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Gärten ohne Gärtner: Am Breitfilz herrscht gähnende Leere. Eigentlich beginnt die Gartensaison.

Eigentlich wird im März bereits gegartelt

Breitfilz-Sperre in Penzberg: Was tun, wenn der Frühling kommt?

Im März beginnt traditionell die Zeit der Gärtner – nur am Breitfilz in Penzberg müssen die Geräte in diesem Jahr im Schuppen bleiben. So lange, bis neue Pachtverträge mit der Stadt geschlossen werden können. Zumindest offiziell.

Penzberg – Nach den sibirischen Minusgraden im Februar und Anfang März ist die Sonne endlich wieder da. Vogelgezwitscher, milde Luft und Schneeglöckchen kündigen den Frühling an. Im März beginnt in der Regel die Gartenzeit. Hobbygärtner düngen ihre Beete, befreien sie von Laub und Unkraut. Schaffen ideale Bedingungen, damit ihre Blumen und Gemüsesamen blühen und gedeihen. Auch am Penzberger Breitfilz packen Freizeitgärtner um diese Zeit die Heckenschere und die Hacke aus und beginnen mit der Gartenarbeit. Eigentlich.

Offiziell dürfen sie das ab diesem Jahr nämlich nicht mehr. Das Landratsamt hatte der Stadt verboten, neue Verträge mit den Kleingärtnern abzuschließen, solange nicht Brandschutz, Baurecht, Natur- und Artenschutz geregelt sind. Deshalb hat die Stadt auch einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht.Bis der fertig ist, könnte es – so eine Prognose – eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Eine lange Zeit für die Pächter, die die Parzellen nun offiziell nicht mehr nutzen dürfen.

Besonders bitter ist das für diejenigen, die viele Jahre lang viel Zeit und Arbeit in ihre Parzellen gesteckt haben. Denen ihr kleiner Garten am Breitfilz viel bedeutet. „Das hat mit Lebensqualität zu tun“, sagt einer von ihnen, der anonym bleiben möchte. So, wie auch die anderen Kleingärtner, die die Heimatzeitung befragt hat. Verhalten äußern sich die meisten zu der Frage, was sie jetzt tun wollen. Bürgermeisterin Elke Zehetner sagte in der jüngsten Stadtratsitzung, dass die Stadt nicht kontrollieren werde, ob jemand die Parzellen betritt. Hardi Lenk (SPD) gab zu Bedenken, dass man nicht wisse, ob jemand anders kontrolliert. „Ich warte ab“, sagt ein Herr, der seine Parzelle schon lange am Breitfilz hat. Verkommen lassen will er seine Beete und Blumen derweil aber nicht. Zu viel Geld und Zeit habe er in diese investiert. „Mache ich gar nichts, verwildert hier doch alles.“ Im Sinne der Stadt könne das auch nicht sein, sagt er.

Seine Parzelle vor Verwilderung bewahren möchte auch ein anderer Kleingärtner. „Ich mache das Allernötigste“, sagt er. Anpflanzen wird er heuer nichts. Er hofft, dass das 2019 wieder möglich sein wird, dass er die Parzelle wie all die Jahre zuvor dann wieder nutzen kann. „In diesem Jahr wird das wohl nichts mehr“, sagt er betrübt. Nicht so lange warten kann wiederum ein anderer Kleingärtner. Nicht nur wegen der Blumen, und Beete, die auf seiner Parzelle „mit viel Mühe“ angelegt hat, sondern auch wegen der Kleintiere, die dort leben. „Ich kann sie ja nicht einfach verhungern lassen.“

Der astronomische Frühlingsanfang beginnt in diesem Jahr wieder Ende März. Am Breitfilz wird er in diesem Jahr wohl anders aussehen.

Magdalena Kratzer

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