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Das Krankenhaus in Penzberg.

Penzberger Klinik weitet Hilfe für Diabetiker aus

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Das Krankenhaus in Penzberg weitet sein Angebot für Diabetiker aus. Dafür wird ein „medizinisches Netzwerk“ gebildet - es geht um ein spezielles Problem.

Penzberg - Ab Januar 2018 bietet die Klinik in Penzberg eine spezielle Sprechstunde für Patienten an, die wegen Diabetes Probleme mit ihren Füßen haben. Dabei werden Spezialisten mehrerer Fachgebiete zusammenarbeiten. „Wir liebäugeln schon seit einigen Jahren damit, diese Sprechstunde einzuführen“, erklärt ärztlicher Direktor Dr. Florian Brändle. Sie sei in der Umgebung einzigartig.

Möglich ist das neue Angebot, weil am Penzberger Krankenhaus seit einem Jahr ein ausgewiesener Diabetes-Spezialist arbeitet, der schon an einer Klinik in Baden-Württemberg eine solche Sprechstunde geleitet hat: Oberarzt Dr. Nicolai Gappa. Er wird die „diabetologische Fußsprechstunde“ am Mittwoch, 13. Dezember, auch in der Vortragsreihe „Penzberger Sprechstunde“ der Öffentlichkeit vorstellen.

Laut Gappa leiden Diabetes-Patienten sehr häufig unter dem „diabetischen Fußsyndrom“. Es könne „schwerwiegende Konsequenzen“ für deren Lebensqualität und Mobilität haben. Im schlimmsten Fall kann eine Amputation nötig sein. Das Problem ist, dass Diabetes-Patienten als Spätfolge ein vermindertes Schmerzempfinden haben und bei ihnen die Wunden auch schlechter heilen. Sie merken nicht, dass sie eine Verletzung am Fuß haben oder dass ein zu enger Schuh die Haut aufreibt, dass die Wunde größer wird und sich infiziert. „Bagatellverletzungen können zu großen und schwer zu behandelnden Wunden führen“, sagt Nicolai Gappa. „Es gibt Leute, die ein Bein verloren haben, weil sie eine Wunde nicht gespürt haben“, bestätigt Brändle.

Zum engeren Team gehören neben Nicolai Gappa eine ausgebildete Wundschwester und ein orthopädischer Schuhmacher. „Die Patienten brauchen richtige Schuhe, damit die Wundheilung nicht verhindert wird“, erklärt der Oberarzt. „Das ist ein wichtiger Aspekt.“ Gappa wird ebenso mit anderen Fachbereichen zusammenarbeiten: mit zwei Fußchirurgen, mit der Klinik-Abteilung für plastische Chirurgie sowie mit Gefäßchirurgen. Der Diabetes-Spezialist spricht von einer „Art medizinischem Netzwerk, um Patienten optimal zu versorgen“. Ein Gefäßchirurg ist zum Beispiel nötig, wenn ein Gefäß stark verengt ist. Die plastische Chirurgie hilft, wenn die Wunde operiert werden muss.

Eine Operation sollte aber am besten vermieden werden. In der Fuß-Sprechstunde werden die Patienten – sie werden von Hausärzten dorthin überwiesen – so behandelt, dass die Wunde abheilen kann. Man wolle aber auch verhindern, dass es überhaupt zu Verletzungen kommt, sagt Gappa. „Ein zentraler Punkt wird sein, dass der Patient lernt, dass seine Füße keine Rückmeldung mehr geben. Er muss seine Füße wie rohe Eier behandeln.“ Das sei ein Lernprozess, der von dem Team begleitet werde.

Nicolai Gappa hat schon an einer 1000-Betten-Klinik im baden-württembergischen Heilbronn eine „diabetologische Fußsprechstunde“ geleitet. Der 41-Jährige ist auch Internist und Gastroenterologe. Seit November 2016 arbeitet er am Penzberger Krankenhaus als Oberarzt in der Inneren Abteilung.

In der Vortragsreihe „Penzberger Sprechstunde“ wird Dr. Nicolai Gappa am kommenden Mittwoch, 13. Dezember, die neue „diabetologische Fußsprechstunde“ vorstellen. Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr im Veranstaltungsraum des Penzberger Krankenhauses statt. Der Eintritt ist frei.

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