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Müll-Fischer auf der Loisach: Im vergangenen Jahr sammelten André Wacke (2.v.r.) und seine Helfer knapp eine Tonne Müll ein. Am Samstag, 25. Juli, soll es wieder mit der Aktion auf dem Stand-up-Paddel losgehen. 

Ehrenamtliches Engagement

Der Fluss als Müllkippe: Loisach-Ramadama wird fortgesetzt

  • vonWolfgang Schörner
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Der Penzberger André Wacke wird wieder zum Müll-Fischer auf der Loisach – per Stehpaddelbrett. Wie in den vergangenen beiden Jahren sucht der begeisterte Stand-up-Paddler Helfer, um den Fluss vom Müll zu befreien.

Penzberg – Vor zwei Jahren hatten sich André Wacke und seine Helfer erstmals auf ihr Stehpaddelbrett gestellt, um die Loisach von Müll zu befreien, beim ersten Mal zwischen Ohlstadt und Murnau, beim zweiten Mal zwischen Murnau und Großweil. Vergangenen Sommer sei knapp eine Tonne Müll zusammengekommen, gewogen im nassen Zustand. Trocken waren es 730 Kilogramm. Zur Beute gehörten damals Bildschirm, Fahrrad und ein ganzes Sofa. André Wacke glaubt, dass es diesmal nicht viel anders sein wird.

Der Penzberger plant das dritte Loisach-Ramadama für Samstag, 25. Juli. Und zwar auf dem „derzeit am stärksten belasteten Abschnitt zwischen Farchant und Eschenlohe“. Um sieben Uhr in der Früh soll es losgehen. Auf diesem Abschnitt ist es seine erste Aufräum-Aktion. Jedes Jahr, erzählt er, paddle er auf der Loisach hinunter, um zu schauen, wie stark sie belastet ist. Auf dem Abschnitt vom vergangenen Jahr sah er zwar wieder viel Müll, besonders schlimm empfand er es aber zwischen Farchant und Eschenlohe. Er entdeckte Sperrmüll vom Fahrrad bis zum Einkaufswagen.

„Mein Fernziel ist eine nahezu müllfreie Loisach.“ Diesen Wunsch hatte der Penzberger vor zwei Jahren kurz nach seiner Müllsammel-Premiere formuliert. Der 48-Jährige, der seit 2009 die Windsurf- und Stand-up-Paddelschule „Sunnawind“ betreibt, möchte mit solchen Aktionen andere Menschen motivieren, Müll mitzunehmen, den sie in der Natur finden. „Nimm drei“, sagt er. Wenn jeder drei Sachen aufhebt, die nicht in die Natur gehören, wäre schon viel gewonnen. Das Motto „Nimm drei“ wird auch vom Verein „Pure Water for Generations“ gepredigt. Pascal Rösler, ein Freund von Wacke, hat in gegründet. Rösler war 2016 und 2017 auf Isar und Donau von München über Wien bis zum Schwarzen Meer gepaddelt, um auf das Müllproblem in den Flüssen aufmerksam zu machen. Er brachte André Wacke auf die Idee mit der Loisach-Aktion.

Eigentlich wollte sich der Penzberger heuer, am Tag nach der Loisach-Fahrt, auch den Kochelsee vornehmen. Genauer gesagt den Schilfgürtel am Westufer des Sees zwischen Kochel und Schlehdorf. Der Kochelsee, sagt André Wacke, sei „ein natürliches Auffangbecken für den Müll, der die Loisach hinunterschwimmt“. Es sei unglaublich, was gerade in dem Schilfgürtel herumliegt. Aus dem Müllsammeln im Kochelsee Ende Juli wird allerdings erst einmal nichts. Der Schilfgürtel sei ein sensibler Bereich, sagt Wacke. Nach mehreren Telefonaten mit dem Landratsamt in Bad Tölz musste er diese Woche das Müll-Fischen auf dem See abblasen. Das Landratsamt finde die Aktion sehr gut, aber dies sei wegen der Wiesenbrüter sei nicht der richtige Zeitpunkt. Der Penzberger überlegt nun, sie am 5. September nachzuholen.

Damit bleibt es erst einmal bei der Loisach. André Wacke hofft auf Helfer. Er braucht jedoch, anders als am Kochelsee, „absolut flusserfahrene Leute“, ob Stand-up-Paddler, Kanuten oder Rafter. Willkommen sind aber auch Helfer, die am Ufer entlang mitlaufen und dort Müll einsammeln. Mit wieviel Unrat er rechnet? Seine Schätzung sind eineinhalb Tonnen. Bei allem Sammeleifer: An der Wurzel des Übels ändert das nichts. Es müsse irgendwann geschaut werden, sagt er, wo der ganze Müll herkommt.

Helfer

Wer beim Müllsammeln auf der Loisach am Samstag, 25. Juli, helfen will, ob auf dem Wasser oder am Ufer, soll sich bei Julia Wolf von „Pure Water for Generations“ per E-Mail melden: „julia@ pwfg.blue“. Dort gibt es Infos zu Ablauf, Corona-Regeln und Treffpunkt.

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