Oberarm bitte frei machen: Manfred Ammermann aus Weilheim bekam von Dr. Nicole Scholz am gestrigen Dienstag in Penzberg seine Erstimpfung gegen das Corona-Virus verabreicht.
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Oberarm bitte frei machen: Manfred Ammermann aus Weilheim bekam von Dr. Nicole Scholz am gestrigen Dienstag in Penzberg seine Erstimpfung gegen das Corona-Virus verabreicht.

Rund 100 Erstimpfungen pro Tag

Erfolgreiche Impfbilanz in Penzberg

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Vor fast zwei Wochen wurde in der alten Turnhalle an der Bürgermeister-Prandl-Grundschule in Penzberg die Außenstelle des Peißenberger Impfzentrums eingerichtet. Zeit für eine erste Bilanz.

Penzberg – Ruhig ist es an diesem Dienstagvormittag vor dem Eingang zum Penzberger Impfzentrum. Während nur einige hundert Meter entfernt eine lange Menschenschlange vor der Stadthalle wartet, um einen Corona-Schnelltest zu machen, muss vor dem Eingang zur Impfaußenstelle niemand anstehen. Auch nicht an der großen Flügeltüre zur Turnhalle, wo eine Mitarbeiterin der Johanniter zunächst die Daten der Impflinge erfasst, bevor sie sich auf der rechten Seite der Halle einen Platz im Wartebereich suchen können. Von den aufgestellten Stühlen sind nur einzelne besetzt – teilweise von Wartenden, teilweise von Landkreisbürgern, die gerade ihre Impfung erhalten haben und nun noch zehn Minuten zur Nachbeobachtung bleiben. An der hinteren Schmalseite befinden sich – durch einen Sichtschutz abgetrennt – drei Impkabinen, von denen an diesem Tag aber nur eine mit einer Ärztin besetzt ist. Um einen oder gar zwei weitere Ärzte zu beschäftigen, ist gerade zu wenig Impfstoff verfügbar, erläutert Christian Achmüller. Die Fausregel laute: Ein Arzt für hundert Impflinge.

Rund 100 Personen pro Tag bekommen in Penzberg ihre Erstimpfung

Achmüller ist als Leiter des Impfzentrums in Peißenberg auch für die Penzberger Außenstelle zuständig. Beide Einrichtungen werden von den Johannitern betrieben. Aktuell, erläutert er, würden in Penzberg etwa 100 Personen pro Tag ihre Erstimpfung bekommen. Diese Zahl habe in den vergangenen zwei Wochen schon einmal höher gelegen – bei bis zu 300 Impfungen pro Tag sogar. Das wäre auch das Maximum.

Beeinflussen könne man die Zahl an Impfdosen nicht, die das Impfzentrum in Peißenberg bekommt, von wo aus eine gewisse Anzahl nach Penzberg weiter transportiert werde, sagt Dr. Christoph Wittermann. „Da sind wir von der Landesregierung völlig fremdgesteuert“, so der Weilheimer Kinder- und Jugendarzt, der als ärztlicher Leiter des Peißenberger Impfzentrums auch für die Außenstelle in Penzberg zuständig ist.

Die Chefs: Der ärztliche Leiter des Impfzentrums Peißenberg Dr. Christoph Wittermann (li.) und Impfzentrum-Leiter Christian Achmüller sind auch für die Außenstelle in Penzberg zuständig.

Achmüller schätzt, dass in den vergangenen zwei Wochen rund 1500 bis 1800 Menschen ihre Erstimpfung in Penzberg bekommen haben – eine Bilanz, mit der sowohl er als auch Wittermann recht zufrieden sind, wie sie betonen.Gravierende Nebenwirkungen nach der Impfung habe bisher keiner der Geimpften verspürt.

Von den Bürgern werde die Außenstelle generell gut angenommen, sagt Achmüller. „Die Bevölkerung ist froh über das Impfangebot.“ Längst nicht nur aus der Stadt, sondern aus dem gesamten Landkreis kämen die Impflinge. Sie haben bei ihrer Anmeldung Penzberg als Impf-Ort gewählt.

Zwischen Erst- und Zweitimpfung ist Wechsel zwischen Impfstelle nicht möglich

Übrigens: Ein Wechsel von einer Impfstelle zu einer anderen ist zwischen der Erst- und Zweitimpfung nicht möglich, sagt Achmüller. Derzeit werden in Penzberg größtenteils noch Bürger mit „Priorität 2“ – also über 70-Jährige und chronisch Kranke – geimpft, so Wittermann. Vereinzelt würden aber auch schon Menschen mit „Priorität 3“ – also etwa über 60-Jährige – geimpft. Alle Impfungen im Penzberger Impfzentrum seien bisher noch Erstimpfungen. Erst in rund vier Wochen werde man hier mit den ersten Zweitimpfungen beginnen, schätzt Achmüller. Im gesamten Landkreis hätten aktuell rund 23 Prozent der Bevölkerung ihre Erstimpfung bekommen, schätzt er. Zahlen für Penzberg gäbe es keine. Verimpft werde in der Außenstelle derzeit ausschließlich der Impfstoff von Biontech, sagt Achmüller. Astrazeneca werde seit 19. April in den Impfzentren gar nicht mehr verimpft. Und das Präparat von Moderna könne nur in Peißenberg zum Einsatz kommen, da es für den Weitertransport nach Penzberg zu empfindlich sei, erklärt Wittermann. der Impfstoff vertrage keine Erschütterungen.

Zweimal pro Woche – dienstags und samstags – werde Impfstoff von Peißenberg nach Penzberg transportiert. Wie viel? Das erführen die Verantwortlichen immer erst ganz kurzfristig, was die Planung „extrem schwierig“ mache, sagt Wittermann. Man setze aber alles daran, bereits zugesagte Impftermine nicht abzusagen, betont Achmüller.

Kommende Woche soll die Impfquote in der Impf-Außenstelle in Penzberg erneut bei rund 100 Personen pro Tag liegen. Geimpft wird hier übrigens nicht nur wochentags durchgehend von neun bis 18 Uhr. Auch an Feiertagen werde in der Penzberger Impf-Außenstelle „durchgeimpft“, sagt Achmüller. Teilweise werde auch sonntags geimpft.

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