Elternbeiräte: Appell wegen Kita-Gebühren

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Die Entscheidung über die neuen Kindergarten-Gebühren in Penzberg steht bevor. Elternbeiräte haben sich nun noch einmal an Stadt und Stadträte gewandt - mit einer Rechnung.

Penzberg - Voraussichtlich am 28. März fällt im Penzberger Stadtrat die Entscheidung, wie hoch ab September die Gebühren für die Kindertagesstätten ausfallen werden. Die Elternbeiräte von neun Einrichtungen haben nun in einem Schreiben an Bürgermeisterin und Stadtratsmitglieder noch einmal vor einer 25-prozentigen Erhöhung gewarnt. Für eine Familie mit drei Kindern könnte dies Mehrkosten von 1278 Euro im Jahr bedeuteten – so steht es in einer Beispielrechnung der Elternbeiräte.

Es ist nicht das erste Schreiben der Elternvertreter, nachdem die Absicht einer deutlichen Gebührenerhöhung bekannt geworden war. Bereits Anfang März verfassten sie einen Brief. Allerdings reagierten nur vier Stadtratsmitglieder. Die Fragen nach dem Grund der Erhöhung und der Aufschlüsselung der Kosten blieben dabei unbeantwortet. Man vermisse nach wie vor die Begründung „für die angestrebte drastische Erhöhung im Vergleich zu den Vorjahren“, schreiben die Elternbeiräte im zweiten Brief. Es gab zwar Stellungnahmen der Lokalpolitiker in der Zeitung, dass die Erhöhung nicht so hoch ausfalle. Darauf wollen sich die Elternbeiräte aber nicht verlassen.

In ihrem neuen Brief verdeutlichen sie nun mit einer Beispielrechnung, was eine 25-prozentige Erhöhung bedeuten würde. Zugrunde liegt der Rechnung eine Familie mit einem Krippen- und einem Kindergartenkind, die jeweils sieben bis acht Stunden betreut werden, sowie einem Schüler, der den Hort fünf Stunden lang besucht. Die monatliche Gebühr für alle Drei würde laut Elternbeiräten von 419,50 auf 526 Euro steigen. Im Jahr wären es 6312 statt 5034 Euro: eine Mehrbelastung von 1278 Euro. Nicht eingerechnet seien obligatorische Kosten für Mittagessen, die sich in diesem Beispiel auf zirka 2300 Euro im Jahr belaufen würden.

In ihrem Schreiben weisen die Elternvertreter auch darauf hin, dass es für viele Familien keine Alternative zu langen Betreuungszeiten gibt – weil die Eltern Schicht arbeiten, weil Vater und Mutter berufstätig sind oder es sich um Alleinerziehende und Geringverdiener handelt. Hinzu kommt die fehlende Möglichkeit, Kindergartenkinder nur am Nachmittag betreuen zu lassen. Wenn Kinderbetreuung nicht bezahlbar ist, warnen die Elternbeiräte, werde die angestrebte Vereinbarkeit von Familie und Beruf behindert. Ihr Appell an Stadtrat und Bürgermeisterin: Man baue auf das „Versprechen einer familienfreundlichen und zukunftsorientierten Politik in Penzberg“.

Rubriklistenbild: © dpa

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