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Disco-Wunsch fürs Edeka-Areal - nicht zum ersten Mal

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Von: Wolfgang Schörner

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Eine Diskothek für Penzberg? © dpa

„Gewerbe und Nachtleben“ – so stellt sich die BfP-Fraktion die Zukunft des Edeka-Areals in Penzberg vor. Sie hat im Rathaus einen Antrag eingereicht, dort Platz für eine Disco zu schaffen. Es ist nicht der erste derartige Vorschlag.

Penzberg – Seit der Penzberger Stadtrat die Schaffung von Discounter und Fachmärkten auf dem brachliegenden Edeka-Areal abgelehnt hat, sprießen die Ideen für das Gelände an der Grube zwischen Einkaufsmarkt und Baumarkt. Zuletzt sprach sich der Stadtrat dafür aus, dort Flächen für Gewerbe- und Handwerksbetriebe zu schaffen. Auch den Vorschlag, Wohnhäuser zu ermöglichen, gab es. Dieser wurde aber nicht weiterverfolgt, um keinen Konflikt zwischen Wohnen und Gewerbe zu schaffen.

Vor diesem Hintergrund stellt die BfP-Fraktion nun den Antrag, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Diskothek in dem Bebauungsplangebiet zu schaffen. Nachdem klar geworden sei, „dass Gewerbe und Wohnraum nicht zusammenpassen“, glaubt die Fraktion, eine „perfekte Symbiose“ entdeckt zu haben: „Gewerbe und Nachtleben“, wie es die BfP in ihrem Antrag nennt. Diese Kombination, schreibt die Fraktion, sei überall zu finden und habe sich bestens bewährt.

„Penzberg braucht dringend ein verbessertes Angebot für seine Tag- und Nachtschwärmer“, erklärt Fraktionschef Rüdiger Kammel. Er verweist dabei auf die Lärmschutzprobleme, die eine Diskothek in der Innenstadt verursachen würde, erinnert aber auch an das Angebot in den frühen neunziger Jahren. Seitdem sei Penzberg „viele Schritte nach hinten gegangen“, so Kammel. „Unser Partyvolk flüchtet ins Umland.“

Die BfP-Fraktion greift dabei einen CSU-Antrag für das Bebauungsplangebiet auf, in dem die CSU eine mindestens dreistöckige Bauweise vorschlägt. Im obersten Stockwerk könnte nach Vorstellung der BfP eine „Loft-Bar/Diskothek“ entstehen. Die Fraktion hat offenbar schon die Phantasie spielen lassen, wie aus ihrem Antrag hervorgeht. Die Rede ist tagsüber von einer Dachterrasse mit „toller Aussicht“ auf die Berghalde, bunten Möbeln, Sonnenliegen und Fatboy-Sitzsäcken, von Café, Cocktails und Firmenevents, von Après-Ski nach dem Rodeln auf der Berghalde. Abends im Innenraum könnte man, zum Beispiel nach dem Volksfest, weiterfeiern „und muss nicht um 1 Uhr ins Bett“, so Kammel. Anwohner würden nicht gestört, und die Pacht wäre nicht zu teuer, da in die Höhe gebaut wird.

Neu ist der Wunsch nach einer Diskothek auf dem Edeka-Areal nicht. Vor eineinhalb Jahren hatte das Penzberger Jugendparlament das Gelände schon einmal als Disco-Standort vorgeschlagen. „Es wohnen kaum Leute da und somit stören wir auch niemanden“, hatten die Jugendlichen damals argumentiert. Sie wollten sich deshalb an den Projektentwickler wenden. Dieser hatte, wie bekannt, jedoch andere Pläne.

Ohnehin treffen Disco-Anträge immer wieder im Rathaus ein. Die CSU-Fraktion hatte 2011 beantragt, einen Standort zu suchen. 2008 gab es schon einmal einen entsprechenden Antrag auf Nutzungsänderung für ein Grundstück im Gewerbepark an der Bichler Straße. Vor 20 Jahren sammelte die Junge Union 600 Unterschriften. Auch damals war die Bichler Straße im Gespräch. Regelmäßig zerstieben jedoch die Träume – wegen des Lärmschutzes oder weil kesin Discobetreiber Interesse hatte.

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