Einen Derbleckn-Livestream gab es im März aus der Stadthalle, hier der Blick auf den Kameramonitor. 2021 wird es ebenfalls kein Starkbierfest geben. Als Alternative wollen die Theaterer aber einen Film drehen. Foto: wos
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Einen Derbleckn-Livestream gab es im März aus der Stadthalle, hier der Blick auf den Kameramonitor. 2021 wird es ebenfalls kein Starkbierfest geben. Als Alternative wollen die Theaterer aber einen Film drehen.

Drehbuch ist fast fertig

In Penzberg gibt‘s auch 2021 ein Derbleckn - und zwar als Spielfilm

  • vonWolfgang Schörner
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Auch im kommenden März wird es in Penzberg keinen Starkbieranstich samt Derbleckn geben. Das Oberlandler Volkstheater hat diese Pläne bereits begraben. Allerdings haben die Theaterer eine andere Idee ausgeheckt. Sie wollen einen Derbleckn-Spielfilm drehen. Das Drehbuch ist schon fertig, die Schauspieler stehen bereit. Wäre da nicht die Pandemie.

Penzberg – Ein neuer Bürgermeister, ein neues Stadtratsgremium – neue Protagonisten in der Kommunalpolitik sind immer ein gefundenes Fressen fürs Derbleckn. „Es wäre schade, wenn wir das kommentarlos vorbeigehen lassen würden“, sagt Claudia Herdrich, Chefin des Oberlandler Volkstheaters in Penzberg. Außerdem habe sie den Eindruck, dass die Menschen ein Bedürfnis nach Kultur haben. „Und wir haben Lust, etwas zu machen.“

Das traditionelle Starkbierfest samt Derbleckn, das eigentlich im kommenden März stattfinden sollte, haben die Theaterer wegen der Corona-Pandemie bereits abgesagt. Sie mussten also nach neuen Wegen suchen. Sie hätten sich schon seit längerem Gedanken über eine Alternative gemacht, erzählt Claudia Herdrich. Einen Starkbier-Livestream wie im März 2020 wollten sie aber nicht wiederholen.

Diesmal, so die Idee, soll es ein richtiger Film mit Schauspielern und Drehorten sein, also nicht in der Stadthalle, sondern draußen im Stadtgebiet. Das eröffnet neue Möglichkeiten, was „auch ganz charmant“ sein könne, so die Theaterchefin. Gedreht werden soll der Film von Profis. „Das Drehbuch ist fertig“, sagt sie. Auch die Schauspieler stünden bereit. Das Team besteht aus Darstellern, die vom Singspiel beim Starkbierfest bekannt sind. Vielleicht sei auch Bruder Servatius dabei, sagt Claudia Herdrich. Zu viel will sie im Vorfeld aber nicht verraten.

Eigentlich ist die Veröffentlichung des Derbleckn-Films für kommenden März geplant, die Dreharbeiten sollten schon beginnen. Die jüngst verschärften Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben „uns aber ausgebremst“, sagt Claudia Herdrich. Die Theaterer dürfen momentan nicht drehen, selbst in Kleingruppen nicht. Deshalb peilen sie nun einen Dreh-Start im Januar oder Februar an. Das heißt ihr zufolge aber auch, dass es mit einer Veröffentlichung des Films im März – zum traditionellen Starkbier-Auftakt – wahrscheinlich nicht klappen wird. „Wir schaffen es vielleicht bis April oder Mai“, sagt sie. „Wir wissen ja nicht, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt.“ Sehr viel später sollte es aber nicht sein. Im Sommer oder Herbst mache ein Starkbier-Derbleckn keinen Sinn mehr, so Herdrich. Sie hoffe aber, dass es klappt, weil bereits viel Arbeit hineingesteckt worden sei. Auch einige Sponsoren hätten schon ihre Unterstützung zugesagt.

Wie der Film – sollte es klappen – veröffentlicht wird, wissen die Theaterer noch nicht. Denkbar wäre zum Beispiel, Zugänge im Internet auf Spendenbasis freizuschalten. Genaueres wollen die Theaterer bekannt geben, wenn es so weit ist.

Den Starkbieranstich samt Derbleckn im vergangenen März – am Wochenende der Kommunalwahl – hatte die Stammwürze-Gruppe des Oberlandler Volkstheater kurzfristig abgesagt. Damals lag die Grenze für erlaubte Veranstaltungen noch bei maximal 1000 Besuchern. Die Theaterer wollten trotzdem kein Risiko eingehen und sagten ab – wofür sie sich damals aber auch kritisieren lassen mussten. Die darauffolgende Entwicklung der Corona-Pandemie gab ihnen jedoch Recht. „Es war die absolut richtige Entscheidung“, blickt Claudia Herdrich zurück. „Ich bin froh und dankbar, dass wir so entschieden haben.“ Der Livestream sei damals gut gelaufen, man habe auch die Kosten decken können. Viele verhinderte Besucher hätten den Eintrittspreis nicht zurückverlangt, andere, die den Livestream sahen, sogar Geld gespendet. Wobei es natürlich, wie die Theaterchefin einräumt, natürlich nicht das gewohnte Starkbierfest war.

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