings sind noch eine ganze Reihe von Fragen offen. Etwas ratlos ist Monika Schmid-Schlaich, die den Christkindlmarkt seit rund zwölf Jahren organisiert und auch schon Vorarbeiten für den diesjährigen Markt geleistet hat (wir berichteten). Sie sagte diese Woche auf Nachfrage, dass sie von Seiten der Stadt bisher noch keine konkreten Informationen zum Christkindlmarkt bekommen habe. Weder wisse sie, ob er stattfinden dürfe, noch, ob er abgesagt werde.

Dieses In-der-Luft-Hängen sei für sie ein großes Problem, so Schmid-Schlaich. Denn in den Vorjahren waren die Planungen für den Markt im Dezember spätestens zum 10. Oktober fast vollständig abgeschlossen. Auch die Standbetreiber hätten sich bis zu diesem Stichtag fest angemeldet haben müssen. Mit jedem Tag Ungewissheit laufe ihr die Zeit, die heuer noch für Vorbereitungen bleibe, mehr davon. Und auch die Standbetreiber hätten immer weniger Zeit für Vorarbeiten. Denn viele verkaufen auf dem Markt selbst gefertigte Sachen wie Strickwaren oder Marmeladen. Und diese Produkte könne man nicht von einem Tag auf den anderen produzieren. Wie Schmid-Schlaich bereits Ende September sagte, habe sie ein Hygienekonzept erarbeitet und unter anderem dem Landratsamt in Weilheim vorgelegt. Erste Ideen zielten darauf ab, die weihnachtlichen Buden „so gut es geht in der ganzen Innenstadt zu verteilen“.

Bürgermeister Korpan hatte damals auf Nachfrage erklärt, er persönlich könne sich statt der 50 Buden beim regulären Markt wenigstens rund 15 Stände vorstellen, die über die Stadt verteilt sind und über einen längeren Zeitraum stehen bleiben. Abwechselnd könnten sie von Vereinen betrieben werden, „damit jeder Verein drankommt“.

Nicht mehr weiterverfolgt wird offenbar von der Stadt die Idee, als Ersatz für das Volksfest Stände oder Fahrgeschäfte auf das Stadtgebiet zu verteilen. Das Gedankenspiel hatte Korpan nach der Absage durch Festwirt Fahrenschon geäußert.

Schmid-Schlaich hat sich nun ein zeitliches Limit gesetzt: Spätestens bis kommenden Mittwoch, 14. Oktober, brauche sie eine eindeutige Auskunft von der Stadt. Sonst ist der Christkindlmarkt 2020 in Penzberg für sie gelaufen.

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