Einen Fantasy-Roman hat Luis Rimmel (rechts), Abiturient am Penzberger Gymnasium, geschrieben. Der 19-jährige Habacher will noch vier weitere Bände schreiben. Die Illustrationen stammen von Tobias Kolbinger (links) aus Bichl, der heuer ebenfalls in Penzberg sein Abitur gemacht hat.
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Einen Fantasy-Roman hat Luis Rimmel (rechts), Abiturient am Penzberger Gymnasium, geschrieben. Der 19-jährige Habacher will noch vier weitere Bände schreiben. Die Illustrationen stammen von Tobias Kolbinger (links) aus Bichl, der heuer ebenfalls in Penzberg sein Abitur gemacht hat.

Romandebüt von Luis Rimmel (19)

Penzberger Abiturient ist Schöpfer einer 500-Seiten starken Fantasy-Welt

  • VonWolfgang Schörner
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Es ist eine Welt, die an „Herr der Ringe“ oder „Game of Thrones“ erinnert – und doch ist sie ganz anders. Der 19-jährige Luis Rimmel hat eine eigene Welt aus Köngreichen, Schneekriegern und Fürsten geschaffen und daraus einen über 500 Seiten starken Fantasy-Roman gemacht. Er heißt „Die Ballade der fünf Paladine“. Und es soll nicht der letzte sein.

Penzberg/Habach – Dreieinhalb Jahre lang, erzählt Luis Rimmel, habe er an dem Buch geschrieben, mit größeren Pausen, intensiv dann vor allem während des Corona-Lockdowns. Entstanden ist der Fantasy-Roman „Die Ballade der fünf Paladine“, erhältlich über die Penzberger Buchhandlung Rolles.

Auf 541 Seiten breitet der junge Habacher, der heuer sein Abitur am Penzberger Gymnasium gemacht hat, eine fantasievolle Welt vor dem Leser aus: eine Welt, in der das Königreich der Schneekrieger und die Föderation der Pax am Rande eines Krieges stehen, eine Welt voller Intrigen und Verschwörungen. Im Mittelpunkt steht ein Kopfgeldjäger namens Nygel, der ein „Artefakt“ sucht, das den Ausgang des Krieges entscheiden könnte. Ein Artefakt? Was das ist, will Luis Rimmel nicht verraten. Dazu muss man schon das Buch lesen.

Was den Schmöker außergewöhnlich macht: Der 19-Jährige hat sich für seinen Fantasy-Roman ganze Kontinente und Völker, Inseln, Städte und Landschaften, zahlreiche Königreiche und Fürstentümer ausgedacht. In dem Buch kommen 60 bis 70 relevante Personen vor – so genau weiß Luis Rimmel die Zahl selbst nicht. Ein Glossar am Ende des Buches, das Völker, Personen und Reiche aufzählt, geht über mehrere Seiten – und ist wichtig für den Leser, um nicht den Überblick zu verlieren. Anders als der junge Autor. Es sei für ihn nicht schwierig, die Personen auseinanderzuhalten, erzählt er. „Ich habe jede Person gleich vor Augen.“

Die Idee kam dem 19-Jährigen schon in der fünften Klasse

Er habe schon immer gern Fantasy gemocht, erzählt der Abiturient, ob Tolkiens Fantasiewelt „Herr der Ringe“, die Serie „Game of Thrones“ oder die Harry-Potter-Abenteuer. Er sei da ein großer Fan, sagt Luis Rimmel. Ursprünglich habe er Filme drehen wollen, was für einen Jugendlichen allerdings etwas schwierig ist. Deshalb setzte er sich hin und begann zu schreiben. Die Idee, auf diese Weise eine Welt zu kreieren, habe er schon seit der fünften Klasse gehabt. Damit begonnen habe er aber erst 2017.

Die Welten aus „Herr der Ringe“ und Co. mögen Luis Rimmel inspiriert haben. „Es sind aber völlig eigenständige Welten und Figuren, die er erschaffen hat“, sagt Sylvia Sternkopf, seine Deutschlehrerin am Gymnasium und zugleich so etwas wie die Lektorin des Buches. Auch der Stil, fügt sie an, sei nicht abgekupfert. Sylvia Sternkopf ist selbst begeistert von dem Roman. „Es ist ein sehr ungewöhnliches Buch, spannend und schön geschrieben, auch mit tollen Charakteren.“ Sie habe noch nie einen Schüler gehabt, der einen Roman geschrieben hat.

Tatsächlich gelingt es dem jungen Autor, den Leser schon im ersten Kapitel zu fesseln. „Töten. Töten war etwas, was Nygel nie gerne tat. Aber es gehörte nun mal dazu.“ So beginnt das Buch. Anfangs hatte es noch einen anderen Titel: Die Legende von Menoria. Das sei aber langweilig gewesen, sagt Luis Rimmel. Der jetzige Titel habe mehr Klang. Eine Ballade, eine Art Prophezeiung, schickt der Autor – auf dem Titelblatt nennt er sich „L.M.R.“ für Luis Maximilian Rimmel – auch dem ersten Kapitel voraus.

Videospiele und Geschichtsdokumentationen gaben Anregung

Wie er die Welten für sein Buch erschaffen hat? Stück für Stück, sagt der junge Habacher. Ein bisschen wie beim Videospiel „Minecraft“, das er früher gern gespielt hat. Anregungen holt er sich auch von Geschichtsdokumentationen.
Die Illustrationen für das Buch, das Titelbild und die Embleme der Versanfänge hat Tobias Kolbinger gezeichnet – nach den Vorgaben des Autors. Beide sind befreundet. Der 18-jährige Bichler hat heuer ebenfalls am Penzberger Gymnasium sein Abitur gemacht. Er zeichnet Fantasy-Figuren digital für Instagram und will später Game-Design studieren.

Luis Rimmel, der sich ein Lehramtsstudium in Geschichte und Englisch vorstellen kann (derzeit liest er gerne englische Literatur aus der viktorianischen Zeit), will es mit dem einen Roman nicht bewenden lassen. Fünf Bande sollen es werden. Der Untertitel des aktuellen Bands heißt „Strophe 1: Das Erbe eines Königs“. Inhaltlich habe er für das zweite Buch schon einiges beisammen – einen Satz hat er sogar in seinen Abituraufsatz gemogelt. Mit dem aktiven Schreiben wolle er diesen Sommer beginnen. Fünf Bände? „Das muss ich jetzt wohl“, scherzt er. „Vielleicht krieg ich es auch in vier Büchern hin.“

Erhältlich in Penzberger Buchhandlung und Online

Erhältlich ist das Buch „Die Ballade der Fünf Paladine – Strophe 1: Das Erbe eines Königs“ von Luis Rimmel für 15,99 Euro über die Buchhandlung Rolles in Penzberg. Bestellt werden kann es auch im Internet. Erschienen ist es auf der Selbstverlagplattform „Books on Demand“.

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