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Packen es die Bayern? Das sagen Landkreis-Fußballer zum Champions-League-Finale

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Von: Paul Hopp

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Christian Mühlbauer, Bezirkskaminkehrermeister aus Pähl.
Am Sonntag ein Glückbringer für den FC Bayern? Christian Mühlbauer aus Pähl, im Beruf Bezirkskaminkehrermeister, hat seinerzeit im „Jahrhundertspiel“ des TSV Pähl gegen den FCB ein Tor erzielt. © Privat

Der FC Bayern steht nach 2013 wieder im Finale der Champions League. Am Sonntag (21 Uhr) geht es gegen Paris St. Germain. Die Heimatzeitung hat bei Fußballern im Landkreis nachgefragt, was sie erwarten und wem sie die Daumen drücken.

Nach dem Triumph 2013 haben die Fußballer des FC Bayern München wieder die Chance, die Champions League zu gewinnen. Am Sonntag (21 Uhr) trifft der deutsche Rekordmeister in Lissabon auf das französische Team von PSG Paris St. Germain. Die Münchener haben den „Henkelpott“ schon fünfmal geholt (zuletzt vor sieben Jahren gegen Dortmund), die Franzosen bislang noch nie.

Ganz klar ist die Sache für von Yasin Akcakaya (26) vom Kreisligisten TSV Altenstadt. „Ich zu 100 Prozent für Bayern“, sagt der Mittelfeldspieler. Fan der „Roten“ ist der Schongauer „schon immer“. Pro Jahr ist er auch ein- bis zweimal im Stadion, um live ein Spiel des Rekordmeisters zu verfolgen. Der Sohn türkischer Eltern hat noch einen zweiten Lieblingsklub: Fenerbahce Istanbul.

Yasin Akcakaya, Fußballspieler des TSV Altenstadt
Sagt einen Münchener 3:1-Sieg voraus: Yasin Akcakaya, Fußballspieler des TSV Altenstadt. © FuPa

Das Endspiel will Akcakaya gemütlich mit Freunden anschauen. Public-Viewing – in Corona-Zeiten ohnehin unmöglich – mag er bei Top-Spielen grundsätzlich nicht so gern: „Da will ich konzentriert zuschauen.“ Akcakaya tippt für Sonntag auf einen 3:1-Sieg der Münchener. Von den Leistungen des FCB beim Finalturnier bisher war der Schongauer beeindruckt. Über das 8:2 gegen Barcelona „brauchen wir ja gar nicht reden“, sagt er mit einem Schmunzeln. Und beim 3:0 gegen Lyon habe der Rekordmeister das Spiel insgesamt „schon unter Kontrolle“ gehabt. In der ersten Hälfte habe es aber schon auch eine Phase gegeben, in der „die Bayern Dusel hatten“.

Champions League: Fast alle tippen auf klaren Bayern-Sieg

Von einem Erfolg der Münchener geht auch Christian Mühlbauer (32) aus. Der Pähler ist kein aktiver Fußballer mehr, aber er hat schon einmal gegen den FCB ein Tor erzielt – und zwar im Jahr 2011 beim als „Jahrhundertspiel“ bezeichneten Match zwischen dem TSV Pähl und den Bayern (1:22). Mit dem Gastspiel (ausgetragen im Penzberger Nonnenwaldstadion) unterstützte der Rekordmeister den Dorfklub beim Bau einer neuen Sporthalle. Das Ganze war auch als Dankeschön für die Grundausbildung von FCB-Ikone Thomas Müller gedacht, der aus Pähl stammt und beim TSV das Fußballspielen gelernt hat. Auf das Tor zum 1:14-Zwischenstand werde er bisweilen heute noch angesprochen, berichtet Mühlbauer. „Man denkt auch hin und wieder daran zurück.“

Als sich der Kaminkehrermeister selbstständig machte, beendete er 2015 seine Laufbahn. Das Risiko, durch eine Verletzung beruflich länger auszufallen, sei einfach zu hoch gewesen. Mühlbauer, mittlerweile Familienvater, ist bekennender Fan des FC Bayern. Zusammen mit Freunden „schauen wir so gut wie jedes Spiel an“. Früher reiste er sogar durch Europa, um Auswärtsspiele der Bayern in der Champions League live zu sehen – als Beispiele nennt er Manchester und Lissabon.

Mit dem Auftritt der Münchener im Halbfinale war Mühlbauer zufrieden. Er gehe davon aus, dass die „Bayern den Pokal holen. Sie sind im Vergleich zu den anderen Teams zu konstant.“ Paris St. Germain sei vor allem wegen seiner Stürmer nicht zu unterschätzen, „aber über 90 Minuten gesehen wird es Bayern packen“. Fürs Finale haben der Pähler und seine Kumpels eine Leinwand in einem offenen Stadl aufgehängt, um es gemeinsam anschauen zu können – freilich in einem derzeit erlaubten Größenrahmen. „Das ist für uns auch der EM-Ersatz“, sagt Mühlbauer. Die für heuer geplante Europameisterschaft ist wegen Corona verschoben worden.

Anna Hock, Fußballerin des Kreisligisten SC Huglfing.
Erwartet klaren Bayern-Sieg: Anna Hock, Fußballerin des SC Huglfing. © SC Huglfing

Für Anna Hock ist der Sonntag auch abseits des Champions-League-Finales etwas Besonderes – die Fußballerin des Kreisligisten SC Huglfing feiert ihren 32. Geburtstag. Wie sie beides unter einen Hut bringt, „da muss ich mal schauen“, sagt Hock. Fußball im Fernsehen hat für Hock keine Priorität, lieber spielt sie selbst oder schaut bei einem der Teams des SC Huglfing zu.

Wenn, dann verfolgt sie eher die Frauen- denn die Männer-Bundesliga (ohne Fan eines bestimmten Klubs zu sein), doch im Falle des großen Endspiels am Sonntag „bin ich schon FC-Bayern-Fan“. Die SC-Spielerin ist optimistisch: „Ich kann mir vorstellen, dass die Münchener es schaffen.“ Hock tippt auf einen 3:0-Sieg.

Wie das Endspiel am Sonntag ausgeht, „ist mir im Endeffekt wurscht“, sagt Maximilian Kalus (30), Spieler des Bezirksliga-Zweiten FC Penzberg. Der Offensivmann hat keinen wirklichen Lieblingsverein. Wenn er eine Partie im TV ansieht, möchte er vor allem guten Fußball sehen. Kalus war ganz früher FC-Bayern-Fan, „aber das hat sich ein bisserl geändert“, sagt er mit einem Schmunzeln. In der Jugend spielte er fünf Jahre lang für den TSV 1860. Es folgten Stationen bei der FT Starnberg und der SpVgg Unterhaching, ehe er 2013 zum FC Penzberg zurückkehrte.

Maximilian Klaus, Fußballer des FC Penzberg.
Leistungsträger beim FC Penzberg - und nicht wirklich Bayern-Fan: Offensivspieler Maximilian Kalus. © FuPa

Sympathien hegt er heutzutage eher für die „Löwen“, auch, weil der Klub für die Fans greifbar geblieben ist. Letztes Jahr wollte er – zufällig in München weilend – ein FC-Bayern-Training anschauen. Das sei nicht-öffentlich, erfuhr er an der Säbener Straße. Sowas „hatte ich gar nicht auf dem Schirm“. Ein paar Meter weiter bei den „Löwen“ ging es deutlich fanfreundlicher zu. „Dort hätte ich mich ja fast mit in die Kabine setzen können.“

Den FC Bayern sieht er im Endspiel schon als Favoriten an. Doch Paris St. Germain habe im Semifinale gegen RB Leipzig „echt gut“ gespielt. „Ich bin gespannt, ob Bayern gewinnt.“ Das Finale wird Kalus wohl zu Hause mit der Familie verfolgen. Da es im ZDF übertragen wird, ist das für ihn auch möglich. Ein Sky-Abo „habe ich nicht“.

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