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Penzberg: Elf Millionen für Sanierung und Aufstockung städtischer Wohnhäuser

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Von: Wolfgang Schörner

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Die drei städtischen Wohnhäuser an der Sigmundstraße sollen saniert und mit zusätzlichen Stockwerken versehen werden. Los gehen soll es im Herbst.
Die drei städtischen Wohnhäuser an der Sigmundstraße sollen saniert und mit zusätzlichen Stockwerken versehen werden. Los gehen soll es im Herbst. © wos

Nach einer neuen Kostenschätzung kommt die Sanierung und Aufstockung der städtischen Wohnhäuser an der Sigmundstraße 7, 7a und 9 auf knapp elf Millionen Euro. Im Herbst könnte es mit den Arbeiten losgehen. Die Stadt will damit bestehenden Wohnraum modernisieren und neue Mietwohnungen in der Innenstadt schaffen.

Penzberg – Im vergangenen November waren die Kosten noch auf knapp 8,8 Millionen Euro geschätzt worden. Damals hatte der Bauausschuss beschlossen, die schon lange diskutierte Aufstockung und notwendige Sanierung der drei städtischen Wohnhäuser anzugehen. Nun liegt ein Vorentwurf vor. Die neue Kostenschätzung beläuft sich auf rund 10,94 Millionen Euro. Bereits eingerechnet ist eine Baupreissteigerung von jährlich zehn Prozent.

Laut Rodja Maier vom Stadtbauamt, der den Vorentwurf jetzt im Bauausschuss vorstellte, könnte bereits im kommenden Herbst mit den Arbeiten begonnen werden. Der erste Schritt wäre, die neuen Etagen auf die Häuser zu setzen, allerdings vorerst nur als Rohbau. So sollen die maroden Dächer geschützt werden. Der Plan sieht vor, dass die Häuser 7a und 9 jeweils zwei weitere Stockwerke erhalten, das Haus 7 eine zusätzliche Etage. Insgesamt entstünden 15 neue Drei-Zimmer-Wohnungen.

Im Jahr 2024 geht es dann weiter mit dem Ausbau der Etagen und der Sanierung im Haus 9. Das Haus 7a folgt 2025, das Haus 7 dann 2026. Um das jeweilige Gebäude für die Sanierung frei zu haben, müssten deren Mieter in ein Nachbargebäude ziehen, erklärte Mayer. Aktuell stehen acht der 36 Mietwohnungen bereits leer. Er erwartet, dass Ende 2026 oder Anfang 2027 alles fertig ist.

Der Bauausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Vorentwurf zu. Strittig war aber die Frage, ob eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert werden soll. Mayer hatte davon abgeraten. Eine Photovoltaikanlage sei wegen der Ausrichtung nur auf Haus 7 möglich. Statt des geplanten begrünten Daches wäre dann ein flach geneigtes Pultdach mit Metalldeckung nötig, erklärte er. Nach einer groben Schätzung würden ihm zufolge circa 100 Paneele mit einer Leitung von etwa 36,5 Kilowatt Peak ungefähr 60 000 Euro kosten. Nach Rücksprache mit der städtischen Liegenschaftsabteilung, so Mayer, wäre ein Mieterstrommodell in dieser Größe nicht rentabel, die Anlage würde folglich allein ins Stromnetz einspeisen.

Anderer Ansicht war der Bauausschuss. „Wir rufen die privaten Bauherrn dazu auf, Photovoltaikanlagen zu bauen, aber selbst machen wir es nicht“, kritisierte Ludwig Schmuck (CSU). Sebastian Fügener (Grüne) sagte, dass Gründächer mit Photovoltaik kombiniert werden könnten. Ein Mieterstrommodell sei hier vielleicht kompliziert, erklärte er, man könnte aber die Stadtwerke fragen, ob sie die Anlage betreiben wollen. Laut Solarkataster, so Fügener, wären die drei Gebäude jedenfalls gut geeignet für Photovoltaik. Auch Stadtbaumeister Justus Klement sprach sich für „möglichst viel Photovoltaik“ aus. Anette Völker-Rasor (PM) empfahl, auch vertikale Anlagen in die Überlegung einzubeziehen. Der Bauausschuss beschloss einstimmig, die Möglichkeit einer Photovoltaikanlage prüfen zu lassen.

Die drei Gebäude werden, wie berichtet, zum einen energetisch saniert. Zum anderen werden die Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen erneuert, die einzelnen Wohnungen saniert sowie der Brand- und Schallschutz ertüchtigt. Außerdem erhält jedes Haus einen Aufzug. In diesem Zuge werden mehrere Ein-Zimmer- zu Zwei-Zimmer- Wohnungen zusammengefasst, die sich besser vermieten lassen. Vorgesehen sind auch drei neue rollstuhlgerechte Wohnungen. Die Häuser sollen ans Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Ausgangspunkt der Überlegungen war vor vier Jahren, dass die Flachdächer der drei Gebäude dringend saniert werden müssen. Daraus entstand der Vorschlag, gleich noch zusätzlich Etagen oben drauf zu setzen, um so relativ günstig neuen Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen. Vergangenes Jahr hieß es dann, dass wegen des Alters und des Zustands der Häuser auch eine umfangreiche Gebäudesanierung nötig ist.

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