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Die Idee stellten (v.l.) André Anderl, Stefan Fuchs, Michael Kühberger und Jack Eberl vor, im Hintergrund die Tennispark-Halle nahe dem Wellenbad.

Sporthalle in Penzberg

Ersatz während Turnhallen-Sanierung: Traglufthalle für Schüler und Sportler?

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Seit genau drei Jahren steht die Turnhalle am Josef-Boos-Platz für Schulen und Sportvereine nicht mehr zur Verfügung. Bis die Sanierung beendet ist, wird es noch dauern. Nun hat die „Freie Fraktion Penzberg“ eine Idee vorgelegt, um die Zeit zu überbrücken: eine Traglufthalle für die Sportler.

Penzberg – Die Traglufthalle, so die Idee, könnte auf einem Schulsportplatz hinter der großen Tennispark-Halle nahe dem Penzberger Wellenbad aufgestellt werden. Dort befinden sich zwei Felder mit Tartanbelag samt Linien für Basketball, Volleyball und Fußball. Erst im September sei der Belag erneuert worden, die Plätze würden aber kaum genutzt, sagt Stefan Fuchs. Der 24-jährige Tennislehrer betreibt eine Tennisschule vor Ort, die mit dem TC Penzberg kooperiert. Ebenso gehört er der Wählervereinigung an, die hinter der „Freien Fraktion Penzberg“ steht. Dort wurde die Idee mit der Taglufthalle geboren. Die „Freie Fraktion“ schickte nun einen Antrag ans Rathaus. Darin heißt es: Der Stadtrat soll die Verwaltung beauftragen, die „Errichtung einer Traglufthalle auf dem Freigelände hinter der bestehenden Tennishalle“ zu prüfen.

Tennislehrer Fuchs würde als Investor auftreten. Alles in allem, erklärt er, kostet die Traglufthalle rund 450 000 Euro. An der Hand hat er den Hersteller „Duol“, der nach eigenen Angaben weltweit mehr als 1300 Projekte umgesetzt hat. Einer der zwei Tartanplätze mit 1300 Quadratmetern würde laut Fuchs für die Traglufthalle ausreichen. Elf Meter hoch wäre sie. Der Boden in der Halle wäre der bestehende Tartanbelag. Das heißt: „Der Platz wird nicht beschädigt“, so Stefan Fuchs, der die Idee am Mittwochnachmittag mit den drei „Freie Fraktion“-Stadtratsmitglieder André Anderl, Jack Eberl und Michael Kühberger vor Ort erläuterte. Die Stadt und der Landkreis, dem der Tartanplatz gehöre, könnten die Traglufthalle für den Schul- und Vereinssport mieten oder pachten, solange die Sporthalle am Josef-Boos-Platz nicht zur Verfügung steht, sagte Anderl. „Damit könnte die angespannte Situation bei der Belegung der Sporthallen in der Stadt Penzberg merklich entspannt werden“, schreibt die „Freie Fraktion“ in ihrem Antrag.

Eine Bedingung hätte Stefan Fuchs aber: Wenn die Traglufthalle nicht mehr gebraucht wird, will er sie ein paar Meter weiter auf einem Teil der bestehenden Tennisplätze des TC Penzberg aufstellen, während der Wintermonate. So könnten weitere Kapazitäten für den Tennissport geschaffen werden, da die benachbarte Tennispark-Halle mit Abo-Spielern bereits belegt sei, schreibt die „Freie Fraktion“. Einverstanden wäre der TC, der den Platz in Erbpacht von der Stadt übernommen hat – das geht aus einem Schreiben des Vorstands her. Stefan Fuchs würde im Winter die Plätze in der Traglufthalle an Tennisspieler vermieten.

Es sei „eine geniale Idee“, sagte Anderl. Die Sporthalle am Josef-Boos-Platz könnte in der Zeit in aller Ruhe saniert werden, pflichtete Kühberger bei. Die Halle könnte nach Ansicht der Fraktion zudem schon im Herbst in Betrieb genommen werden.

Bürgermeisterin Elke Zehetner erklärte gestern auf Nachfrage, sie halte den Vorschlag, die Kapazität zu erweitern, grundsätzlich für sinnvoll. Was den Bedarf für den Schulsport betrifft, verwies sie aber auf das Landratsamt, wonach die aktuellen Kapazitäten ausreichend seien. Anders schaut es ihr zufolge beim Vereinssport aus. Deshalb, so Zehetner, sollte der Antrag im Stadtrat diskutiert werden. Zugleich müsse mit dem Landratsamt sowie über einen städtischen Alternativstandort für eine Traglufthalle gesprochen werden. Andererseits bezweifelt Zehetner aber auch, ob der Aufwand überhaupt lohnt, da es sich „bei der Turnhallensanierung um einen überschaubaren Zeitraum“ handle.

Bürgermeisterinist skeptisch

Ohnehin glaubt Zehetner, dass die Idee („Sie ist nicht neu“) eher ein Vorstoß „in Richtung Zukunft TC Penzberg“ ist. Sie warnt, dass eine Traglufthalle, wenn sie später für Tennis genutzt wird, „langfristig den Tennishallen-Pächter schwächt“. Sollte der Bau dennoch gewünscht sein, erklärte sie, könne dies nur in Regie der Stadt und in Abstimmung mit dem Tennispark-Pächter geschehen.

Wie berichtet, steht die Sporthalle am Josef-Boos-Platz seit Juni 2015 nicht mehr zur Verfügung. Damals machte die Regierung die Turnhalle zur Asylunterkunft (bis März 2016). Als die Halle danach auf Schäden untersucht wurde, traten Mängel zutage, die aus der Bauzeit rühren. Die Sanierungskosten werden auf 5,6 Millionen Euro geschätzt. Eine Wiedereröffnung wird laut Zehetner für September 2019 anvisiert. Zweifel daran hegt allerdings die „Freie Fraktion“.

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