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EMT: Jetzt will Rheinmetall den Penzberger Drohnenhersteller übernehmen

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Von: Wolfgang Schörner

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EMT stellt unbemannte Flugsysteme her, hier eine Ausstellung anlässlich des 40-jährigen Firmenbestehens im Jahr 2018.
EMT stellt unbemannte Flugsysteme her, hier eine Ausstellung anlässlich des 40-jährigen Firmenbestehens im Jahr 2018. © Franziska Seliger

Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern will den Penzberger Drohnenhersteller EMT übernehmen, der sich seit Dezember 2020 in Insolvenz in Eigenverwaltung befindet. Beide Seiten haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Das teilte Rheinmetall am Dienstag mit.

Penzberg: EMT bestätigte die Übernahmepläne durch Rheinmetall auf Nachfrage. Keine Rede mehr ist davon, dass das israelische Rüstungsunternehmen „Rafael Advanced Defense Systems“ als Investor bei EMT einsteigt. Dabei schien dies im vergangenen Frühjahr schon so gut wie in trockenen Tüchern zu sein. EMT wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Rheinmetall beabsichtigt, die vier Standorte zu erhalten

Der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall erklärte, dass er „die hoch entwickelten Fähigkeiten und Kompetenzen der EMT vollumfänglich übernehmen“ wolle. Er beabsichtige, die vier Standorte des Drohnenspezialisten zu erhalten und sie mit dem vorhandenen Personal in die Konzernstruktur zu integrieren. EMT hat seinen Hauptsitz in Penzberg sowie Standorte in Iffeldorf, im mittelfränkischen Abenberg und in Osterrönfeld in Schleswig-Holstein. Das 1978 gegründete Unternehmen, das unbemannte Aufklärungsdrohnen vor allem für die Bundeswehr herstellt, beschäftigt knapp 200 Mitarbeiter. Rheinmetall will EMT eigenen Angaben nach bei seiner Bremer Tochtergesellschaft „Rheinmetall Technical Publications“ ansiedeln.

Rheinmetall: Übernahme voraussichtlich zum Jahreswechsel

Die Übernahme von EMT wird laut Rheinmetall voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/2022 wirksam. Über den Kaufpreis hätten die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. In trockenen Tüchern ist die Übernahme allerdings noch nicht. Sie stehe neben den üblichen Gremienzustimmungen noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigungen, erklärte der Konzern. Dies bestätigte auf Nachfrage der EMT-Generalhandlungsbevollmächtigte Oliver Liersch: „Der Vertrag mit Rheinmetall steht noch unter Bedingungen. Die Gremien in dem laufenden Insolvenzverfahren werden sich hiermit beschäftigen.“

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