Fünf Todesfälle waren nach dem Ausbruch in einem Penzberger Seniorenheim zu beklagen.
+
Fünf Todesfälle waren nach dem Ausbruch in einem Penzberger Seniorenheim zu beklagen.

Vorsichtige Entwarnung

Corona-Ausbruch in Penzberger Seniorenzentrum „so gut wie überstanden“

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
    schließen

Nach dem Corona-Ausbruch im AWO-Seniorenzentrum in Penzberg, bei dem sich Ende vergangenen Jahres zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infizierten und fünf Bewohner an oder mit dem Virus verstarben, scheint das Haus nun auf dem Weg zurück in eine vorsichtige Normalität zu sein.

Penzberg – „Wir haben den Ausbruch so gut wie überstanden“, zeigt sich Javier Gil Morillas, der Leiter des Penzberger AWO-Seniorenzentrums, auf Nachfrage zuversichtlich. Derzeit gebe es noch zwei erkrankte Bewohner, die sich im Haus in ihren Zimmern in Quarantäne befänden. Ihnen gehe es gesundheitlich soweit aber „gut“. Da bei ihnen das Virus schon vor einiger Zeit nachgewiesen worden sei, rechnet Morillas damit, dass beide Senioren schon in Kürze aus der Isolation entlassen werden.

Kurz vor Weihnachten war das Virus in der Einrichtung erstmals nachgewiesen worden. Zunächst waren laut dem Landratsamt Weilheim-Schongau sechs Bewohner sowie eine Pflegekraft positiv auf das Virus getestet worden (wir berichteten). In der Folge stieg die Zahl der positiv Getesteten laut Einrichtungsleiter Morillas auf insgesamt 34 Bewohner und zwölf Mitarbeiter. Die allermeisten Betroffenen hätten „leichte“ Krankheitsverläufe gehabt. Fünf positiv getestete Bewohner seien allerdings an oder mit dem Virus verstorben. Morillas weist aber darauf hin, dass alle fünf bereits wegen ihrer schweren Vorerkrankungen im Haus „palliativ eingestuft“ gewesen seien.

Im Zuge der Infektionen, die über das ganze Haus verteilt gewesen seien und nicht etwa auf eine Station beschränkt waren, mussten sich laut Morillas insgesamt 45 der insgesamt 70 Bewohner des AWO-Seniorenzentrums in ihren Zimmern in Quarantäne begeben. Entweder, weil sie selbst infiziert waren oder weil sie als enge Kontaktperson zu einem Erkrankten galten. Dadurch sei die Lebensqualität für die Senioren „sehr eingeschränkt“ gewesen, sagt Morillas. Das Personal sei durch die Betreuung der Erkrankten sowie durch den Ausfall selbst erkrankter Kollegen großen Belastungen ausgesetzt gewesen. Alle verbliebenen Mitarbeiter hätten Überstunden leisten müssen. Aber: „Das Personal war extrem engagiert. Jeder hat sein Bestes gegeben“, lobt der Chef.

Mittlerweile seien die meisten der erkrankten Mitarbeiter zurück im Dienst. Nur ein kleiner Teil befinde sich noch in häuslicher Quarantäne. Anfang der Woche hätten außerdem alle Bewohner und Mitarbeiter, die es wollten, ihre erste Impfdosis erhalten. Für 15. Februar sei die zweite Impfung geplant.

Noch herrscht im AWO-Seniorenzentrum ein Besuchsverbot. Dieses könnte laut Morillas jedoch ab Mitte Februar aufgehoben werden. Diese Aussage gelte aber „unter Vorbehalt“. Kommende Woche wisse er dazu vielleicht mehr. Dann sei eine erneute Reihentestung im Haus geplant. Auch wenn alle Bewohner geimpft sind, werden laut Morillas Schutzmaßnahmen wie das Vorlegen eines PCR-Tests für Besucher beibehalten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare