Schon Ende Februar hatten die Innenstadthändler aus dem Oberland gemeinsam in Bad Tölz protestiert.
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Schon Ende Februar hatten die Innenstadthändler aus dem Oberland gemeinsam in Bad Tölz protestiert.

Gewerbeverbände wandten sich an Politik

„Click & Meet“: Forderung hat Erfolg: Ab 12. April gelten neue Inzidenzgrenzen für die Ladenöffnungen

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Das Einkaufen via „Click & Meet“ soll auch bei einem Überschreiten des Inzidenzwerts von 100 weiterhin zugelassen werden: Mit dieser Forderung haben sich nun mehrere Gewerbevereine aus der Region an die Politik gewandt.

Penzberg – Federführend als Organisatorin dahinter steht Tatjana Patermann vom Penzberger Verein „Pro Innenstadt“. Wie Vereins-Vorsitzende Monika Uhl am Dienstag auf Nachfrage erläuterte, habe sich Patermann zeitgleich zu den laufenden Beratungen der Ministerpräsidenten zu den künftigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Montagabend an das Schreiben der Forderung gemacht und die anderen Gewerbeverbände als Unterstützer ins Boot geholt, denn: „Irgendwann entwickelt man ein Gespür dafür, was da raus kommen kann“, sagt Uhl mit Blick auf mögliche Beschlüsse, die eine erneute Schließung des Einzelhandels zur Folge haben könnten.

Schreiben haben 18 Gewerbevereine aus der Region unbterzeichnet

Patermanns Schreiben, das 18 Gewerbeverbände aus der Region – etwa aus Bad Tölz, Garmisch oder Weilheim – unterzeichnet haben und das unserer Redaktion vorliegt, sei am frühen Dienstagvormittag unter anderem an das bayerische Wirtschaftsministerium versandt worden, so Uhl.

In dem Schreiben betonen die Gewerbeverbände, dass die erst vor kurzem eingeführte „Click & Meet“-Regelung im Vergleich zu regulär geöffneten Geschäften zwar nur ein „größerer Tropfen auf den sehr heißen Stein“ sei. Trotzdem sei diese Art des Einkaufens in der Pandemie insbesondere für Unternehmen, bei denen Beratung und An- oder Ausprobieren besonders wichtig seien „ein wichtiger Baustein zur Existenzsicherung“ geworden.

Nach Ende der Osterferien: In Bayern sollen neue Grenzen für „Click & Meet“ eingeführt werden

„Die Handelsunternehmen erfüllen seither die strengsten Vorgaben überhaupt“, betont Patermann in dem Schreiben und nennt als Beispiele die Terminvereinbarung, das Erfassung der Kundendaten oder feste Zeiteinteilungen. Zudem werde nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter eingelassen. Selbst das Robert-Koch-Institut habe – zuletzt am 18. Februar – festgestellt, dass das Infektionsrisiko im Einzelhandel ,niedrig‘ sei. Dennoch drohe den Unternehmen des „nicht täglichen Bedarfs“ bei Überschreiten des Schwellenwerts von 100 bei der 7-Tage-Inzidenz erneut die Schließung. „Dies würde aber dem Gleichbehandlungsgrundsatz widersprechen“, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: „Zudem wäre das für unsere Innenstädte, die Handelsunternehmen und deren Beschäftigte nicht nur eine Katastrophe, sondern für zahlreiche Unternehmen, die vor der ,Wiedereröffnung‘ oft nur mit Krediten überleben konnten, wohl das endgültige Aus.“ In dem zweiseitigen Schreiben fordern die Gewerbeverbände die Entscheidungsträger der Politik dazu auf, „Click & Meet“ auch bei einem Überschreiten des Inzidenzwerts von 100 weiterhin zuzulassen. Außerdem wird eine Öffnungsperspektive für Gastronomie und andere Branchen gefordert.

Ob es am Brief der Gewerbevereine gelegen hat, kann man nicht sagen. Aber auf alle Fälle wurde gestern Mittag bekannt gegeben, dass nach Ende der Osterferien am 12. April in Bayern neue Grenzen für „Click & Meet“ gelten sollen. Dann soll diese Regelung, die bislang nur bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 galt, bei Inzidenzen zwischen 100 und 200 gelten. Bei einem Inzidenzwert unter 100, wie er derzeit im Landkreis Weilheim-Schongau vorliegt, können dann die Geschäfte unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregeln sowie der Begrenzung der Kundenzahl ganz normal öffnen und müssen keine Termine vergeben.

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