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Die Anzeige bleibt Schwarz: Das Fahrgastinformationssystem am Bahnhof ist seit mindestens einem Jahr defekt.

Penzberg

Das Schweigen am Bahnhof

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Penzberg – Es herrscht das große Schweigen. Wenn ein Zug sich verspätet oder komplett ausfällt, erfahren es die Fahrgäste am Penzberger Bahnhof nicht oder höchstens mit viel Glück.

Aus den Lautsprechern am Bahnsteig dringt jedenfalls keine Durchsage. Und die Anzeige über den Köpfen der Wartenden bleibt Schwarz. Seit Monaten ist dies der Fall. Das sogenannte Fahrgastinformationssystem am Penzberger Bahnhof ist defekt.

Für permanente Verärgerung sorgt dies unter den Fahrgästen in Penzberg. „Das widerspricht eklatant den immer wieder verbreiteten Meldungen, die DB investiere Millionen in die Verbesse

rung der Servicequalität“, erklärt ein Berufspendler. Er erzählt, dass er sich mehrfach bei der Bahn beschwert hat und zuletzt unfreundlich abgefertigt wurde. Ebenso habe er von der Bahn die Antwort erhalten, das Informationssystem sei durch Vandalismus zerstört worden. Was nicht stimmt, wie er vermutet – damit liegt er richtig.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte ein Bahnsprecher, dass es sich um eine Störung handelt – und zwar um die zweite in diesem Jahr. Störungen bei dem „Dynamischen Schriftanzeiger“ – so heißt die Anlage offiziell – habe es erstmals zum Jahresanfang gegeben. Diese habe der Entstörungsdienst aber beheben können. Vor etwa einem halben Jahr, so der Bahnsprecher, „traten aber erneut Störungen auf“. Davon seien sowohl der optische als auch der akustische Teil der Anlage betroffen, also der Lautsprecher und die Schriftanzeige. Auf die Frage, wieso die Reparatur so lange dauert, erklärte der Bahnsprecher, bei der Firma, 

die mit der Entstörung beauftragt ist, „gab es Verzögerungen mit der Ersatzteilbeschaffung“. Zugleich sagte er: „Wir hoffen aber, dass die Störung in den nächsten Wochen endgültig behoben werden kann.“

Und wieso springt bis zur Reparatur der Fahrdienstleiter vor Ort nicht mit Lautsprecher-Durchsagen ein? Das hat nach den Worten des Sprechers mit den unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen der verschiedenen Bahntöchter zu tun. Für die Information an den Bahnhöfen ist „prinzipiell die Bahntochter DB Station & Service zuständig“. Bis vor wenigen Jahren habe es einen Vertrag mit der Bahntochter „DB Netz“ gegeben, wonach der Fahrdienstleiter im Stellwerk die Durchsagen bei Abweichungen in Penzberger Bahnhof übernahm. Im Jahr 2013 sei die Vereinbarung gekündigt worden – und zwar zu der Zeit, als die „DB Station & Service“ den „Dynamischen Schriftanzeiger“ auf der Kochelseebahn-Strecke installierte. Seitdem schweigt der Fahrdienstleiter vor Ort. Die

Durchsagen und die Schrift-Anzeigen auf dem Display erfolgen entweder über das Ansagezentrum der „DB Station & Service“ in Rosenheim oder über die Transportleitung des Eisenbahnverkehrsunternehmens, im Penzberger Fall der „DB Regio“.

Der Sprecher bestätigte auf Nachfrage ebenso, es bestehe grundsätzlich die Pflicht, dass an kleineren Bahnhöfen eine Anlage zur Fahrgastinformation vorhanden sein muss – was in Penzberg der Fall ist, auch wenn sie nicht funktioniert. Der Sprecher schränkte aber ein: „Weil Anlagen wie im vorliegenden Fall auch ausfallen können, besteht keine Verpflichtung oder kein Anspruch seitens der Fahrgäste, dass über Fahrplanabweichungen jederzeit informiert wird.“

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