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Gedrückte Stimmung: (v.l.) André Anderl, Jack Eberl und Michael Kühberger treten aus der CSU- Stadtratsfraktion und der Partei aus. Die CSU verlassen auch andere Mitglieder, wie die mitgebrachten Kündigungsschreiben beweisen.

Paukenschlag in Penzberg

Drei CSU-Stadträte verlassen Fraktion und Partei

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Politischer Paukenschlag in Penzberg: Gleich drei CSU-Stadtratsmitglieder – Fraktionschef André Anderl, sein Stellvertreter Jack Eberl und Michael Kühberger – verlassen die siebenköpfige Fraktion. 

Penzberg – Die drei CSU-Stadträte Anderl, Eberl und Kühberger gehen sogar noch weiter: Die zum Teil langjährige Mitglieder treten gleich mit aus der CSU aus. Begründet wird der Schritt mit dem schwelenden Konflikt mit dem Penzberger Ortsvorsitzendem Nick Lisson – dieser hatte bei der Mitgliederversammlung Ende Mai in einen Machtkampf um die Ortsverbandsführung gemündet. Kühberger, seit 2014 im Stadtrat, hatte Ortschef Lisson scharf angegriffen und ihm unter anderem mangelndes politisches Engagement in Penzberg und fehlende Inhalte in der Fraktionsarbeit vorgeworfen. Er kandidierte gegen Lisson um den Vorsitz, die turbulente Wahl entschied Amtsinhaber Lisson jedoch für sich.

Danach herrschte Eiszeit in der Fraktion. Daran konnte auch ein Vermittlungsgespräch im August mit CSU-Kreisvorsitzendem Alexander Dobrindt nichts ändern. Das Trio informierte Bürgermeisterin Elke Zehetner schriftlich über seinen Schritt: Anderl, Eberl und Kühberger bitten in dem Schreiben darum, „uns nach der Sommerpause nicht mehr unter der CSU-Fraktion zu führen“. Die drei Stadträte wollen künftig als „Parteifreie Fraktion“ ihr Mandat sowie ihre bisherigen Referentenposten weiterführen.

„Es ist keine Basis mehr da gewesen“, begründete Michael Kühberger den Schritt. Die neue Vorstandschaft, besetzt mit Lisson-Vertrauten aus dessen Penzberger Junge-Union-Zeit, sei „eine bessere JU“, so Kühberger. „Da bewegt sich nichts“, kritisierte Jack Eberl die Arbeit des Ortsvorsitzenden. Die Entscheidung zum Austritt sei ihnen nicht leichtgefallen, beteuern die drei Stadträte – die persönlichen und inhaltlichen Differenzen im Ortsverband seien dafür ausschlaggebend gewesen. „Wir wollen glaubwürdig bleiben“, sagte André Anderl. Sich einer der anderen Stadtratsgruppen – SPD, Grüne und BfP – anzuschließen, sei nie in Frage gekommen. „Unsere Seele ist schwarz.“ Eine eigene politische Gruppierung ist laut Anderl derzeit kein Thema.

Gleichzeitig kündigen die drei Lokalpolitiker ihre CSU-Mitgliedschaft. Sie könnten nicht als Parteifreie im Stadtrat sitzen und gleichzeitig in der Partei sein, so Anderl. Der 47-Jährige ist seit zehn Jahren in der CSU, Eberl (47) seit sechs Jahren und Kühberger (54) wurde bei der letzten Versammlung von Nick Lisson für sein 25-Jähriges geehrt. Seit dem Wahleklat im Mai häufen sich die Austritte aus dem CSU-Ortsverein. André Anderl spricht von derzeit circa 35 Kündigungen, bei 133 Mitgliedern im Mai.

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