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Penzberger Energiebilanz: Prandl-Schule bleibt das größte Sorgenkind - Stadt untersucht 21 Gebäude

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Von: Wolfgang Schörner

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Die Bürgermeister-Prandl-Schule in Penzberg liegt unter 21 städtischen Gebäuden beim Wärme- und Stromverbrauch weiterhin klar an der Spitze. Das zeigt der neue Energiebericht, den die EWO verfasst hat.
Die Bürgermeister-Prandl-Schule in Penzberg liegt unter 21 städtischen Gebäuden beim Wärme- und Stromverbrauch weiterhin klar an der Spitze. Das zeigt der neue Energiebericht, den die EWO verfasst hat. © Ralf Ruder

Die Stadt Penzberg hat einen neuen Energiebericht für ihre Gebäude vorgelegt. Sorgenkind bleibt die Bürgermeister-Prandl-Schule. Sie liegt sowohl Wärme- als auch beim Stromverbrauch einsam an der Spitze. Zumindest beim Stromverbrauch sticht auch das Penzberger Museum hervor.

Penzberg – Der neue Energiebericht listet den Wärme- und Stromverbrauch von 21 städtischen Gebäuden auf. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2020. Deutlich macht er einmal mehr, dass vor allem bei der Bürgermeister-Prandl-Schule Handlungsbedarf besteht. Beim Wärmeverbrauch, der im Vergleich zu 2019 noch gestiegen ist, liegt sie einsam an der Spitze aller untersuchten Gebäude. Ihr Jahreswärmeverbrauch ist mit über zwei Millionen Kilowattstunden drei Mal so hoch wie der Zielwert, den die Stadt anstrebt. Auf die Schule entfällt mehr als ein Drittel des gesamten Wärmeverbrauchs der untersuchten städtischen Gebäude. Ebenfalls die Spitzenposition hat sie beim Stromverbrauch inne, auch wenn er leicht gesunken ist. Allerdings liegt er immer noch doppelt so hoch wie die Zielmarke.

Jährliche Energiebericht ist Teil des Klimapakets von 2019

Der jährliche Energiebericht ist Teil des Klimapakets, das der Stadtrat im November 2019 beschlossen hat. Auf dieser Basis, hieß es, soll für die städtischen Gebäude ein Sanierungsplan erstellt werden, um bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Vergangenes Jahr erschien der erste Energiebericht, damals noch für 13 Gebäude. Er bezog sich auf 2019. Auch darin war die Bürgermeister-Prandl-Schule Spitzenreiter.

Laut dem aktuellen, 66 Seiten starken Energiebericht, den die „Energiewende Oberland“ (EWO) im Auftrag der Stadt verfasst hat, ist der Gesamtenergieverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Die EWO vermutet, dass das verstärkte Lüftungsverhalten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu größeren Wärmeverlusten geführt hat. Dies betreffe vor allem die Schulen. Laut EWO macht Wärme 91 Prozent der verbrauchten Endenergie aus. Der Strom-Anteil beträgt nur neun Prozent. Für Wärme und Strom in den 21 Gebäuden gab die Stadt 2020 rund 400 000 Euro aus.

Studie zur Bürgermeister-Prandl-Schule: Sanierung oder Neubau

Bei der Präsentation im Umweltausschuss erklärte Karl Schwarzbeck von der städtischen Klima- und Umweltschutzabteilung, dass es bei dem Bericht um die Erfassung des Ist-Zustands gehe. Er werde nächsten Jahr ähnlich ausfallen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Für die Bürgermeister-Prandl-Schule gibt es seit vorigem Jahr eine Machbarkeitsstudie. Sie reicht von einer Generalsanierung samt Abriss und Neubau der Schulturnhallen für rund 47,8 Millionen Euro bis zum teilweisen Neubau für 60,7 Millionen Euro. Martin Janner (PM) warf angesichts der hohen Verbrauchswerte die Frage auf, ob eine energetische Sanierung vorgezogen werden sollte, bis eine Entscheidung getroffen ist. Stadtbaumeister Justus Klement erklärte, dass an der Schule bereits eine Heizungssanierung, teilweise ein Fenstertausch und eine Fassadendämmung erfolgte. Vor den nächsten Schritten müsste aber erst die Zukunft der Schule geklärt werden.

Hoher Stromverbrauch beim Penzberger Museum

Ein Sorgenkind ist aber nicht nur die Bürgermeister-Prandl-Schule. Einen hohen Stromverbrauch, der ein Vielfaches über der Zielmarke liegt, hat das Museum. Seitens der Stadt hieß es dazu, dass die Lüftungsanlage wegen teilweise defekter Betonkernaktivierungen und falscher Planung der Anlage die komplette Heiz- und Kühlfunktion übernehmen müsse. Die Wärmeleistung der Wärmepumpe werde zur Unterstützung der Lüftungsanlage benötigt. Als Mängel listet sie eine Einfachverglasung im Altbau, zu geringe Wärmeleistung der Sockelheizung, kein Umluftbetrieb und die Verwendung von mobilen Heizlüftern und Lüftungsanlage auf.

Als Gebäude mit erhöhten Verbrauch hebt die Stadt ebenso die alte Dreifachturnhalle an der Seeshaupter Straße hervor. Der energetische Standard, hieß es, entspreche dem Baujahr 1971. Allerdings liegt der Stromverbrauch unter der Zielmarke. Das gilt auch für den Wärmeverbrauch, obwohl die Turnhalle dort hinter Prandl-Schule und Seniorenwohnungen an der Sigmundstraße (sie werden demnächst energetisch saniert) auf dem dritten Platz rangiert. Hohen Handlungsbedarf sieht die Stadt neben Prandl-Schule und Museum beim Feuerwehrhaus, beim Bauhof, bei der Aussegnungshalle am Friedhof, Rathaus und Sportheim beim Stadion.

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