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Fragen und Kritik zu den Hallenbad-Plänen stellte sich die Penzberger SPD am Wellenbad.

Diskussion um Hallenbad-Pläne

„Wir ziehen das durch“

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Das Bürgerbegehren zum Penzberger Wellenbad soll weiter gehen. Das sagen die Initiatoren. Obwohl die Stadt es für nicht zulässig hält. Derweil stand die SPD Rede und Antwort.

Penzberg – Die Initiatoren des Wellenbad-Bürgerbegehrens wollen an ihrer Unterschriften-Aktion festhalten. Wolfgang Kling, Vorsitzender des Schwimmvereins, teilte  mit, er habe mittlerweile mit Anwälten gesprochen. Diese hätten ihm gesagt, sie sähen keine Probleme für eine Zulässigkeit. „Wir ziehen das jetzt durch und versuchen, die Unterschriften für das Bürgerbegehren einzusammeln“, sagte Kling.

Die Stadt Penzberg hatte mitgeteilt, eine Vorprüfung habe ergeben, dass das Bürgerbegehren nicht zulässig ist. Sie begründete es damit, dass nicht die Stadt, sondern das Kommunalunternehmen „Stadtwerke“ für das Wellenbad zuständig ist, ein Bürgerbegehren sich aber nur an eine Kommune richten könne. „Das Bürgerbegehren läuft ins Leere“, sagte Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann. Unabhängig von der Zulässigkeit hatte Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer erklärt, das gestartete Bürgerbegehren zum Wellenbad sei ein legitimes demokratisches Instrument. Die Stadtwerke würden aber an den Neubau-Plänen für ein Sport- und Freizeitbad festhalten. Er forderte zugleich Kling auf, sein Konzept vorzulegen. Dies will der Schwimmvereinschef tun, darin geht es um eine Ertüchtigung des Wellenbads.

Diskutiert wurde auch auf dem Vorplatz des Wellenbads. Die Penzberger SPD stellte sich dort den Fragen der Bürger. Auf Unverständnis stieß bei vielen, dass Penzberg zwischen dem Abriss des Wellenbads und der Eröffnung des neuen Hallenbads zweieinhalb Jahre ohne Schwimmbad sein soll. Ebenso hieß es, der Schwimmverein sei tot nach einer so langen Pause. Kritiker griffen auch Wolfgang Klings Aussagen auf, das Wellenbad könnte während der Wartungspausen saniert werden. Laut SPD-Chef Markus Kleinen ist das unrealistisch. 

Schwimmvereinschef Wolfgang Kling bleibt bei seiner Aussage, dass eine Ertüchtigung des Wellenbads für rund zwei Millionen Euro machbar sei. Er stellte ein Konzept mit einer Kostenaufstellung vor. Kling sagte, er wolle es bei einem Gespräch mit den Stadtwerken vorlegen. Das Konzept beinhaltet mehrere Module. Im ersten geht es um die Sanierung aller Dächer. „Das halte ich für akut notwendig.“  In den dafür veranschlagten fast 1,5 Millionen Euro sind die Ertüchtigung des Tragwerks und ein neues Aluminiumdach enthalten. Das zweite Modul betrifft „die gesamte energetische Sanierung“ des Wellenbads. Dafür veranschlagt er 3,9 Millionen Euro. Für notwendig erachtet Kling dabei aber nur die Sanierung der Fensterflächen für etwas mehr als eine halbe Million Euro, wobei dies für den Betrieb des Bades nicht erforderlich sei. Als nötig sieht Kling auch eine neue Lüftungsanlage, die er aber noch nicht beziffern konnte. Er rechnet mit ein paar hunderttausend Euro. Die weiteren vier Module bezeichnet Kling als „Wunschkonzert“: Darin geht es um die Erweiterung von Umkleiden und Liegefläche sowie ein Membrandach (zusammen rund 900 000 Euro), um ein Kinderbecken (rund 610 000 Euro), um eine Innen- und Außenrutsche (über 800 000 Euro) und um Sauna und Foyer (fast 3,3 Millionen Euro).

Die Penzberger Stadtwerke bezeichnen die von den Initiatoren des Bürgerbegehrens geforderte Wellenbad-Ertüchtigung als „technisch und wirtschaftlich nicht zu vertreten“. Sie verhindere eine nachhaltige Lösung und berge hohe Risiken bezüglich Kosten und Zeitplan. Vorstand Josef Vilgertshofer: „Da wird in eine schlechte Bausubstanz noch vorübergehend gutes Geld der Steuerzahler investiert.“ Bei einer kleinen Ertüchtigung seien nur Teilmaßnahmen möglich, die nicht nachhaltig sind, so Vilgertshofer. Die Gefahr kurzfristiger Betriebsschließungen bleibe „wegen technischer Störungen sowie aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen weiter sehr hoch“. Ein ständiger Badebetrieb gerade für Vereine und Schulen wäre nicht gewährleistet, da ein Großteil der baulichen und technischen Anlagen seine Nutzungsdauer überschritten habe. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, so Vilgertshofer. Würde das Bad nur ertüchtigt, würde ihm zufolge eine umfassende Generalsanierung nur um ein paar Jahre hinausgeschoben. „Die bereits investierten Finanzmittel sind dann verloren.“ Er bezweifelt auch, dass eine Ertüchtigung nur zwei Millionen Euro kosten soll. 

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