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Beim Gaudiwurm in Penzberg war der Feuerwehr-Drache der Star.

Fasching in Penzberg

„Nörgler-Aufgüsse“ beim Gaudiwurm

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Das Penzberger Wellenbad, dicht gefolgt vom Stadthallenumbau. Beides waren die großen Themen beim Gaudiwurm. Star aber war ein überdimensionaler Drache, der feuerspuckend durch die Innenstadt rollte.

Penzberg „Grisu“ ist das Geschöpf der Feuerwehr. Die nutzte ihr 140-Jähriges heuer, um zum ersten Mal seit Mitte der 90er Jahre die Gaudiwurm-Bühne zu betreten. Der Drache war die Schau. Flammen schlugen aus der Nase, aus dem Maul quollen Rauchschaden. Herrlich. Da machte es nichts, dass die hellgrüne Farbe erst am Vormittag getrocknet war. Hinter „Grisu“ boten die Aktiven eine erfrischend andere Choreografie.

Die Debatte um die Wellenbad-Zukunft hatte die Jungritter zu gleich vier Wagen animiert. Sie warben für eine „Nonnenwald-Sauna mit original Campendonk-Fenstern“. Dem eingebauten Ofen sei Dank: Bei 40 Grad Wassertemperatur ließ es sich für die leicht bekleideten Herren der Schöpfung im Bottich gut aushalten. Dazu gab es gleich einen Tagesplan mit „imma dagegn’n“-, „Stadtrat“- und „Nörgler“-Aufgüssen. Um 24 Uhr drohte der „Leserbriefschreiber-Erguß“. Und „Die perfekte Welle“ erinnerte daran, das eine neues Bad etwas bieten muss: „Ohne Sauna, Rutsche oder Wellenritt werd des Bad g’wieß koa Hit“, hieß es in großen Lettern.

Erfreulich: Es säumten deutlich mehr Zuschauer als in den Vorjahren die Straßen. Auch wurde die Lokalpolitik mehr aufs Korn genommen. Die Ringer vom AC gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es mit der Stadthallen-Eröffnung zum 1. Mai was wird. Klare Ansage: „Ob fertig oder nicht, heid werd da Bam aufgricht“. Die „OK Fasching Papas“ erinnerten an den Esel-Brunnen auf dem Stadtplatz, dem das Wasser abgedreht worden war – und boten ihren mobilen Brunnenverleih-Service an. Die Junge Union zog als alte Griechen durch Karl-, Philipp- und Bahnhofsstraße. „Hoch oben vom Berghalden-Olymp betrachten wir Euer Treiben voll Sorge“, ermahnte der CSU-Nachwuchs die politischen Vertreter.

Rauchendes Spektakel: Die besten Bilder des Penzberger Gaudiwurms

Sportlich nahm es der ESV: „Mit Heimat und Herz. Gegen Geld und Kommerz“, machten die Sportler deutlich – und feierten auf dem Wagen gleich doppelt: 60 Jahre Verein und zehn Jahre Gaudiwurm-Teilnahme. Die Faschingsveteranen mit ihrer „Jeahhh Nebelmaschine“ ließen musikalische Legenden live auftreten. Musste es aber gleich „Modern Talking“ und Andrea Berg sein? Weniger Inhalte, dafür Lautstärke hatten die Seeshaupter Burschen in ihrem Saloon mitgebracht. Das Jugendparlament zog seinen Handwagen die „OK Mamas“ machten mit, und natürlich grüßten am Zugende die beiden Prinzenpaare samt Hofstaat ihr närrisches Volk.

Bleibt noch eine Fragen offen: Was hatte Horst Schlemmer gestern beim Penzberger Gaudiwurm zu suchen?

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