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Daserweg in Penzberg: Rund 15 Millionen Euro für geplante Mietwohnungen

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Von: Wolfgang Schörner

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Wohnbaupläne am Daserweg: Auf dem Grundstück zwischen dem „Spatzennest“-Kindergarten (links) und der neuen Stichstraße (rechts; daneben private Neubauten) will die Stadt Mehrfamilienhäuser mit 35 Mietwohnungen errichten. Die Stichstraße, so die Idee, könnte einmal bis zur „Neuen Heimat“ (im Hintergrund) weitergeführt werden.
Wohnbaupläne am Daserweg: Auf dem Grundstück zwischen dem „Spatzennest“-Kindergarten (links) und der neuen Stichstraße (rechts; daneben private Neubauten) will die Stadt Mehrfamilienhäuser mit 35 Mietwohnungen errichten. Die Stichstraße, so die Idee, könnte einmal bis zur „Neuen Heimat“ (im Hintergrund) weitergeführt werden. © wos

Drei Mehrfamilienhäuser mit 35 Mietwohnungen will die Stadt Penzberg auf ihrem Grundstück am Daserweg bauen. Sorgen bereiten jedoch die Kosten. Die Planer schätzen sie auf rund 15 Millionen Euro. Das Projekt, so die Empfehlung in der jüngsten Haushaltsberatung, soll zwar nicht gestoppt, aber um ein oder zwei Jahre nach hinten geschoben werden.

Penzberg – Nach einer Schätzung, die die Planer nun vorgelegt haben, würde das städtische Wohnbauprojekt am Daserweg brutto 15,1 Millionen Euro kosten. Die reine Baukonstruktion macht dabei fast 8 Millionen Euro aus. In der Summe enthalten sind auch zehn Prozent für Unvorhergesehenes. Ohne diesen Sicherheitspuffer käme die Schätzung auf 13,75 Millionen Euro. Vor einem halben Jahr lag sie noch 1,4 Millionen Euro niedriger. Die Planer erklärten dies vor allem damit, dass eine Kostenzunahme bei der Baukonstruktion um 4,3 Prozent der allgemeinen Baupreissteigerung entspricht und dass bei den Außenanlagen noch eine zusätzliche Fläche berücksichtigt werden musste.

Diskutiert wurde über die Konsequenzen sowohl in der jüngsten Bauausschusssitzung als auch in der Haushaltsberatung. Kritik äußerte CSU-Fraktionschefin Maria Probst im Bauausschuss. Man sei bei 15 Millionen Euro für 35 Wohnungen mit 2440 Quadratmeter zu vermietender Wohnfläche. Setze die Stadt zum Beispiel einen Mietpreis von acht Euro an, würde man 60 Jahre brauchen, um die Baukosten durch Vermietung hereinzubekommen, rechnete sie vor. Auf den Einwand, dass die Stadt Fördermittel erhalte, antwortete Probst, dass auch dies Steuergeld sei. Mit der Höhe der Kosten tue sie sich schwer. „Wir müssen einfach ein bisschen mehr sparen und auf die Haushaltslage schauen“, sagte Probst. Aufgeworfen wurde in der Sitzung auch die grundsätzliche Frage: Den Bau von wie vielen Wohnungen kann sich die Stadt leisten, wenn sie sozialverträgliche Mieten festlegen und zugleich ökologisch bauen will?

Am Parkettboden sparen?

Von den selbst gesetzten energetischen Standards wollte der Bauausschuss allerdings nicht abweichen. Auch an der Massivholzbauweise rüttelte er aus ökologischen Gründen nicht. Dort hatten die Planer ein Einsparpotenzial „ohne Einbußen in die Qualität“ von etwa 60 000 bis 80 000 Euro ausgemacht, wenn auf vorgefertigte Holzfassadenelemente gesetzt würde. Hardi Lenk (SPD) sagte dagegen, dass da preislich nicht viel zu holen wäre, da der Wettbewerb auf dem Markt eingeschränkt sei wegen der bundesweit wenigen Firmen, die für Projekte dieser Größenordnung in Frage kommen. Ein weiterer Vorschlag der Planer lautete, bei der Innenausstattung, dem Parkettboden, zu sparen.

Das Einsparpotenzial sei also überschaubar, kommentierte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) die Vorschläge. Zum Mietpreis sagte er, dass dieser nach Aussage des Stadtkämmerers unter zehn Euro liegen könnte, „wenn wir das Projekt so auf den Weg bringen“. Der Bauausschuss einigte sich am Ende darauf, dass die Planer alle Einsparpotenziale bündeln und vorlegen sollen. Zugleich wurde die Gesamtsumme aufgehübscht, indem der Ausschuss den Betrag für Unvorhergesehenes von zehn auf fünf Prozent senkte. Offiziell liegt der Preis damit bei 14,4 Millionen Euro.

Eine mögliche Verschiebung des Projekts wird demnächst entschieden

Eine Verschiebung des Projekts, für das im kommenden Januar oder Februar der Bauantrag eingereicht werden soll, empfahl zudem der Finanzausschuss bei seiner Haushaltsberatung. Demnach würde der Großteil der Investitionen erst für 2023 und 2024 veranschlagt, also ein Jahr später als ursprünglich geplant. Laut Stadtkämmerer Hans Blank könnte das Projekt auch um ein weiteres Jahr verschoben werden, ohne die Fördermittel – er rechnet mit 4,5 Millionen Euro – zu gefährden. Bürgermeister Korpan sprach davon, das Tempo bei der Planung herauszunehmen. Eine Entscheidung wird darüber in der nächsten Finanzberatung oder beim Haushaltsbeschluss fallen.

Die drei Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage sollen, wie berichtet, auf der Fläche zwischen dem „Spatzennest“-Kindergarten und der neuen Stichstraße entstehen, die ins Wohnbaugebiet führt. Vorgesehen sind 35 Mietwohnungen: 17 Wohnungen mit zwei Zimmern, 15 mit drei Zimmern, zwei mit vier Zimmern sowie eine Fünf-Zimmer-Wohnung. Im November hatte der Stadtrat im Bebauungsplan die Lage der Häuser so geändert, dass sie nicht mehr in einer Reihe, sondern leicht versetzt stehen werden.

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