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Volksfest in Penzberg 2018
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Volksfest in Penzberg vor zwei Jahren

Nach Stadtratsbeschluss zu „Herbst in der Stadt“

Volksfestwirt Fahrenschon kritisiert Gebühren der Stadt Penzberg: „Für mich ist es vorbei“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Dass es coronabedingt heuer kein Volksfest im klassischen Sinne in Penzberg geben würde, war klar. Die Stadt hatte jedoch grünes Licht gegeben für dezentral über das Stadtgebiet verteilte Buden und Fahrgeschäfte. Doch daraus wird laut Volksfestwirt Christian Fahrenschon nun doch nichts werden.

Penzberg – „Für mich ist es vorbei“: Mit diesem Satz antwortet Festwirt Christian Fahrenschon auf die Frage, wann es denn nun losgehen soll in Penzberg mit dem „Herbst in der Stadt“. So hatte er selbst Ende August das alternative Volksfest genannt, bei dem verschiedene Stände im Stadtgebiet zumindest für ein bisschen Budenzauber sorgen sollten. Nun steht für den Festwirt fest, dass es dieses „Volksfest to go“ „nicht geben wird“. Er zumindest werde dabei nicht als Veranstalter auftreten. Das Risiko sei ihm zu groß.

Penzberger Stadtrat hatte im August für dezentrales Volksfest gestimmt

Wie berichtet, hatte sich der Stadtrat in seiner Feriensitzung für die Idee dieses dezentralen Volksfestes ausgesprochen. Um eine Gleichbehandlung mit den Standbetreibern auf dem Wochenmarkt zu gewährleisten, wurden als Pacht sechs Euro pro laufender Meter Frontlänge der Buden pro Tag festgelegt – ein Betrag, der für Fahrenschon nicht akzeptabel ist. Er habe die verschiedenen Schausteller über die Bedingungen der Stadt informiert, aber auch sie „wollen sie nicht erfüllen“. Fahrenschon kritisiert, die von der Stadt geforderte Pacht sei höher als die Standmiete auf der Berghalde. Ziel des „Herbst in der Stadt“ in Penzberg hätte ja sein sollen, die Schausteller in diesem so schwierigen Jahr der Corona-Pandemie zu unterstützen. Doch wenn die Stadt eine Standmiete verlange, tue sie genau das nicht. Müssten sie Pacht bezahlen, sei für die Schausteller das wirtschaftliche Risiko einfach zu groß. Immerhin wüssten sie ja nicht, wie die dezentralen Buden von den Bürgern angenommen werden.

Volksfestwirt Fahrenschon kritisiert Gebühren

Als positives Gegenbeispiele nennt Fahrenschon die Stadt Geretsried. Sie verlange für das derzeit noch laufende alternative Volksfest keine Pacht von den Standbetreibern. Deshalb habe er die Veranstaltung dort auch um eine Woche, nämlich bis Sonntag, 20. September, verlängert. Auch in München müssten die Schausteller für den „Sommer in der Stadt“ keine Standmiete bezahlen. Hier habe die Stadt sogar noch rund 250 000 Euro in Werbung und Co. investiert.

Fahrenschon: Standort sind „nicht attraktiv“

Aber nicht nur die geforderte Standgebühr kritisiert Fahrenschon. Zusätzlich seien die Plätze, die die Stadt als mögliche Standorte für Essensstände und Fahrgeschäfte vorgeschlagen habe, „nicht attraktiv“; teilweise seien sie beispielsweise „sehr abgelegen“. Als Beispiele nennt Fahrenschon einen Platz hinter dem Bahnhof oder am Rewe-Supermarkt. Ein Problem sei auch, dass es keine Plätze gäbe, wo die Schausteller größere Fahrgeschäfte aufbauen könnten. Der zentrale Stadtplatz etwa kann dafür nicht genutzt werden, weil hier – wie berichtet – vom 1. bis 4. Oktober das „StadtLesen“ stattfindet. Einzig der Platz vor dem Gasthaus „Zur Koinschaufe“ käme als Standort für ein großes Fahrgeschäft in Frage, so Fahrenschon.

Bürgermeister Korpan überrascht von Aussagen

Bürgermeister Stefan Korpan wusste am gestrigen Montag noch nichts von Fahrenschons Absage. Wie Korpan am Sonntag am Rande einer Veranstaltung bereits sagte, habe Fahrenschon angefragt, einen Autoscooter aufzubauen – eine Anfrage, die die Stadt abgelehnt habe. „Das war für uns nicht lösbar“, so der Bürgermeister. Aber für ein Ketten- sowie ein Kinder-Karussell und Schiffschaukeln „hätten wir eine Lösung gehabt“; ebenso für Buden zum Entenangeln oder Dosenwerfen. Insgesamt zehn Stände, schätzte Korpan, hätten aufgestellt werden können; etwa vor der VR-Bank, vor der Buchhandlung Rolles und auch auf dem Stadtplatz – hier allerdings nur „was Kleineres“. Korpan findet nicht, dass die von der Stadt bereit gestellten Plätze zu abseits gelegen wären.

Stadt will noch einmal Gespräch mit Volksfestwirt suchen

An den Standgebühren freilich könne man nicht rütteln, denn: „Das war ein Stadtratsbeschluss.“ Korpan erinnerte daran, dass auch private Grundstücksbesitzer Flächen zur Verfügung gestellt hätten; etwa Parkplätze von Verbrauchermärkten. Auf diesen Flächen hätten die Schausteller keine Pacht bezahlen müssen.

Für Festwirt Fahrenschon indes steht seine Entscheidung fest. „Ich habe mich damit abgefunden.“ Einzelne Schausteller könnten natürlich nach Penzberg kommen. Dass es einer tun wird, glaubt er aber nicht. Die Stadt ihrerseits werde nun noch einmal das Gespräch mit Fahrenschon suchen, so Korpan.

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