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Vielfältiges Engagement: Die ehrenamtlichen Helfer der beiden Selbsthilfegruppen.

„Spaßvögel“ und „MS-Köbe“ in Penzberg

30 Jahre Einsatz für Mitmenschen

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Die Penzberger Selbsthilfegruppen „Spaßvögel“ und „MS-Köbe“ feierten ihren 30. Geburtstag. für die Ehrenamtlichen gab es viel Lob.

Penzberg – Sie wurden vor drei Jahrzehnten aus der Taufe gehoben und gehören zum Leben in Penzberg aktiv dazu: Die Selbsthilfegruppen „Spaßvögel“ für Menschen mit und ohne Behinderung und „MS-Köbe“ für MS-Betroffene und Menschen mit Körperbehinderung feierten am Samstag ihren runden Geburtstag mit einer ökumenischen Andacht, einem Lichtertanz und einem Empfang im Pfarrzentrum Christkönig.

Einen großen Dank für das ehrenamtliche Engagement in beiden Gruppen sprachen der katholische Pfarrer Bernhard Holz und sein evangelischer Amtskollege Julian Lademann aus. Die Gruppe hätten dafür gesorgt, „dass Menschen sich begegnen konnten“, sagte Holz. „Sie haben Heimat und Geborgenheit geschenkt.“ Für Lademann ist das Selbsthilfeangebot ein Zeichen, „dass Jeus Christus in unserem Herzen Licht machen kann“. Der Funken sei über gesprungen, so der Tenor der beiden Geistlichen. Das Feier-Motto „Feuer und Flamme“ für das soziale Anliegen wurde später auf dem Kirchplatz wörtlich genommen. Lilly und Max Braune von der Weilheimer Showtanzgruppe „Illumina Lichtertanz“ verzauberten mit ihren Feuer-Darbietungen.

Die „Spaßvögel“ zählen 20 bis 25 Teilnehmer. Laut Leiterin Agnes Eberl nehmen diese, mancher arbeitet in einer Behindertenwerkstatt, mit den Helfern bewusst am gesellschaftlichen Leben teil. Dazu gehören Ausflüge und Besuche wie zuletzt im örtlichen Museum genauso wie die beliebten Fußballspiele mit dem SC Huglfing.

Im Schnitt 25 bis 28 Teilnehmer und Helfer zählt „MS-Köbe“. Die gegenseitige Unterstützung und Teilhabe am öffentlichen Leben ein wichtiger Aspekt der Arbeit. Leiterin Irmgard Bettini: „Wir sind ein fester Bestandteil der Stadt Penzberg.“

Die bestätigte Bürgermeisterin Elke Zehetner: Beide Gruppen „nehmen aktiv an der Stadtgesellschaft teil“, sagte sie. Zehetner würdigte das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung – die Achtung voreinander gehöre zum Selbstverständnis Penzbergs. „Wir sind hier alle gleich.“

Claudia Hörbrand vom Vorstand des Caritas-Kreisverbands betonte das soziale Engagement der Aktiven, das ein Zeichen für Integrationsbereitschaft sei. Beide Gruppen hätten das Thema „Inklusion“ bereits vor 30 Jahren angegangen, so Hörbrand. Für sie ist es keine Frage: „Menschen mit Behinderung sind wertvolle Mitglieder der Gesellschaft.“

Zu der Feier war eigens Pfarrer Konrad Albrecht angereist. Der ehemalige katholische Seelsorger von Steigenberg hatte die „Spaßvögel“ vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben. Albrecht, der in seinen 18 Jahren Dienst einige soziale Initiativen wie die Mae-Luiza-Partnerschaft initiiert hatte, betonte „Selbstständigkeit und Eigenverantwortung“ als wichtigen Grundsatz. Die Gruppe verkörpere ein „ganz konkretes, urchristliches Lebensprinzip“, sagte er: „Miteinander leben, füreinander da sein.“

Kontakt:

„Spaßvögel“: Agnes Eberl, Telefon 08856/93036, 0175/5251076, E-Mail agnes.eberl@web.de) und Ingrid Keller (Telefon 08856/933209, ingrid-brigitte.keller@gmx.de).

„MS-Köbe“: Irmgard Bettini (Tel. 08046/6804353, 0173/1647769, irmgard.bettini@gmx.de) und Michaela Reigl (Tel. 08856/8043680, michaela.reigl@freenet.de).

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