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Fünf Mal die Traumnote 1,0 - kritische Töne und Tipps zum Abschluss

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Vier Abiturienten aus Penzberg, die ihr Abitur mit der Traumnote 1,0 gemacht haben.
Haben die Bestnote geschafft: Julian Herter, Lea Gleiter, Patrick Hloch und Jasmin Fischer (v.li.) haben ihr Abitur am Penzberger Gymnasium mit 1,0 gemacht. © Katrin Fügener

Sie haben zugehört, gelernt, sich beteiligt – und dabei auch noch Freude gehabt. Das beweist ihr Top-Ergebnis. Denn fünf Gymnasiasten in Penzberg haben ihre Schulzeit mit der Traumnote 1,0 beendet. Und finden trotzdem, dass es im Unterricht etwas zu verbessern gibt.

Penzberg – Sie sind fertig mit der Schule und voller Pläne. Sie freuen sich auf die Zukunft und auf die Ferien. Was die fünf jungen Leute noch eint: Sie haben alle am Penzberger Gymnasium ihr Abitur mit der Traumnote von 1,0 geschafft. Jasmin Fischer, Lea Gleiter, Julian Herter, Patrick Hloch und Amaya Saadati sind nicht nur nach den Prüfungen ganz entspannt, sie versichern zudem glaubwürdig, dass sie es auch schon vorher waren.

Amaya Saadati hat ihr Abitur am Penzberger Gymnasium mit 1,0 geschafft
Auch Amaya Saadati hat ihr Abitur am Penzberger Gymnasium mit der Traumnote 1,0 geschafft. © Katrin Fügener

Natürlich hätten sie gelernt, aber es sei auch ausreichend Zeit für Hobbys und Feiern geblieben. Immer nur zu lernen sei die komplett falsche Herangehensweise, sind sie sich einig. Ebenso, dass schon die halbe Miete hat, wer in der Schule gut aufpasst. „In der Schule nicht zu lernen, ist wie schwimmen gegen den Strom“, sagt Hloch. „Wenn ich schon in die Schule gehe, bin ich auch geistig anwesend und vertue meine Zeit nicht“, sagt auch Fischer. Fragen stellen und sich mündlich zu beteiligen, ist Gleiters Tipp. Wenn man dann noch regelmäßig Hausaufgaben mache, sei der Aufwand vor den Prüfungen überschaubar, hat Saadati festgestellt.

Abiturvorbereitung von Corona-Beschränkungen betroffen

Dieser Jahrgang war in seiner Abiturvorbereitung komplett von den Corona-Beschränkungen betroffen. Gerade den ersten Lockdown, während der zehnten Klasse, fand Saadati schwierig. Man habe sehr viele Arbeitsaufträge bekommen, aber quasi keinen Kontakt gehabt, das habe ihr nicht so gelegen. Im zweiten Jahr, als alles über Videokonferenzen lief, war der Unterricht nahezu normal, findet sie, allerdings fehlten die sozialen Kontakte doch sehr. Herter konnte den Lockdowns durchaus Positives abgewinnen: Sie seien zumindest eine gute Vorbereitung auf die Zukunft gewesen, da er gelernt habe, sich selbst zu organisieren.

Obwohl den Fünf Frusterlebnisse durch schlechte Noten natürlich fehlen, können sie doch nachvollziehen, wie sehr dadurch die Lust am Lernen schwindet. Saadati ist auch der Meinung, dass Kinder viel zu früh auf die verschiedenen Schularten verteilt werden. Dadurch sei bereits ab der dritten Klasse der Konkurrenzkampf sehr hoch, mancher werde überfordert und Spätzünder hätten weniger Chancen.

Zeit zum Erlernen von Alltagskompetenzen gebe es im G8 viel zu wenig, finden die Abiturienten. Dass man während des Unterrichts mehr Zeit zum Debattieren hat und dabei üben kann, kritisch zu denken, Gesagtes zu hinterfragen, seine eigene Meinung zu bilden und respektvoll miteinander umzugehen, das wünschen sie sich für die G9. Es bräuchte mehr Zeit zur Diskussion des Tagesgeschehens. „Wo sonst finden sich junge Leute mit Lehrern zusammen, um aktuelle Ereignisse beleuchten zu können“, meint Fischer. Eine Stunde Sozialkunde in der Woche reiche dafür nicht.

Alle Fünf werden gerne an die Schule zurückdenken

Wenn die Zeugnisse verliehen sind und – ganz wichtig – der Abiball endgültig das Schülersein beendet, haben sie ganz unterschiedliche Pläne. Einig sind sie sich aber: Sie werden gerne an die Schule zurückdenken, die Freunde vermissen und auch manche Lehrer. Das gute Klima in der Schule, das werde ihnen auch fehlen. Von Katrin Fügener

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