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So wird es heuer sicher nicht sein , auch wenn das Penzberger Volksfest bislang nicht abgesagt ist. Es gibt aber andere Modelle. 

Festwirt steht „Gewehr bei Fuß“

Findet das Volksfest in Penzberg heuer in anderer Form statt?

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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  • Wolfgang Schörner
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Was wird heuer aus dem Penzberger Volksfest? Mit einer Entscheidung, ob die Wiesn auf der Berghalde abgesagt wird oder in einer abgewandelten Form stattfindet, will die Stadt Penzberg noch warten. Denn denkbar sind auch andere Volksfest-Modelle.

Penzberg – Eigentlich sollte das Penzberger Volksfest am 28. August starten und bis zum 6. September laufen. Der Start der Penzberger Wiesn fällt aber noch in die Zeit, in der Großveranstaltungen verboten sind. Das Verbot wegen der Corona-Pandemie gilt momentan bis 31. August. Neben dem Oktoberfest wurden schon viele andere Volksfeste in Bayern abgesagt. Bei der Stadt Penzberg wurde aber noch keine Entscheidung getroffen.

„Das Volksfest ist noch nicht abgesagt“, bestätigte der Penzberger Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) auf Nachfrage. Er könne sich zwar momentan nicht vorstellen, dass das Volksfest in der bekannten Form stattfinden wird. Aber womöglich in einer „abgewandelten Form“. Das hängt laut Korpan auch davon ab, ob dies für Festwirt Christian Fahrenschon Sinn macht. Es gebe Modelle. Korpan erklärte dazu, dass man sie im Detail besprechen muss, ob es sinnvoll ist. „Man muss Ideen sammeln.“

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Thomas Sendl von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Tourismus im Rathaus sagte, dass mit Festwirt Fahrenschon bereits gesprochen wurde. Sollte es eine alternative Form geben, bräuchte es vier Wochen Vorlaufzeit. Man lasse es deshalb noch offen, ob es ein „kleines Volksfest“ geben kann, „in gewohnter Form aber wohl kaum“, so Sendl. Bürgermeister Korpan sagte, man werde sich mit einer Entscheidung „Zeit nehmen bis Mitte, Ende Juli“.

„Volkfest to go“ wurde schon ausprobiert

Festwirt Christian Fahrenschon organisiert nicht nur jedes Jahr das Penzberger Volksfest. Er veranstaltet ebenso den Geretsrieder Waldsommer, ein Volksfest, das Ende Juli beginnen sollte. Der Rosenheimer lebt davon, Feste mit Bierzelt und Schaustellern auszurichten, sei es in Gmund, Großkarolinenfeld, Vaterstetten oder Murnau. Fahrenschon muss sich nun andere Modelle überlegen. Im Gmund gab es ein „Volksfest zum Midnehma“. Die Fahrenschons kamen mit ihrer Christkindlmarkt-Hütte an den Tegernsee. Volksfestfreunde konnten sich Steckerlfisch, Hendl, Schokofrüchte und anderes mehr abholen. Auf Neudeutsch „Volksfest to go“.

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„Meine Kinder hatten die Idee zum Straßenverkauf“, sagt Christian Fahrenschon im Gespräch mit unserer Zeitung. Immerhin eine kleine Möglichkeit, Einnahmen zu generieren. Er plane vorsichtig und sei glücklich, „wenn meine Leute bezahlt sind“. Er hofft, dass die Beschränkungen für die Gastronomie bald gelockert werden.

Klar ist ihm, dass bis 2021 sämtliche Volksfeste anders als gewohnt stattfinden werden. „Die Berufsverbände haben dazu wunderbare Konzepte in einem Stufenplan erarbeitet“, berichtet der Gastronom, „je nachdem, wie die Regierung beschließt und Beschränkungen lockert.“ Man stehe Gewehr bei Fuß, um dazu beizutragen, „damit die Leute wieder Freude haben“, sagt er.

Festwirt stellt klar: „Sicherheit geht vor!“

So könnte anstatt eines Volksfestes mit Festzelt wenigstens ein Biergarten aufgebaut werden, mit Selbstbedienung und kleineren Tischen, die weiter auseinanderstehen. „Sicherheit geht vor“, erklärt Fahrenschon. Trotzdem könnte mit dem nötigen Abstand zueinander ein geselliges Gespräch geführt werden. Ebenso müssten Besucher nicht komplett auf Fahrgeschäfte verzichten. „Man könnte ein Kinderkarussell mit einem Zaun drumherum aufbauen und nur jedes zweite Fahrzeug besetzen“, schlägt der Rosenheimer vor. Da gebe es sehr viele kreative Lösungen.

Acht, neun Feste richten die Fahrenschons in der Regel pro Saison aus. „Alle meine Vertragspartner sind sehr entgegenkommend“, berichtet der Wirt aus seinen Gesprächen. Er hofft sehr, dass das Konzept mit dem Biergarten aufgeht.

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