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Ungewohnter Anblick: Die Zwllings-Häsuer des Penzberger Museums. Rechts der neue Anbau.

Museumseröffnung in Penzberg

Countdown für Campendonk

Penzberg - Im Penzberger Rathaus werden ungeduldig die Tage gezählt. Am 4. und 5. Juni öffnet das neue „Museum Penzberg - Sammlung Campendonk“.

Das Musuem wird mit einem zweitägigen Fest gefeiert. Außerdem starten gleich zwei Sonderschauen. Für die Stadt bedeutet der Umbau ihres Stadtmuseums zum Zwillings-Gebäude nicht nur eine knapp 3,17 Millionen Euro teure Investition, wobei knapp 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern fließen, sondern in erster Linie einen gewaltigen Werbeeffekt.

Schließlich kann sich die einstige Bergwerksstadt eines einmaligen Ausstellungszentrums für Werke des 1957 verstorbenen Künstlers und „Blauer-Reiter“-Malers Heinrich Campendonk rühmen. Penzberg dürfte mit mehr 300 Campendonk-Werken die wohl weltweit größte Sammlung dieser Art haben - vom expressionistischen Gemälde über Zeichnungen bis zu Hinterglasbildern.

Baubeginn war im Juni 2014. Das Projekt war nicht unumstritten - vor allem wegen der Kosten, aber auch wegen der Architektenpläne für einen identischen Anbau samt dunkler Klinkerfassade an das denkmalgeschützte Haus. Selbst die Namenssuche gestaltete sich im Stadtrat schwierig. Erfreulich: Der Kostenrahmen wurde am Ende eingehalten, heißt es jetzt aus dem Rathaus. „Das Gebäude wird eine schwarze Null schreiben“, sagt Rathauschefin Zehetner.

Die Campendonk-Sammlung bildet natürlich den Schwerpunkt. Zur Eröffnung gibt es eine Sonderschau „Campendonk im Blick - Penzbergs blauer Reiter“. Die Schau läuft bis 4. September. Ab Herbst ist eine Dauerausstellung geplant.

Darüber hinaus bietet das Museum einen Blick auf Penzbergs Geschichte. Allerdings wird die altbekannte Bergarbeiter-Wohnung nach einer kompletten Überarbeitung „ein bisschen mehr Lebensnähe“ vermitteln, so Museumsleiterin Gisela Geiger. Ebenfalls neu ist der Raum zur Erinnerung an die „Penzberger Mordnacht“ vom 18. April 1945. Eine Sonderschau erinnert bis 31. Dezember an die Entwicklung nach der Bergwerksschließung im Jahr 1966. Titel: „Wo kam denn dann die Kohle her?“.

Penzberg erhofft sich eine Sogwirkung von seinem Museum. Kulturamtschef Thomas Sendl blickt auf Tagestouristen, die verstärkt angelockt werden. Bislang wurden 6000 bis 10 000 Besucher jährlich in der Einrichtung gezählt. Kalkuliert wird nun optimistisch mit 20 000 Gästen.

Das Programm

Samstag, 4. Juni: 15 bis 18 Uhr freier Eintritt ins Museum. 16 Uhr Vocalpercussionist Sebastian Fuchs spielt auf dem Vorplatz. Sonntag, 5. Juni: 10 bis 17 Uhr freier Eintritt ins Museum. 10 bis 13 Uhr Matinee mit der Stadt- und Bergknappenkapelle auf dem Vorplatz. Die Auftritte finden nur bei trockener Witterung statt.

-Andreas Baar-

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