+
Die evangelische Jugend Penzberg war beim evangelischen Kirchentag in Berlin.

Barack Obama in Sichtweite

  • schließen

Barack Obama, Campingzelte und 100.000 Menschen: Was die evangelische Jugend Penzberg beim evangelischen Kirchentag in Berlin erlebte.

Die Penzberger Jugendlichen blicken über ein Meer an Köpfen hinweg auf ein Podium. Dort vorn, mindestens 150 Meter entfernt, sitzen der ehemalige US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zehntausende sind zum Brandenburger Tor in Berlin gekommen, um Obama zu hören – auch die jungen Penzberger. Der ehemalige US-Präsident ruft die junge Generation auf, nicht mit Zynismus auf die Politik zu schauen, sondern sich zu engagieren. „Es hängt jetzt alles von den jungen Leuten ab“, sagt er. Das stößt bei den Penzbergern auf offene Ohren. Sie gehören der evangelischen Jugend an, einige von ihnen sitzen auch im Penzberger Jugendparlament.

21 junge Leute der evangelischen Jugend Penzberg waren nach Berlin gefahren, um einerseits den Kirchentag mitzuerleben und um andererseits bei der Organisation eines Campertreffs zu helfen. Der Obama-Auftritt sei einer der Höhepunkte gewesen, erzählt Nicolas nach der Rückkehr. Obama sei unglaublich charismatisch, offen und lustig gewesen. Er habe auf die Fragen junger Menschen – vier saßen auf dem Podium – „sehr ernst und auf Augenhöhe“ geantwortet, so sein Eindruck. Zum Beispiel, als ihn ein Student wegen der zivilen Opfer der US-Drohnenangriffe fragte. „Manchmal haben meine Entscheidungen zum Tod von Zivilisten geführt, weil es Fehler gab“, räumte Obama ein. Zugleich verteidigte er aber den Drohnen-Einsatz.

Die jungen Männer und Frauen der evangelischen Jugend Penzberg, alle 16 bis 21 Jahre alt, hatten bei dem evangelischen Kirchentag Ende Mai aber auch eine wichtige Aufgabe übernommen. Sie betreuten in Berlin den Campertreff und seine rund 750 Besucher. Dort sorgten sie zum Beispiel für das Frühstück, halfen bei der Anmeldung, gaben Auskünfte und hielten Nachtwache. Begleitet wurden sie von Barbara Lenski, die dem Jugendausschuss der evangelischen Gemeinde in Penzberg angehört.

Es blieb daneben aber auch viel Zeit für die Besuche von Andachten, Vorträgen und Konzerten. Zum Beispiel für den A-cappella-Auftritt der Kölner Gruppe „Wise Guys“ am Brandenburger Tor. „Trotz des heißen Wetters ein Konzert der Extraklasse“, erzählen Anna, Lajla und Hannah, die sich – wie sie schmunzelnd anfügen – ganz nah an der Bühne befanden und textsicher die Band unterstützten. Oder für die Indie-Elektro-Rockband „Who Killed Bruce Lee“ aus dem Libanon, bei dem eine der jungen Penzbergerinnen vom tanzenden Publikum über die Köpfe hinweg auf die Bühne gehoben wurde. Interessiert hatte sie beim Kirchentag vor allem die Themen Bildung, politische Aktivität und Flüchtlinge. Als höchst beeindruckend beschreiben die Jugendlichen die Veranstaltungen auf dem Messegelände, darunter den „Markt der Möglichkeiten“.

Und was hat der evangelische Kirchentag den jungen Penzbergern gegeben? „Das Gefühl von Gemeinschaft fehlt uns heute oft. Aber alle zwei Jahre, wenn 100 000 Christen an einem Ort zusammenkommen, bekommt man wieder Hoffnung, dass viele Menschen gemeinsam auch gegen intolerante Engstirnigkeit einstehen“, bilanziert Nicolas. Man habe es gespürt in Berlin: „Da war eine ganz andere Wärme in der Stadt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zwei neue Häuser und eine offene Frage
Weilheim wächst, und dies vor allem in zwei Himmelsrichtungen; nach Süden und nach Osten. Vor allem diese „Osterweiterung“ entlang der Deutenhausener Straße ist nicht …
Zwei neue Häuser und eine offene Frage
Außer Kontrolle für guten Zweck 
Den Umbau des „Gmünder-Hof“ unterstützt die Weilheimer Kult-Theatergruppe „Die Almdudler“.  Dafür geriet sie außer Kontrolle.
Außer Kontrolle für guten Zweck 
Nachfolge im Museum: Entscheidung steht noch aus
Noch ist nichts entschieden, doch vieles deutet darauf hin, dass Kunsthistorikerin Freia Oliv die neue Leiterin des „Museum Penzberg - Sammlung Campendonk“ wird, …
Nachfolge im Museum: Entscheidung steht noch aus
Das komische Drama mit der Liebe
Seit 2010 bereichert die „Virtuelle Companie“ um Katalin Fischer die Bühnen. Am Freitag feiert ihre Komödie „Sommernacht“ Premiere in Bernried.
Das komische Drama mit der Liebe

Kommentare