Das neue Kinderhaus in Penzberg soll zwischen der Montessorischule und der Grundschule an der Birkenstraße entstehen. Der Elternbeirat der Grundschule macht nun einen Gegenvorschlag. Grafik: Architekturbüro Holzer Wolfratshausen

Eltern der Grundschule machen mobil

Widerstand gegen Kinderhaus-Neubau

Der Elternbeirat der Grundschule an der Birkenstraße hat sich in einem offenen Brief an die Stadt gewand. Darin sprechen sich die Mitglieder nachdrücklich gegen den festgelegten Standort für das neue Kinderhaus aus. Die Stadt lädt nun alle Beteiligten zu einem Runden Tisch ein.

Penzberg– Bereits seit Mai steht fest, dass der Neubau für das Kinderhaus zwischen der Montessorischule und der Grundschule an der Birkenstraße auf einem Teilbereich des Pausenhofs entstehen soll. Ende September gab der Stadtrat grünes Licht für den Bau, in dem neben vier Krippengruppen auch eine Kindergartengruppe untergebracht werden soll. Das neue Kinderhaus soll die Container-Krippe an der Birkenstraße ersetzen (wir haben berichtet). Wie Bürgermeisterin Elke Zehetner gestern auf Nachfrage sagte, ist das Projekt mit drei bis vier Millionen Euro veranschlagt. Die Planungen liefen bereits. Im Frühjahr soll Baubeginn sein.

Der Elternbeirat der Grundschule an der Birkenstraße fühlt sich indes „überrollt“ von diesen Plänen. „Es gab keinerlei Informationen und keinen Arbeitskreis der Interessensvertreter im Vorfeld“, heißt es in einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Trotz Kritik werde der Neubau weiter vorangetrieben. AlsGrund vermutet der Elternbeirat Zeitnot. Denn dort, wo derzeit die Container-Krippe steht, soll in rund eineinhalb Jahren ein Parkhaus für das Wellenbad errichtet werden.

In dem Schreiben bekräftigt der Elternbeirat sein Anliegen, die Bebauung auf dem Spielgelände der Schule nochmals intensiv zu prüfen.

Sollte kein anderer Standort in Frage kommen, präsentiert der Elternbeirat einen Alternativ-Vorschlag: Statt ein Kinderhaus auf dem vorgesehenen Gelände zu errichten, sollte dort ein neues Gebäude für den AWO-Kinderhort gebaut werden. „Das momentan bestehende Haus des Kinderhorts könnte in einen Kindergarten umfunktioniert werden. Der Umbau würde voraussichtlich nur wenige Wochen in Anspruch nehmen, weil die Räumlichkeiten des Horts bereits kindergartengerecht ausgestattet sind“, heißt es in dem Schreiben. Mit dieser Alternativ-Lösung, so der Elternbeirat, bekäme die Kinderkrippe zeitnah eine neue Bleibe. „Zum anderen könnte der Hort größer gebaut werden sowie künftig mehr Kinder aufnehmen, und auch die Mittagsbetreuung könnte schließlich im Hortgebäude integriert werden.“

Zudem könnten die Größe des Pausenhofs und der Spielbereich erhalten bleiben, wenn das neue Hortgebäude näher an die Montessori-Schule rutschen und zweistöckig ausgebaut würde.

Hort ist ohnehin überlastet

Ein wichtiges Argument gegen die Intention, ein Kinderhaus zwischen die beiden Schulen zu bauen, sieht der Elternbeirat in den unterschiedlichen Tagesabläufen von Schul- und Krippenkindern: Beispielsweise würden die Krippenkinder oft draußen spielen, wenn die Schulkinder sich beim Lernen konzentrieren müssten.

Außerdem werde mit dem planmäßigen Bau des Kinderhauses der Grundschule jegliche Erweiterungsmöglichkeit genommen. „Wir rechnen aber damit, dass durch das Neubaugebiet an der Wölflstraße dem Standort an der Birkenstraße weitere Schulkinder zugewiesen werden“, so der Elternbeirat. Der ohnehin schon überlastete Hort könnte ebenfalls keine weiteren Kinder mehr aufnehmen.

„Es kann nicht sein, dass wir in dieser Sache einfach vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind, und es keine gemeinsame Entwicklungsmöglichkeit für die Interessensvertreter gab“, kritisiert der Elternbeirat und wünscht sich, „gemeinsam in einem offenen Dialog“ eine Lösung zu finden. Immerhin gehe es um die Kinder „und nicht um den Zeitfaktor, eine schnelle Lösung finden zu müssen, damit ein Parkhaus rechtzeitig fertig wird“.

Mehrfach Gespräche mit der Schulleitung

Bürgermeisterin Elke Zehetner indes betont, dass es bereits mehrfach Gespräche mit dem Elternbeirat der Grundschule sowie der Schulleitung gegeben habe. Sie versichert, die Stadt habe sich „die größte Mühe gegeben“ einen geeigneten Standort für das Kinderhaus zu finden. Die Idee, Kinderhaus und Hort in ihrer Nutzung zu tauschen, leuchte ihr nicht ein; unter anderem, weil der Hort nicht kleinstkindergerecht ausgestattet sei und ein Tausch zeitaufwändig wäre. Da der Baubeginn für das neue Parkhaus feststehe, müssten die Krippenkinder dann möglicherweise in Notgruppen über die Stadt verteilt untergebracht werden, bis die Hortkinder aus ihrer Einrichtung aus- und in den neuen Hort eingezogen seien und der ehemalige Hort in eine Krippe umgebaut worden sei.

Den offenen Brief des Elternbeirats möchte Zehetner nun zum Anlass nehmen, noch einmal alle Beteiligten an einem Tisch zusammenzubringen, um zu informieren und die verschiedene Meinungen zu diskutieren. Das Treffen findet statt am Montag, 18. November, um 18.15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

Franziska Seliger

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