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Der nächste Bitte... Eine der Zeichnungen von Egbert Greven in „Narrkose“.

Egbert Grevens „Narrkose“: Die skurrile Welt der Medizin

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Ein Ohrenspezialist entdeckt bei der Untersuchung einen Vogel im Kopf seines Patienten. Es ist eine der skurrilen Zeichnungen von Egbert Greven aus Penzberg - veröffentlicht im Büchlein „Narrkose“.

Penzberg - Ein Ohrenspezialist entdeckt bei der Untersuchung einen Vogel im Kopf seines Patienten. Ein Lungenarzt zündet sich eine Zigarette an. Ein Neandertaler samt Keule mutiert zum Anästhesisten. Und nicht der Arzt bittet um den nächsten Patienten, sondern der Patient um den nächsten Arzt. Das alles hat der Zeichner Egbert Greven mit spitzer Feder in einem neuen Büchlein mit dem Titel „Narrkose“ zusammengefasst. Es ist sein „schmunzelndes Dankeschön“ an das Penzberger Krankenhaus, wie er sagt. Und es sind, wie es im Untertitel heißt, die „Erkenntnisse eines Betroffenen“. Egbert Greven ist vor vielen Jahren an Krebs erkrankt – worüber er ungern öffentlich spricht. Er hat jede Menge Erfahrungen mit Ärzten und Krankenhäusern.

24 Zeichnungen rund um Ärzte, Krankenhaus und Patienten umfasst das kleine Buch, das Egbert Greven herausgebracht hat. Der Erlös, so der Zeichner, soll zu hundert Prozent an den Förderverein des Penzberger Krankenhauses fließen, dem er selbst seit über 25 Jahren angehört. Für ein Vorwort hat er Dr. Gerd Rehkämper gewonnen, einen Professor für Hirnforschung an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Rehkämper steckt hinter dem Alias-Namen Gerd Karlsson, mit dem das Vorwort unterzeichnet ist.

Die Bilder hat Egbert Greven bereits vor zwei Jahren gezeichnet. Zu sehen waren sie im Sommer 2016 mehrere Wochen lang in der Komischen Pinakothek in München. Für Greven damals eine große Ehre. Dort waren schon Zeichnungen des französischen Illustrators Tomi Ungerer und von Vicco von Bülow alias Loriot ausgestellt.

Ein Grafiker und Zeichner, sagt Egbert Greven, habe fast immer das große Glück, ja Vergnügen, Probleme jeglicher Art aus Gesellschaft, Politik, Sport, Gesundheit und Kultur mit heiteren Zeichnungen zu kommentieren. Nun also Krankenhaus und Ärzte. „Echte persönliche Erfahrungswerte“, sagt Greven schmunzelnd. Natürlich in ihrer Skurrilität auf die Spitze getrieben.

Greven lasse den Betrachter an seinem Erkenntnisfortschritt teilhaben, schreibt Hirnforscher Rehkämper in seinem launigen Vorwort. „Das sind wichtige Denkanstöße, die der Krankenhausaufenthalt von Herrn Greven an das Tageslicht gebracht hat.“ Wenigen sei zum Beispiel bekannt, welche Auswirkungen die Mitwirkung bei der Lufthansa hat – Patienten dieses Unternehmens befinden sich über dem Krankenbett im permanenten Schwebezustand. So zeigt es zumindest eine der Zeichnungen Grevens. Rehkämper warnt aber auch davor, „die Zeichnungen als Satire misszuverstehen“. Und er fügt an, mit Schalk im Nacken: „Sie sind ein lange ersehnter Beitrag, der unser Suchen und Finden von was auch immer zum Erfolg führen wird.“

Erhältlich ist das Büchlein „Narrkose“ mit 24 farbigen Zeichnungen über den Penzberger Krankenhaus-Förderverein und direkt bei Egbert Greven, Telefon 08856/83351, für sechs Euro pro Exemplar. Der Betrag geht laut Greven vollständig an den Förderverein.

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