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Abendlicher Naturgenuss am Eizenberger Weiher. Doch das Idyll trügt. Denn Wurzelstöcke im Wasser bereiten Sorgen – gerade beim Springen vom Floss. Dieses wird deshalb nun in tieferes Wasser versetzt, vielleicht zu den Stegen. 

Der Badespaß ist getrübt

Sicherheitsproblem am Eizenberger Weiher

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„Idyllischer lässt sich der Sommer kaum genießen“: So wirbt die Stadt Penzberg für den Eizenberger Weiher. Doch das städtische Freibad hat ein Sicherheitsproblem.

Penzberg – Der Eizenberger Weiher, ein fünf Hektar und bis zu zehn Meter tiefer großer Moorsee, ist eine beliebte Freizeitattraktion, auch für Besucher aus dem Umland. Das fest verankerte Badefloß hat gerade bei der Jugend ein hohes Spaßpotenzial. Doch dessen Zukunft stand im Bauausschuss auf der Kippe.

Im letzten Sommer gingen Anrufe von besorgten Badegästen im Rathaus ein: Diese berichteten von Wurzelstöcken, die vom Seegrund so weit nach oben stehen, „dass man sich daran stößt und somit eine erhebliche Unfallgefahr besteht“, teilte das Bauamt mit. Bereits 2016 hatte der Bauhof laut Bauamt einen Wurzelstock in Floßnähe entfernt, zum Einsatz kam eine Unterwasser-Motorsäge.

Doch das Problem blieb. Die Stadt, Pächter des Sees, fragte beim Verpächter an, ob ein Ablassen des Eizenberger Weihers möglich sei. Vorteil: Die Wurzelstöcke am Seegrund hätten großflächig entfernt werden können. Allerdings möchte der Verpächter den See nicht mehr ablassen, so das Bauamt – er befürchte, dass der Damm an der Ostseite, entlang der Nantesbucher Straße, beschädigt wird.

Was tun? Die Verwaltung schlug vor, das Floß wegen der Unfallgefahr 2018 nicht mehr zu installieren. Für Bauhofleiter Christian Eberl keine gute Entscheidung: „Das ist eine absolute Attraktion.“ Hardi Lenk (SPD) sprach sich deshalb dafür aus, das Floss an eine tiefere Stelle zu ziehen, wo keine Wurzelgefahr droht. Ein Vorschlag, den André Anderl (Freie Fraktion) unterstützte. Aber: Der Standort muss für die Wasserwacht gut einsehbar und erreichbar sein, so Eberl.

Der Aussschuss beschloss einstimmig, dass das Floss bleiben darf. Es wird für die neue Badesaison an einem Platz mit mehr Wassertiefe befestigt. Bürgermeisterin Elke Zehetner machte jedoch klar, dass bei aller Sicherheitspflicht der Stadt ein Restrisiko bleibt: „Das Springen vom Floß ist gefährlich.“

Kabinen-Unfall landete vor Gericht

Die Sicherheitsfrage am Eizenberger Weiher ist für die Stadt aktuell geworden: Die Kommune streitet wegen eines Unfalls vor Gericht mit einer Münchener Lehrerin. Die Frau verlor im Juli 2016 in einer der aufgestellten Umkleidekabinen (Foto: Stadt) das Gleichgewicht und purzelte samt Kabine einen Hang herunter. Dabei brach sich die Frau den Schienbeinkopf und verklagte die Stadt, so die „Bild“-Zeitung. 

Laut Bürgermeisterin Elke Zehetner geht es um 15 000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz. Bauhofchef Christian Eberl sagte jetzt vor dem Landgericht als Zeuge aus. Das Verfahren läuft, es geht um einen Vergleich. Zehetner sagt: Sollten die Kabinen zu gefährlich sein, „werden sie nicht mehr aufgestellt“.

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